Rosenschau Steinfurth

150 Jahre Rosenanbau: Von Schultheis bis Prinz Harry – Mit Bildergalerie

Die Rosenschau kann 2018 nur ein Motto haben: 150 Jahre Rosenanbau in Steinfurth. Etliche Floristen haben ganze Arbeit geleistet, doch auch Gäste aus Asien liefern einen wichtigen Beitrag.
13. Juli 2018, 05:00 Uhr
Floristen legen an die Rosenschau letzte Hand an. (Foto: Nici Merz)

Die Rosenschau ohne einen Beitrag von Christian Schultheis – undenkbar. Waren es doch seine Urahnen, die 1868 den ersten Rosenanbaubetrieb Deutschlands in Steinfurth gegründet haben. Schultheis kümmert sich am Donnerstag mit seinen Kollegen aus dem Dorf auf der Galerie des Rosensaals um den Aufbau der Sortenschau, mit der die Vielfalt des Anbaus in Steinfurth dokumentiert wird.

 
Fotostrecke: Vorbereitung der Rosenschau in Steinfurth

Unten im Saal haben Werner Paizdzior, Leiter des Grünberger Bildungszentrums Floristik, und seine 16 Mitarbeiter das Sagen. Ein Tag vor der Eröffnung der Rosenschau ist die Vorbereitung ungewöhnlich weit fortgeschritten. Das Motto lautet 2018 natürlich »150 Jahre Rosenanbau in Steinfurth«. Paizdzior und sein Team hatten lange gegrübelt, auf welche Art dieses Jubiläum in eine farbenfrohe Schau mit dem gewissen Etwas umgesetzt werden kann. »Wie stellt man 150 Jahre Rosenanbau dar? Ich habe ab 1868 alle zehn Jahre ein Ereignis rausgesucht, das international oder lokal von großer Bedeutung war«, erzählt Paizdzior.

1958: Elvis in Steinfurth

Das Ergebnis lässt sich sehen. 16 Tische sind auf unterschiedliche Weise dekoriert und mit insgesamt 40 000 Rosen geschmückt. Stars and Stripes fehlen ebenso wenig wie der Eiffelturm oder VW-Reifen. Los geht’s mit dem Jahr 1868 und der Gründung des Rosenhofs Schultheis. Dafür stehen Gestecke im viktorianischen Stil, der damals angesagt war.

Weitere Beispiele: Der Tisch von 1918 symbolisiert die Gründung des Freistaats Bayern, 1938 wird der erste VW Käfer produziert, zehn Jahre später versorgt die Luftbrücke Berlin und 1958 ist Elvis in Steinfurth zu Gast. Auf Info-Zetteln kann der Besucher nachlesen, welches Ereignis aus welchem Jahr auf dem jeweiligen Tisch dargestellt wird.

Strauß aus 2018 roten Rosen

»Blüten satt« sind auf der langen Tafel zu sehen, mit der die Zeitreise endet und die für die Hochzeit von Prinz Harry in diesem Jahr steht. »Rosen en masse, das ist schon dekadent. Aber das verbinden viele Leute mit dem Fest«, sagt Paizdzior. Mitten im Saal steht deshalb auch ein riesiger »Blumenstrauß« mit 2018 Blüten der Sorte »Red Naomi«, die derzeit sehr angesagt ist.

Nachwuchsfloristen aus Südkorea verleihen der Rosenschau auch 2018 einen asiatischen Touch. Sie absolvieren gerade ein zweiwöchiges Seminar in der Grünberger Schule. »Die 28 jungen Leute machen hier ihre Praxisprüfung«, sagt der Schulleiter. Erstaunlich, was dabei entstanden ist. In Tische, die in der Mitte ein quadratisches Loch haben, wurden fast zwei Meter hohe Ranksäulen mit Blumenschmuck gestellt. Nicht nur Rosen und passende Accessoires, auch andere Blumen wie Orchideen haben Verwendung gefunden.

Koreanischer Trauerschmuck

An diesen Tischen, die im Hof und Garten des Rosensaals stehen, finden Besucher Ruhe vom Festtrubel. Zudem gestalten die Gäste aus Fernost die mit Brautkleidern versehenen Schaufensterpuppen auf der Galerie. Eine weitere Besonderheit stammt ebenfalls von einem Floristen aus Asien. Er ist dieser Tage in Frankfurt gelandet und hatte Chrysanthemen mit an Bord. Kombiniert mit Rosen ist ein typisch koreanischer Trauerschmuck entstanden.

Traurig wird es bei der viertägigen Rosenschau, die heute um 17 Uhr eröffnet wird, ganz und gar nicht zugehen. Tausende von Besuchern werden eine bunte Vielfalt genießen können.

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