19. September 2013, 16:48 Uhr

Offenheit bis unter die Decke: JPRS hat neuen Eingang

Friedberg (jw). »Lach kaputt, was dich kaputt macht!« Diese Abwandlung eines 68er-Spruchs hat die Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) auf das Titelblatt ihrer Infobroschüre gedruckt. Mit einer verstaubten, beton-grauen Berufsschule alter Sorte hat die JPRS schon lange nichts mehr zu tun.
19. September 2013, 16:48 Uhr
Schlüsselübergabe (v. l.): Landrat Joachim Arnold, Handwerkskammer-Präsident Klaus Repp, Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel, komm. Schulleiter Maximilian Philipp, Schulsprecher Tobias Pipp und Leitender Schulamtsdirektor Manfred Klebe. (Foto: pwz)

Ein »offenes Aufeinanderzugehen« werde an der Schule gelebt, sagt der kommissarische Schulleiter Maximilian Philipp. Seit einiger Zeit sind auch die räumlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Am Mittwoch wurde der neue Eingangsbereich eingeweiht. Die JPRS ist nun die erste Schule mit einem Frontoffice, sprich einem offenen Sekretariat.

Bei so viel Offenheit darf natürlich die Decke des neuen Foyers nicht komplett abgehängt sein. Die sichtbaren Rohrleitungen und Kabelkanäle dienen als Anschauungsmaterial und wirken, wie der Schuldezernent und Elektromeister Helmut Betschel-Pflügel feststellt, als Inspiration. An den Wänden sind Sitzecken und Tischgruppen platziert, eine Fotoausstellung ist aufgebaut und rechter Hand führt der Weg ins neue Medienzentrum. Damit werde der Unterrichtsgedanke der JPRS maßgeblich unterstützt, sagt Philipp: selbst verantwortetes Lernen, Teamarbeit und die Nutzung neuer Medien.

Im Medienzentrum gibt es acht Arbeitsplätze mit Internetanschluss, eine interaktive Whiteboard, um Präsentationen zu üben, Bücher, Videos, Arbeitstische, eine große Sofaecke und die Schreibtische der Mitarbeiterinnen Susanne Hansen und Nicole Sczepan. Ein einladendes Ambiente. Kernstück des neuen Eingangsbereichs ist das Frontoffice. Hier wurde ein Teil des Sekretariats ausgelagert, eine Empfangstheke vor dem Büro ist die erste Anlaufstelle für Schüler und Besucher, wo viele Dinge unbürokratisch geregelt werden sollen. »Das funktioniert wunderbar«, sagt der Schulleiter.

Metallwerkstatt wird modernisiert

Vor fünf Jahren starteten die umfangreichen Sanierungen und der Umbau des Gebäudekomplexes. Die Wingertschule war nach Bad Nauheim gezogen, die Volkshochschule und die benachbarte Helmut-von-Bracken-Schule bekamen Räume, die JPRS selbst wurde zum größten Einzelprojekt im Schulbausonderprogramm des Wetteraukreises. Die Kosten für den C-Riegel, der nun saniert wurde, belaufen sich auf 700 000 Euro. Und es geht weiter mit der Sanierung, wie Landrat Joachim Arnold bei der Feierstunde sagt. Im Herbst beginnen in der Metallwerkstatt der Schule die Modernisierungsarbeiten. Die Projektsteuerung liegt beim Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft des Kreises.

Die Schulband unter Leitung von Vertrauenslehrer Bernd Ritter (der optisch und musikalisch an die Bluesrocker von ZZ Top erinnert) hat gerade »Summer of ’69« von Brian Adams gespielt, doch der Landrat will in seiner Ansprache lieber nach vorne schauen: »Ihnen steht die Welt beruflich offen, Sie werden alle gebraucht«, sagt er zu den Schülern und erwähnt den demografischen Wandel. Betschel-Pflügel, ebenfalls von der Band inspiriert, verrät, dass er und Handwerkskammer-Präsident Klaus Repp in der Zeit der Hippies die JPRS besucht haben. Ohne das duale System der beruflichen Ausbildung, das damals begonnen wurde, stünde das deutsche Handwerk nicht an der Spitze Europas.

Die Aussichten auf eine Anstellung nach der Lehre seien übrigens noch nie so günstig gewesen, wie jetzt, sagt Repp. Nur: Die Schüler müssten sich reinhängen und weiterlernen. »Das Lernen hört mit der Gesellenprüfung nicht auf.« Und nach dem Meister kann man immer noch studieren. Den symbolischen Schlüssel überreicht Betschel-Pflügel zusammen mit seinen Vorrednern und dem Leitenden Schulamtsdirektor Manfred Klebe dann an Schulsprecher Tobias Pipp. Schließlich wurde die Schule in erster Linie für die Schüler umgebaut. Die zeigen denn auch gleich, was sie gelernt haben: Die Azubis des Fleischer- und Bäckerhandwerks geben Gulaschsuppe und Brötchen aus, alles selbst gemacht und sehr lecker.

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