08. November 2018, 18:41 Uhr

Am Ende ohne Fischschwanz

08. November 2018, 18:41 Uhr
Wer schon ein Kostüm hat, darf mit aufs Foto. Auch wenn vieles noch im Werden ist, proben die Schauspieler schon voller Begeisterung für »Arielle, die Meerjungfrau«. (Fotos: Stephan)

Der Thron ist noch leer. »Wo ist Triton?«, ruft es kurz danach durch das Bürgerhaus. Dem Meeresgott wird noch kurz ein Teil am Kostüm festgesteckt, dann heißt es: Schlappen aus, den Dreispitz gepackt und auf den Thron. Nun kann seine Tochter Arielle auch auf seinem Schoß Platz nehmen, wie sie es immer tut. Auch wenn sie ihren Fischschwanz schon verloren hat und im grünen Kleid über die Bühne fegt. Aber so viel wollen wir noch gar nicht verraten.

Die Geschichte, die sich der Kultur- und Carnevalverein Bingenheim (KCB) dieses Jahr ausgesucht hat, spielt tief unter dem Meer, tiefer als die längste Ankerkette hinab reicht, nämlich beim Meeresvolk und seinem Gott Triton und natürlich seiner frechen Tochter »Arielle, die Meerjungfrau«. Die ganze Bühne unter Wasser zu setzen, klappt selbstverständlich nur in der Fantasie der Schauspieler und natürlich der Kinder, für die das Stück hauptsächlich gedacht ist. Das macht der KCB den kleinen Zuschauern aber so einfach wie möglich, wenn die Schauspieler auf ihren Flossen über die Bühne huschen oder die Leuchtquallen tanzen.

Mit Regenschirmen ausgestattet

Die Leuchtquallen werden von den Jüngsten gespielt, die transparente Regenschirme mit bunten Fransen und Batterien und vielen kleinen Glühbirnen bekommen. Bewegt man sie auf und ab, beginnen die Quallen zu tanzen. Auf der Bühne wartet man nun auf die kleinen Darsteller, die aber noch ganz begeistert von ihren neuen Requisiten sind und den An- und Ausschalter suchen und diesen vielleicht auch ein wenig zu oft betätigen, wie Regisseurin Monika Stete später auffällt. Die Quallen in Zaum zu halten, ist nicht einfach, die älteren Darsteller suchen sich derweil etwas zu trinken und quatschen ein bisschen, andere probieren ihr Kostüm an – hier kneift es noch ein wenig, da ist es noch zu weit, und wie rum setzt man das jetzt eigentlich auf?

Zum Pressefoto hat Arielle schließlich zwei verschiedene Socken an, und die Quallen tanzen wieder aus dem Bild. Dafür ist Prinz Erik schon in seinem Kostüm auf der Bühne, um seine Meerjungfrau anzuschmachten. Arielles Großmutter kommt in ihrem Nixenkostüm auf die Bühne und sagt: »Ich kann mit diesem Kleid wider Erwarten doch laufen!« Schließlich ist das enge Kleid ja auch erst auf Kniehöhe zusammengenäht. Das wird anstrengend für alle Beteiligten, aber wer sagt, dass Theater einfach ist?

Monika Stete führt bestimmt, aber ruhig durch das scheinbare Chaos. Alles wuselt noch ein bisschen, nichts scheint richtig fertig zu sein, aber niemand ist beunruhigt. Man weiß, dass es klappen wird zur Premiere. Dann werden die Kostüme und das Bühnenbild fertig sein, der Text wird sitzen, die Schauspieler können sich nur noch auf ihr Spiel konzentrieren.

Nach dem Pressefoto beginnt die Probe zur ersten Szene mit Arielle, ihrem Freund Fabius, ein Doktorfisch, der die kleine Meerjungfrau immer ein bisschen bremsen muss in ihrer furchtlosen Abenteuerlust. Bald wird auch König Triton wieder auf seinem Thron Platz nehmen, Arielle unerlaubt zur Wasseroberfläche schwimmen, dort ihren Prinzen Erik sehen, der sich in sie verliebt, die Meerhexe ihnen einen bösen Streich spielen und die Geschichte ihren Lauf nehmen. Aber wir wollten ja noch nicht zu viel verraten.

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