07. Oktober 2014, 17:48 Uhr

Keine Überschwemmung, aber neue Bänke und Bäume

Friedberg (jw). Der Elvis-Presley-Platz nimmt Formen an, aber was für welche: »Das läuft doch über!«, sagt ein Anwohner und deutet auf das Kopfsteinpflaster. Dort entsteht das Wasserspiel, Fontänen sollen einmal aus dem Boden schießen. »Dann wird die Kaiserstraße überschwemmt.« Was sagen die Fachleute?
07. Oktober 2014, 17:48 Uhr
Das Luftbild zeigt die verschiedenen Bereiche des Elvis-Presley-Platzes. (Foto: pv)

Warum es trotz niedriger Randsteine zwischen Platz und Kaiserstraße keine Falschparker geben wird, die dort kurz halten, wie hoch die Platanen werden und wie dieser Platz nun eigentlich heißt – diese und manch andere Fragen wurden am Montagabend beantwortet. Der Bauausschuss des Stadtparlaments informierte sich an Ort und Stelle.

Bürgermeister Michael Keller wies auf die Grundelemente des Platzes hin: Laufzonen entlang der Geschäfte mit barrierefreien Kunststeinen, dazu im Süden und Norden zwei Flächen mit Natursteinen, um der historischen Bedeutung des zentralen mittelalterlichen Marktplatzes gerecht zu werden. Natursteine markieren auch das Wasserspiel, dazu kommen 18 Baumscheiben, rechteckige Auslassungen, in denen im Frühjahr Platanen gesetzt werden. Unter den Bäumen liegt eine vier Meter dicke Schicht Pflanzerde.

Die Bäume sollen nicht höher als fünf bis sechs Meter werden, sie werden jährlich geschnitten, haben keinen flachen Schirm, sondern eine kastenförmige Krone. Die wird von einer Bodenlampe angestrahlt. Überhaupt steckt nicht nur das meiste Geld dieser Baumaßnahme unter der Erde, sondern auch jede Menge Technik. Zwei große Senk-Elektranten (das Pendant zum Wasser spendenden Hydranten) und 15 kleinere Anschlüsse namens »Piccolino« sorgen für Strom, der etwa von Marktbeschickern benötigt wird, und auch wenn als Gegenpol zum Café Rund im südlichen Teil ein zweiter Pavillon errichtet würde, liegen Strom-, Gas- und Wasserleitungen bereits unter der Erde.

Wasserspiel mit Schlitzrinnen

Entlang der Kaiserstraße in Höhe der Natursteinbeläge wird eine Ligusterhecke gepflanzt, Falschparken ist dort also gar nicht möglich. Auf der anderen Seite, entlang der Geschäfte, verläuft ein Streifen aus Natursteinen. Dort sowie unter den Platanen sollen Bänke aufgestellt werden, aus massiven Holzbohlen und »mit einer klaren Formensprache«, wie Hans-Walter Hilgen vom Stadtbauamt sagte. Er und seine Kollegen Tobias Kolckhorst, Michael Leicht und Andreas Eigelsheimer sowie Amtsleiterin Dr. Christiane Pfeffer informierten über weitere Details, von der Form der Mülleimer (mit Aschenbecher) bis zu den Schlitzrinnen rund um das Wasserspiel. Die nämlich sollen verhindern, dass das Wasserspiel die Kaiserstraße überflutet. Unter den Metallbändern läuft eine schmale Betonrinne, durch die das Wasser zu einem unterirdischen Behälter gelangt, der auch das übrige Wasser, das über die Baumscheiben versickert, auffängt.

Nichts Neues gibt es zum Pleezbrunnen zu sagen. Der 18 Meter tiefe Schacht wird zunächst abgedeckt, ob dort ein historischer Brunnen aufgebaut wird, soll später entschieden werden. Zusammen mit der Kreisarchäologie war angedacht, den Aufbau des ehemaligen Katharinenbrunnens, der derzeit im Hof des Wetterau-Museums steht, auf dem direkt vor dem Hotel Trapp befindlichen Brunnenschacht zu montieren.

Der neue Brunnen (von den alten trennt sich die Stadt gerade weitgehend) wäre 2,50 bis 3 Meter hoch und stünde am Eingang der Wolfengasse, über deren Zukunft auch noch nicht entschieden ist. Derzeit ist sie wegen der Bauarbeiten gesperrt, ein Testlauf für eine mögliche Fußgängerzone. Das Problem ist der Verkehr, der vom Stadtkirchen-Parkplatz abfließt. »Vor der Sparda-Bank und dem Wetterau-Museum gibt es erhebliche Probleme«, sagte Bürgermeister Keller. Das Stadtbauamt und die Baufirmen scheinen indes nicht so ganz an die Fußgängerzone zu glauben: Am Eingang der Wolfengasse steht bereits ein neuer Mast für eine Fußgängerampel, die nicht benötigt würde, wenn dort keine Autos mehr fahren. Bleibt die Frage aller Fragen, die den Zaungästen der öffentlichen Sitzung unter den Nägeln brannte: Wie heißt der Platz eigentlich? Gibt’s schon eine Entscheidung? Nein, nur soviel: Die Bezeichnung Elvis-Presley-Platz fiel vor Ort kaum bis gar nicht, dafür öfter mal der Name Platanenplatz. »Und das, obwohl die Platanen noch gar nicht gepflanzt sind«, wie Bürgermeister Keller amüsiert feststellte. Auch er sprach übrigens vom Platanenplatz.

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