23. Juli 2013, 19:18 Uhr

Urlaub für Hund und Herrchen

Friedberg/Wetteraukreis (ini). Für viele sind Hunde des Menschen liebster Freund. Und seinen liebsten Freund möchte man auch gerne mit in den Urlaub nehmen. Doch es gibt manches zu beachten, wenn der geliebte Vierbeiner die Ferien mit Frauchen und Herrchen in fremden Gefilden verbringen soll.
23. Juli 2013, 19:18 Uhr
Wie im Hotel: In der Hundepension Waldhof von Birgit Holzknecht gibt es zur Abkühlung einen Pool. (Foto: ini)

Schon beim Kauf eines Tieres sollten die zukünftigen Besitzer an ihre Urlaubsplanungen denken. Nicht jeder Hund verreist gerne, manche Länder, vor allem außerhalb Europas, sind auch weniger gut für »Hundebesuche« geeignet. Besonders für alte und kranke Tiere kann eine Urlaubsreise schnell zu einer großen Belastung werden.

»Viele Leute machen sich Gedanken, ob sie ihren Hund mitnehmen oder in einer Pension unterbringen sollen«, weiß Birgit Holzknecht von der Hundepension Waldhof. Zwischen Nieder-Wöllstadt und Okarben hat die frühere stellvertretende Tierheimleiterin auf einem Aussiedlerhof 2008 eine kleine Hundepension eingerichtet. Hier haben die Tiere viel Auslauf, Schatten und sogar ein Wasserbecken zur Abkühlung. Urlaubsatmosphäre pur.

»Die Nachfrage in den Sommerferien ist groß, außerhalb der Ferien unkompliziert«, sagt Holzknecht. Wer also seinem Hund Urlaub mit Artgenossen gönnen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden. Nicht nur im Waldhof, auch in den anderen Tierpensionen sind die Plätze in den Ferien knapp. Für Holzknecht sind die einzigen Voraussetzungen, dass der Hund menschenverträglich ist und sich wohlfühlt. Versteht er sich mit Artgenossen, umso besser. Selbstverständlich muss das Tier geimpft, entwurmt und parasitenfrei sein.

Wer sein Tier mit auf die Reise nehmen möchte, sollte auch das rechtzeitig im Voraus planen. Wohin soll die Reise gehen? Wie wird angereist? Sind Tiere willkommen? Alles wichtige Fragen, die geklärt werden müssen.

Zum Urlaubsziel: »Im EU-Ausland braucht ein Hund den EU-Heimtier-Ausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung«, erklärt Oliver Poscich. »Jedes Land hat aber besondere Vorschriften und rechtliche Vorgaben. Die muss man vorher klären.« So gibt es Länder mit Leinenzwang, etwa Schweden oder Norwegen, oder Maulkorbpflicht wie Portugal. Besondere Vorsicht sei in südlichen Ländern, auch der EU, geboten. »Dort gibt es wirklich schlimme Krankheiten, die dem Hund das Leben kosten oder ihn für immer krank machen können«, betont der Friedberger Tierarzt und nennt unter anderem Herzwürmer und Leishmaniose. Mit Impfungen könne vorgebeugt werden, doch müssten diese rechtzeitig begonnen werden. Auch sollte der Kontakt mit einheimischen Hunden vermieden werden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. »Gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt«, rät Poscich allen Hundebesitzern, die mit Tieren auf Reisen gehen wollen.

Am flexibelsten reist es sich mit dem eigenen Auto. Dann können Pausen nach den Bedürfnissen von Herrchen und Hund eingelegt werden. Regelmäßige Pausen sind auf jeden Fall ratsam, damit sich alle Reisenden die Füße vertreten können. Am sichersten wird der Hund in einer ausreichend großen Transportbox transportiert. An die sollte er sich vorher gewöhnen. Auf jeden Fall sollte er im Auto gesichert sein. Reiseübelkeit kann auch Tiere plagen. Dann können Medikamente helfen. Zur Vorbeugung sollte der Hund vor Reiseantritt kein oder nur wenig Futter erhalten, aber genügend trinken.

Fliegen ist häufig mit besonderem Stress für die Tiere verbunden. Nur kleinere Hunde dürfen mit Transportbox in die Passagierkabine mitgenommen werden, alle anderen reisen im Frachtraum. »Fragen Sie die Bedingungen bei der Fluggesellschaft nach, denn jede hat ihre speziellen Vorgaben«, rät Poscich. Gleiches gilt für Fähren. Oft müssen dort die Hunde im Auto oder in einem Zwinger bleiben. Die Box sollte mit einer saugfähigen Unterlage ausgelegt sein, falls ein Missgeschick passiert.

Mitnehmen sollten Hundebesitzer die Lieblingsdecke oder das Lieblingsspielzeug. Außerdem ist eine zusammen mit dem Tierarzt erstellte Reiseapotheke ratsam, vor allem bei Hunden, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Wasser- und Futternapf gehören ebenso in das Reisegepäck wie Flohhalsband, Utensilien zur Körperpflege und Daten zur Hundehaftpflichtversicherung. Am Halsband sollte ein Namensschild mit der kompletten Heimadresse und Telefonnummer angebracht sein.

Schon vor der Buchung sollte geklärt werden, ob Hunde in der Unterkunft willkommen sind. Es gibt mittlerweile spezielle tierfreundliche Hotels und Ferienwohnungen. Aber auch die kulturellen Eigenheiten im Urlaubsland sind zu beachten. Dazu gehört etwa die generelle Freundlichkeit zu Tieren, aber auch ob der Hund mit an den Stand darf oder im Zimmer bleiben muss. Ein Urlaub mit Hund will gut überlegt und geplant sein.

Weitere Auskünfte für Reisevorbereitungen mit dem Tier gibt es zum Beispiel auf den Internetseiten www.tierschutzbund.de, www.hunde.de, www.petsontour.de sowie unter www.mit-hund-und-kegel.de.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Herrchen
  • Tierärztinnen und Tierärzte
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.