29. November 2012, 12:33 Uhr

»Der schlechteste Fußballplatz im Kreis«

Friedberg (chh). 300 aktive Fußballer des FC Olympia Fauerbach tummeln sich regelmäßig auf dem Fußballplatz Elachfeld. Allein 200 Jugendliche treten dort regelmäßig gegen den Ball – und leider auch in den Rasen. Denn der Platz ist in einem miserablen Zustand, laut FCO-Vorsitzendem Michael Richly ist das Elachfeld sogar der schlechteste Sportplatz im gesamten Wetteraukreis.
29. November 2012, 12:33 Uhr
Sobald es regnet, steht das Elachfeld in Fauerbach unter Wasser. Wegen des Schlamms und der Pfützen müssen immer wieder Spiele abgesagt werden. Außerdem herrsche eine große Verletzungsgefahr.

Diesen Missstand will der Verein ändern. Denn sonst stehe die Existenz des gesamten Vereins auf dem Spiel.

»Unser Fußballplatz ist tot!«, prangt in großen Lettern auf einem Flyer, der derzeit in Fauerbach kursiert. Verteilt hat ihn die Jugend des FC Olympia Fauerbach. Der Verein, der in diesem Jahr seinen 103. Geburtstag gefeiert hat, macht sich Sorgen um seine Existenz. »Die Drainage ist kaputt, sobald es regnet, steht der Platz unter Wasser«, ärgert sich FCO-Vorsitzender Michael Richly.

Nicht nur, dass wegen der schlechten Platzverhältnisse regelmäßig Spiele abgesagt werden müssten – zum Beispiel die Donnerstag-Begegnung der 2. Mannschaft gegen den VFB Petterweil –, die Pfützen und Löcher auf dem Platz bürgen auch ein extremes Verletzungsrisiko. Um die Situation zumindest kurzfristig zu entschärfen, habe der Verein in den vergangenen drei Jahren 15 000 Euro in die Sanierung gesteckt. »Doch das verpufft alles. Nach spätestens acht Wochen ist der Platz wieder so kaputt wie vorher«, sagt Richly frustriert. Denn auf dem Platz tummeln sich regelmäßig 300 Spieler, 200 alleine aus den zwölf Jugendmannschaften.

In der Woche wird 18 Stunden lang trainiert, in jeder Einheit sind bis zu 90 Spieler auf dem Platz. Hinzu kommen rund 200 Spiele pro Saison. Neben der starken Belastung sei auch der alte Schlackeuntergrund ein großes Problem. Das sieht auch Bürgermeister und Sportdezernent Michael Keller so. »Die Böden sind vor Jahrzehnten durch die alte Zuckerfabrik entstanden.« Die Stadt als Eigentümer pflege den Platz zwar optimal, an dem harten Boden könne man jedoch nichts ändern. »Der Platz kommt an seine Grenzen – vor allem im Herbst und im Winter«, sagt Keller.

FCO-Vorsitzender Richly weiß das, er plädiert daher für den Bau eines Kunstrasenplatzes auf dem Elachfeld. Zudem müsse ein zweiter kleiner Platz gefunden werden, auf dem die Spieler trainieren können. »Das wäre die beste Lösung.« Laut Keller ist ein Kunstrasenplatz zumindest eine Möglichkeit, die er als Sport- und Baudezernent mit seiner Verwaltung geprüft hat. Demnach koste der Umbau knapp 1 Million Euro. »Denn bei einem Kunstrasenplatz müssen wir auch einen Lärmschutz einplanen, da das Elachfeld mitten im Wohngebiet liegt. « Darüber hinaus sei geprüft worden, ob es einen anderen Ort innerhalb Faucherbachs gibt, wo ein neuer Platz entstehen könne. Ohne Erfolg: »Allein wegen der Überschwemmungsgebiete der Usa gibt es keinen alternativen Platz«, sagt Keller. Eine dritte Überlegung sei, den FCO in der Friedberger Kaserne unterzubringen. Dort soll eine neue Sportanlage so groß wie das Burgfeld entstehen. Für Richly keine Option. Er beharrt darauf, dass das Spielfeld in Fauerbach bleibt. Für Keller ist der Wunsch des Vereins verständlich, »ob die Gremien das jedoch genauso sehen, wird sich zeigen«.

Besagten Gremien sollen die drei Überlegungen am 11. Dezember vorgestellt werden. Kosten oder ein genauer Zeitpunkt sollen dabei noch keine Rolle spielen, betont Keller. Auch der FCO wird am 11. Dezember ins Rathaus kommen und auf sein Problem aufmerksam machen. Denn für Richly geht es bei der Sache um mehr als nur Fußball. »Der FC Olympia hat auch eine soziale Verantwortung«, betont er. Der Verein leiste Integrationsarbeit von Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen Schichten, er vermittle Werte wie Respekt, Fairness, Teamgeist und Konfliktfähigkeit. Richly ist überzeugt: »Der Verein hat eine herausragende soziale und kulturelle Bedeutung für Fauerbach.«

Das sehen wohl auch viele Fauerbacher so. Der Verein sammelt gerade Unterschriften für sein Anliegen. In der vergangenen Woche haben bereits 1000 Leute ihren Namen auf die Liste gesetzt. Damit der FCO weiterleben kann – auch wenn der Fußballplatz tot ist.

Schlagworte in diesem Artikel

  • FC Olympia Fauerbach
  • Fußballfelder
  • Fußballspieler
  • Gremien
  • Michael Keller
  • Olympiade
  • Soziale Verantwortung
  • Sportplätze
  • Vereine
  • Überschwemmungsgebiete
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.