15. Juni 2011, 18:55 Uhr

Energieriese EnBW kauft den Friedberger Windpark

Friedberg (hed). Das im Besitz des Energieversorgers EnBW befindliche Atomkraftwerk Philippsburg I wird wohl nicht wieder angefahren, hieß es am Mittwoch. Nicht nur deshalb muss der Energieriese aus Baden-Württemberg in Alternativen investieren. Drei davon stehen zwischen Bruchenbrücken und Wöllstadt.
15. Juni 2011, 18:55 Uhr
Die Windräder zwischen Wöllstadt und Bruchenbrücken sollen sich ab nächster Woche für den Energiekonzern EnBW drehen. (Foto: nic)

Wie die Abo-Wind AG am Mittwoch mitteilte, hat die EnBW Erneuerbare Energien GmbH den umstrittenen Friedberger Windpark gekauft. Die drei kürzlich errichteten Anlagen sollen nächste Woche in Betrieb gehen. »Dafür muss aber genug Wind wehen, was derzeit nicht der Fall ist«, sagte Abo-Wind-Pressesprecher Alexander Koffka.

Schon im November hatte EnBW einen von Abo-Wind geplanten Onshore-Windpark im saarländischen Haupersweiler gekauft. Er wird derzeit gebaut und soll eine Leistung von 15 Megawatt haben. Die drei auf Friedberger Gemarkung stehenden Windräder vom Typ »Vestas V 90« hätten bei optimalen Windverhältnissen eine Leistung von sechs Megawattstunden, sagte Koffka. Damit könnten 3300 Haushalte im Jahr mit Strom versorgt und 9000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das hätten unabhängige - wenn auch von Abo-Wind in Auftrag gegebene - Gutachten ermittelt. Anderslautende Einschätzungen der Gemeinde Wöllstadt und der eigens gegründeten Bürgerinitiative »Lebensraum Wetterau«, wonach der Standort nicht profitabel sei, sind nach Ansicht von Koffka Unsinn. »Der Widerstand gegen die Anlagen war für potenzielle Käufer aus der Region natürlich eher abschreckend. Aber ein großer Energiekonzern wie EnBW guckt auf die nackten Zahlen - und die stimmen. « EnBW hat laut Pressemitteilung sein Portfolio im Bereich Windenergie (Onshore) seit 2009 von 28 auf rund 170 Megawatt erhöht. Bis zum Jahr 2020 will der drittgrößte deutsche Energieversorger den Anteil der Erneuerbaren Energien am Energiemix auf rund 20 Prozent erhöhen.

In den umstrittenen Windpark hat Abo-Wind knapp 10 Millionen Euro investiert. EnBW übernimmt nun die für das Projekt gegründete »Windpark Friedberg GmbH« als neuer Gesellschafter. »Es ist nicht der profitabelste Windpark, aber wir hatten auch schon Verlustgeschäfte - was in Friedberg nicht der Fall ist«, betonte Koffka. »Nüchtern betrachtet« sei die Wetterau ein guter Standort für Windräder. Gleichwohl könne er verstehen, dass einzelne gegen die Anlagen seien. »Ich verlange von keinem, dass er die Windräder schön findet, aber wenn man die Energieversorgung auf neue Füße stellen will, braucht man auch solche Standorte.« Für den Wiesbadener Windradbauer sei der sechs Jahre dauernde Streit um das Projekt aber kein Grund, nicht nach weiteren Flächen Ausschau zu halten.

Noch steht ein Urteil des Verwaltungsgerichts über die Wöllstädter Klage gegen die Baugenehmigung aus. Mit einer Entscheidung gegen Abo-Wind rechnet aber kaum jemand. Dass es noch ein Restrisiko gibt, dessen sei sich EnBW bewusst. Koffka: »Deren Rechtsabteilung sieht aber kein Problem.« Dennoch sei wegen der unklaren Rechtslage die Verhandlungsposition Abo-Winds nicht die beste gewesen, räumt der Pressesprecher ein.

Ausnahmsweise keine unangenehmen Fragen zu den Windrädern Bau der drei Windräder hat begonnen BI kämpft weiter: »Errichtet sind die Windräder noch nicht« Windräder dürfen gebaut werden

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