04. November 2012, 15:23 Uhr

»Friedberg gruselt«: Tanzeinlage als Höhepunkt

Friedberg (lod). 280 Tänzerinnen und Tänzer haben am Samstagabend für den Höhepunkt bei der Neuauflage von »Friedberg gruselt« gesorgt, das alljährlich von der Aktionsgemeinschaft Friedberg hat’s in der Innenstadt veranstaltet wird. Sie organisierten einen »Flashmob«, sperrten die Kaiserstraße und tanzten zum Hit »Thriller« von Michael Jackson.
04. November 2012, 15:23 Uhr
Jenny Reid tanzt mit 280 Teilnehmern beim Flashmob zu Michael Jacksons »Thriller« mitten auf der Kaiserstraße. (Fotos: lod)

Genau um 21 Uhr wurde die Kaiserstraße ab der Wolfengasse bis zur Burg für den Autoverkehr gesperrt. Blitzschnell wurde 50 Meter hinter der Einmündung der Wolfengasse in die Kaiserstraße ein kleines Podest mitten auf die Fahrbahn gestellt, eine Musikanlage aufgebaut und man montierte zwei Scheinwerfer. »Ich war dabei«, konnten die Besucher auf vielen T-Shirts lesen. Es sprach sich schnell herum, was bevorstand: Die Tanzschule Wehrheim-Gierok und das Ballettstudio Rogoschinski hatten einen »Flashmob« organisiert.

Nachdem die Fahrbahnfläche Richtung Burg von den Zuschauern »befreit« worden war, nahmen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Aufstellung, viele gruselig geschminkt. Prachtvoll bemalt war das Gesicht von Vortänzerin Jenny Reid von der Tanzschule Wehrheim-Gierok, die auf das Podest stieg. Pünktlich auf die Sekunde um 21.15 Uhr ertönte Michael Jacksons »Thriller« aus den Lautsprechern, alle tanzten die berühmte Choreografie des vor drei Jahren verstorbenen »King of Pop«.

Riesig war der Jubel, nachdem der letzte Ton verklungen war. Anschließend dauerte es einige Zeit, bis sich das Gedränge in diesem Bereich etwas gelichtet hatte. »Das war doch eine tolle Aktion«, freute sich Friedberg-hat’s-Vorsitzender Ulf Berger, der vom Verlauf des Abends, der sehr ruhig begonnen hatte, durchaus angetan war. »Es waren zwar weniger Menschen da als im letzten Jahr, doch angesichts des nasskalten Wetters sind wir zufrieden, auch mit dem Umsatz«, sagte der Inhaber von Lederwaren-Steck, der mehrere Kollegen befragt hatte. Tatsächlich herrschte gegen 20 Uhr in den Geschäften, von denen die meisten bis 22 Uhr geöffnet hatten, reger Betrieb.

Feuerzauber vor der Burg

Immerhin hatte es am späten Nachmittag aufgehört zu regnen – auch die von Lederwaren-Steck bestellten »Burning Dragons« konnten ihre Feuershow zweimal zeigen. Allerdings ging der erste Auftritt nicht auf drei Parkplätzen vor dem Lederwaren-Geschäft vonstatten, denn die Autofahrer hatten einfach das Halteverbot ignoriert. So sorgte das Duo mit Feuerrädern und Fackeln auf dem Bürgersteig für einen ersten »Fußgängerstau«. Zum größeren Feuerzauber kam es später vor der Burg.

Auch an den Essensständen war man zufrieden. »Das war völlig in Ordnung«, meinte Ali Kosel, dessen Nierenspieße der Renner waren. Das Essensangebot war so vielfältig wie nie zuvor. Neben Würstchen und Pommes konnten sich die Besucher mit Brezeln, Backfisch, Suppen, Crêpes oder Waffeln, die der Rotary-Club Bad Nauheim/Friedberg vor der Engel-Apotheke anbot, stärken. Dazu schmeckten Piemont-Weine, Cocktails, Kölsch und andere Biersorten vom Fass.

Waren am Anfang nur wenige Besucher kostümiert gekommen, so nahm deren Zahl im Verlauf des Abends deutlich zu. Eine der ersten war »Horrorfrau« Dagmara Swiercz aus Bad Nauheim, die mit Sohn Mateusz als Clown ein ungleiches Paar abgab und durch die Buchhandlung Bindernagel schlenderte. Hier stand Hexe Lea Herrmann vor einem großen Topf mit Kürbissuppe, die viele Abnehmer fand, trotz Leas Warnung: »Man sollte dieser Suppe nicht vertrauen.« In mehreren Geschäften gab es »Gruselrabatte« und andere Aktionen, auch das Foto-Shooting für alle Horrorgestalten im Kellergewölbe von Bürotechnik König. Schon der Abstieg über die ungleich hohen Naturstufen wurde für manchen Besucher ein Horrortrip. Den erlebten auch die Fotografen Mario Nahke und Thomsen Martin, denn eine ihrer Lampen sorgte für einen Kurzschluss und somit für vorübergehende Dunkelheit im »Horror-Keller«.

Trotzdem wurden schließlich an die 200 Horrorgestalten aufgenommen, so wie der vier Jahre alte Fin Wiltschek aus Ossenheim, samt seinem leuchtenden Kampfstab. Unter allen, die sich ablichten ließen, werden Preise verlost. Erstmals als »Gruft« präsentierte sich das Innere des Ticket-Shops. »Wir wollten mal was anderes machen«, erzählte Emlyn Baier. Der Laden war unter anderem mit künstlerisch gestalteten »Grabsteinen« von »Evil Presley« oder »James Dead« ausgestattet worden.

Für Unterhaltung war mit Poetry-Slam und Live-Musik gesorgt. Lena Noske und Andreas Arnold beleuchteten in ihrem Text Rotkäppchen und den Wolf von einer ganz anderen Seite. Gitarrist und Sänger Gregor gelang sein erster Konzertversuch bestens. Im Verlauf des Abends fanden sich mehrere Musiker zu einer Jamsession zusammen.

Auf den beiden Mauern vor dem Burgtor leuchteten wieder Hunderte von Kürbissen, die unter anderem in den Kindergärten hergestellt worden waren. Viele Bäume und so manches Geschäftshaus, aber auch das Alte Rathaus waren in farbiges Licht getaucht und versprühten eine besondere Atmosphäre.

Zum Abschlussfeuerwerk vor der Burg wurde es noch mal voller im nördlichen Teil der Kaiserstraße. Danach zog es die Mehrzahl nach Hause, die Betreiber der Stände begannen gleich mit dem Abbau, nur rund um die »Biergondel« vor der »Dunkel« wurde zur Partymusik noch etwas länger weiter gefeiert.

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