Tempo am Ortseingang

Ärger wegen Rödgener Raser-Strecke

Wer von Rödgen Richtung Schwalheim fährt, muss langsam sein. In die andere Richtung sind 100 km/h erlaubt. Die Rödgener Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch spricht von Rasern.
13. Januar 2018, 18:00 Uhr
Auch der weite Blick in den Ort hinein animiere zum Rasen, sagt ein Anwohner. Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch kritisiert, dass am Ortseingang von Rödgen in eine Richtung 100 km/h gefahren werden darf. (Foto: cor)

Das Thema ist für die Rödgener nicht neu, aber aktueller denn je. »Erst vor Weihnachten ereignete sich wieder ein Unfall, weil ein Fahrer die Geschwindigkeit nicht richtig eingestuft hat. Er landete im Grabenbereich«, erklärt Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch. Sie meint die Kreisstraße 173 zwischen Rödgen und Schwalheim. Während in Höhe der Aussiedlerhöfe von Rödgen in Richtung Schwalheim auf Teilstücken Tempo 70 oder sogar 50 gilt, darf in umgekehrter Richtung bis zu 100 km/h gefahren werden. Das animiere viele Autofahrer dazu, kräftig aufs Gaspedal zu treten. In den vergangenen Jahren habe es im Kurvenbereich vor dem Ortseingang viele Unfälle gegeben. Bürger fordern eine Einschränkung der Geschwindigkeit.

 

Wenn der Navi durch Rödgen leitet

 

H. Krebs zählt zu den Anwohnern hinter dem Ortseingang. »Ich erkenne die Fahrer schon an kaputten Auspuff-Anlagen, los geht das Ganze schon um 4.30 Uhr in der Früh«, sagt er. »Wenn im Sommer Quads und Motorräder dazukommen, wird man des Öfteren auch mitten in der Nacht aus dem Schlaf geschreckt.« Die Straße sei Tag und Nacht stark frequentiert. »Das Navi leitet Lkw-Fahrer ab Dorheim durch Schwalheim und Rödgen zur B 3-Auffahrt in Rödgen«, erklärt Ortsvorsteherin Babitz-Koch. »So ist auch tagsüber jede Menge Verkehr zu verzeichnen.«

Ich erkenne die Fahrer schon an kaputten Auspuff-Anlagen, los geht das Ganze schon um 4.30 Uhr in der Früh

Anwohner H. Krebs

»Sattelzüge mit Hängern, Speditionen oder Raser – auch die Bauern weiter oben haben Schwierigkeiten, aus ihren Höfen zu kommen«, ergänzt Krebs. »Jeder nutzt die Kreisstraße, obwohl es eine Umgehungsstraße gibt.« Eingespart würden dadurch vier Ampeln, längst habe sich dadurch ein starker Berufsverkehr entwickelt.

Der weite Blick in den Ort Richtung Rathausstraße animiere außerdem zum Rasen. Hier sei innerorts alternierendes Parken eingeführt worden, aber es fehle das Schild 30 km/h. Nach wie vor dürfe man dort bis zur nächsten Kurve 50 fahren. »Vor gut zwei Jahren wurde als erste Maßnahme das alternierende Parken in der Rödger Hauptstraße auf Wunsch des Ortsbeirats umgesetzt«, sagt Babitz-Koch, die diesbezüglich auch die Situation in Höhe des Spielplatzes anspricht. »Leider ist dadurch keine große Tempo-Einschränkung zu beobachten«, bedauert sie. »Der andere Bereich Rödger Hauptstraße- Brückenstraße erhielt 2017 die gleiche Maßnahme.« In diesem Bereich gelte auch Tempo 30. Der Ortsbeirat werde das Problem auf Wunsch einiger Anwohner und vieler Eltern mit Kindern daher in der nächsten Sitzung wieder aufgreifen.

 

Klage über ausfallende Autofahrer

 

Auch werde dringend um eine Prüfung seitens der Stadt und von Hessen Mobil gebeten. Wünschenswert seien weitere Tempo-Reduzierungen, erforderlich sei eine 30-km/h- Regelung auf beiden Seiten vom Ortseingang bis zum ehemaligen Rathaus, aber auch in Höhe der Rad- und Fußwegkreuzung der K 173 am Ortseingang in Höhe der Mühlgasse sowie im Bereich des Römerhofs (Kreuzung zum Spielplatz). »Auch sollte der Lkw-Verkehr nachts gesperrt und nur für Anlieferungen freigegeben werden.« Der hat laut einer weiteren Anwohnerin bereits Spuren hinterlassen: »An unserem Haus sind durch den starken Lastwagen-Verkehr und die damit verbundenen Erschütterungen schon Risse entstanden«, erklärt die Frau.

Das Überqueren der Straße falle schwer. »Spricht man die Autofahrer anschließend auf das Tempo an, werden die noch frech.« Mancher zeige sich aber auch einsichtig. Das Problem betreffe alle, die entlang der Straße wohnen. Eine Kamera habe leider keinen Erfolg gezeigt. Auch das Tempo-30-Schild, das wenige Meter vor dem Ortseingang angebracht worden sei, zeige keine Wirkung. »Da wollte ein netter Mensch dazu beitragen, den Verkehr zu beruhigen«, sagt Krebs. Längst sei den Autofahrern aber bekannt, dass dieses Schild keine offizielle Einschränkung sei.

Info

Viele Schritte bis zum Ziel

Die Ortsvorsteherin hofft, dass sich angesprochene Raser einsichtig zeigen und das Tempo reduzieren, ehe neue Entscheidungen umgesetzt werden. Bis dies geschehen kann, bedarf es vieler Schritte. Dazu zählen Anträge, Prüfungen und Geschwindigkeitsmessungen einzelner Streckenabschnitte, Gutachten zu möglichen Schäden oder die Klärung von Unfallschwerpunkten. (cor)

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