30. Mai 2012, 17:58 Uhr

Kalif kommt zur Moschee-Grundsteinlegung

Friedberg (har). Den 400 Mitgliedern der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde wird der 29. Mai 2012 lange in Erinnerung bleiben. An diesem Donnerstag wurde nicht nur symbolisch der Grundstein für die Moschee gelegt, sondern zu Gast war mit Hazrat Mirza Masroor Ahmad auch das religiöse Oberhaupt der Ahmadiyya-Gemeinde.
30. Mai 2012, 17:58 Uhr
Bürgermeister Michael Keller setzt unter den strengen Augen des fünften Kalifen Hazrat Mirza Masroor Ahmad (l.) einen der 23 Grundsteine für die Moschee. (Fotos: Schuchardt)

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gelände und auf dem Gelände waren enorm.

»Für uns ist das vergleichbar mit dem Besuch des Papstes für die Katholiken«, erklärte Mohammad Dawood Majoka, der Pressesekretär der deutschen Ahamadiyya-Gemeinden. Auch die Wetterauer Polizei war mit mehreren Beamten vor Ort. Schon eine halbe Stunde vor dem Eintreffen des Kalifen stellten sich die Mädchen auf, übten ihre Willkommensgesänge und schwenkten schwarz-rot-goldene Tücher.

Wenig später formierten sich auch die Jungen. Alle warteten gespannt auf den obersten Religionsführer, der schließlich um kurz nach 18 Uhr in einem Tross aus sieben Limousinen vorfuhr und nach dem Verlassen des Wagens von Waheed Ahmad Qamar, dem Vorsitzenden der Friedberger Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, dem Vorsitzenden der deutschen Sektion, sowie Bürgermeister Michael Keller begrüßt wurde.

»Gott ist groß!«, rufen die Männer

Danach ging es über den grünen Teppich direkt ins proppenvolle Männerzelt, während die Frauen und Kinder die Veranstaltung wenige Meter entfernt auf einem Bildschirm im Frauenzelt verfolgten. »Gott ist groß!«, riefen die Männer, als Hazrat Mirza Masroor Ahmad das Zelt betrat. Die Feier begann mit einer Koran-Rezitation in arabischer Sprache, die anschließend in Urdu, der pakistanischen Nationalsprache, und in Deutsch übersetzt wurde.

In seiner anschließenden Rede stellte Wagishauser dem hohen Gast zunächst kurz die Stadt vor und wies unter anderem auf die verschiedenen Kirchengebäude wie Stadtkirche und jüdische Mikwe hin. Wagishauser dankte Bürgermeister Keller, der sich sehr für den Bau der Moschee auf dem 2000 Quadratmeter großen Gelände eingesetzt habe.

»Sie sind ein langjähriger Begleiter unserer Gemeinde hier. Wir werden sie in unsere Gebete einschließen«, sagte Wagishauser. Da musste Keller doch etwas lächeln. In den Ahmadiyya-Gemeinden werde großen Wert auf eine »gute Erziehung unserer Kinder« gelegt. So besuchen derzeit 35 Kinder aus der kreisstädtischen Gemeinde ein Gymnasium.

In seinem Grußwort bezeichnete Bürgermeister Michael Keller den Bau einer Moschee als »einen doppelten Akt«. Dies sei zum einen der eigentliche Bau, zum anderen sei es aber auch ein »besonderer Vorgang für die Menschen, der seine Zeit braucht«.

»Tragen Sie Ihre Botschaft in die Stadt«

Die Planungen für einen Moscheebau habe die Gemeinde und auch ihn schon lange beschäftigt. »Wir müssen weg von den Hinterhof-Moscheen«, fordert der Bürgermeister. Jede Gemeinde brauche ein Haus, denn »ohne Haus ist keine Gemeinde lebensfähig«, sagte Keller. Er freue sich auf den Bau des »Hauses des Friedens«, gleichzeitig bedauere er aber etwas, dass aus planungsrechtlichen Gründen nur ein Bau im Gewerbegebiet möglich gewesen sei. »Tragen sie ihre Botschaft von hier herein in die Stadt«, appellierte Keller an die Gemeindemitglieder.

Hazrat Mirza Masroor Ahmad ging zu Beginn seiner Rede auf Kellers Ausführungen ein und freute sich sichtlich über die guten Beziehungen von Stadt und Gemeinde: »Das ist was sehr, sehr Gutes«. Er fügte hinzu: »Es gibt eine Rolle der Moschee in der Gesellschaft«. Die Ahamdiyya-Religion basiere auf den »schönen Lehren des Islams«. Dies seien »Brüderlichkeit, Liebe und Freude«, sagte der fünfte Kalif, der in England lebt.

Der Moscheebau werde dazu dienen, dass der Bekanntheitsgrad der Gemeinde größer werde. »Dann müssen sie vorsichtig sein und aufpassen, wie sie sich verhalten«, appellierte der Kalif an die Gemeindemitglieder und fügte hinzu: »Dann werden die Menschen hier sehen, wie die schönen Lehren des Islams aussehen«.

Humorvoll beendete der Kalif sein Ansprache: »Wenn sie, Herr Keller, uns mehr Grundstücke geben, dann bauen wir mehr Moscheen. Dann komme ich öfter.Da musste sogar der Simultan-Dolmetscher laut lachen. Jedenfalls versprach Ahmad, zur Eröffnung wiederzukommen – »so Gott es will«.

Danach wurden auf der Wiese insgesamt 23 Steine als Grundsteine gelegt. Den ersten setzte der Kalif, gefolgt von Wagishausen, Qamar und Bürgermeister Keller sowie weiteren Gemeindemitgliedern. Mit einem stillen Gebet endete die symbolische Grundsteinlegung, ist doch bisher nur die Bauvoranfrage genehmigt.

Minarett maximal neun Meter hoch

Ein Bauantrag wird derzeit vorbereitet. Der Baubeginn ist für das kommende Jahr vorgesehen. Neben zwei großen Gebetssälen, sind ein Büro, eine Küche und einen Technikraum geplant. Das Minarett wird nach den städtischen Vorgaben maximal neun Meter, die Kuppel 7,50 Meter und die Außenwände 4,50 Meter hoch sein. Die Moschee soll ausschließlich zu Gebetszwecken und zu Gemeindetreffen genutzt werden.

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