16. Dezember 2008, 19:22 Uhr

Außerordentlicher Baum mit langer Geschichte

Friedberg (gk). Wer auf der Straße von Fauerbach nach Bruchenbrücken unterwegs ist, kann sie kaum übersehen: die unweit der Görbelheimer Mühle auf einer kleinen Anhöhe stehende ehemalige Dorflinde des nach dem Bauernkrieg von 1525 aufgegebenen Ortes Görbelheim. Das Alter des stattlichen Naturdenkmals wird von Forstbiologen auf etwa 500 Jahre geschätzt. In Hessen existieren noch ganze fünf, im Bundesgebiet 40 Bäume im gleichen Alter - auch sie zum überwiegenden Teil Dorflinden. Die Görbelheimer Linde wurde nun durch Stahlstützen gesichert, Buschwerk wurde gerodet, nun steht sie wieder stattlich da und erfreut den Wanderer. Am Montag wurde die Baumsanierung in einer kleinen Feierstunde begangen.
16. Dezember 2008, 19:22 Uhr
Eine tafel auf einem Basaltfindling informiert über die Dorflinde.

Friedberg (gk). Wer auf der Straße von Fauerbach nach Bruchenbrücken unterwegs ist, kann sie kaum übersehen: die unweit der Görbelheimer Mühle auf einer kleinen Anhöhe stehende ehemalige Dorflinde des nach dem Bauernkrieg von 1525 aufgegebenen Ortes Görbelheim. Das Alter des stattlichen Naturdenkmals wird von Forstbiologen auf etwa 500 Jahre geschätzt. In Hessen existieren noch ganze fünf, im Bundesgebiet 40 Bäume im gleichen Alter - auch sie zum überwiegenden Teil Dorflinden. Die Görbelheimer Linde wurde nun durch Stahlstützen gesichert, Buschwerk wurde gerodet, nun steht sie wieder stattlich da und erfreut den Wanderer. Am Montag wurde die Baumsanierung in einer kleinen Feierstunde begangen.

Das von Stefan Kühn und seinem Bruder Uwe vor einigen Jahren gegründete Deutsche Baumarchiv mit Hauptsitz in Gießen verfügt über eine umfangreiche Dokumentation der 500 ältesten Bäume in Deutschland. Im Jahr 2000 hat Kühn den Naturführer »Unsere 500 ältesten Bäume« (BLV-Verlag) herausgegeben. Ein Bildband - »Deutschlands alte Bäume« - ist im vergangenen Jahr als erweiterte Neuauflage erschienen. Der Biologe Kühn gehört zu den führenden deutschen Baumexperten. Seiner Initiative, die von der Stadt Friedberg und der Hessischen Stiftung Naturschutz unterstützt wurde, ist die Sanierung und Sicherung des Görbelheimer Baumriesen zu verdanken. Sie wurde am Montagnachmittag im Beisein von Bürgermeister Michael Keller mit der Setzung eines Basaltfindlings, auf dem eine Tafel mit Informationen angebracht ist, im Rahmen einer kleinen Feier bei strahlendem Sonnenschein beendet.

Schutz für Naturdenkmal

Der Baum musste zunächst von allerlei Buschwerk und Unterholz befreit werden, um wieder frei »atmen« zu können. Danach galt es, zwei zentnerschwere Äste durch auf Betonfundamenten ruhende Stahlträger zu sichern. Diese Arbeiten wurden vom Friedberger Gartenbaubetrieb Funk und der Firma Heller Metallgestaltung ausgeführt. »Naturdenkmale sind ebenso schützenswert wie unser kulturelles Erbe«, sagte Bürgermeister Keller. In Kalifornien habe er vor riesigen, bis zu 2500 Jahre alten Sequoya-Eichen gestanden und sich sehr klein dabei gefühlt. Die Sicherung der Görbelheimer Linde sei ohne das Zusammenwirken der beteiligten Firmen mit dem Initiator Stefan Kühn nicht möglich gewesen. Keller: »Außerordentlich, was hier gemacht wurde.«

Im ehemaligen Großherzogtum Hessen-Darmstadt habe es bereits im Jahr 1902 ein erstes Gesetz zur Pflege und Erhaltung von Naturdenkmalen gegeben, erläuterte Kühn. Alte Bäume seien immer auch Kulturdenkmale, die vom Leben der Menschen in vergangenen Jahrhunderten erzählen. Nicht zuletzt erinnerten sie daran, dass der Mensch nicht Krone der Schöpfung, sondern deren Teil sei. Etwa 20 Gäste ließen sich anschließend Gebäck und mehrere Sorten wohlschmeckenden Tees munden.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bruchenbrücken
  • Bäume
  • Linde
  • Michael Keller
  • Naturdenkmale
  • Wanderer
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.