21. November 2008, 17:08 Uhr

Banker nehmen auf Bänken Platz

Friedberg (pm). Eigentlich fahren stündlich viele Autos über die Kaiserstraße. Doch am Mittwoch mussten die Autos anhalten. Männer und Frauen tragen eine alte, dunkle Holzbank auf den Schultern. Sie stellen die Bank auf die Fahrbahn und blockieren den Verkehr. Eine Menschentraube nähert sich der Bank.
21. November 2008, 17:08 Uhr
Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender vorneweg, die Bankträger und Schüler des Burggymnasiums hinterher: die Aktion des Kunstvereins in dieser Woche. (Foto: pv)

Friedberg (pm). Eigentlich fahren stündlich viele Autos über die Kaiserstraße. Doch am Mittwoch mussten die Autos anhalten. Männer und Frauen tragen eine alte, dunkle Holzbank auf den Schultern. Sie stellen die Bank auf die Fahrbahn und blockieren den Verkehr. Eine Menschentraube nähert sich der Bank.

Eine Frau mit rotem Overall und roten Haaren fragt eine ältere Dame: »Wollen sie sich setzen?« Die Dame schüttelt den Kopf, setzt sich dann doch und streckt die Beine aus. Während Autofahrer hupen, klopft die rote Frau an die Autoscheiben und verteilt Zettel.

Romana Menze-Kuhn ist eine Künstlerin aus Eschborn. »Ich möchte eine Irritation schaffen und damit die Gedankengänge der Menschen anregen«, sagt sie.

Schon heben die starken Männer die Bank wieder auf die Schultern und tragen sie weiter. Bis zu einer Geldbank. Eine Schiebetür öffnet sich. Die Angestellten in der Bank schauen zur Bank. Menze-Kuhn lädt die Banker ein, sich auf der Bank zu setzen.

Alles ist eine Inszenierung des Kunstvereins Friedberg zusammen mit den Schülern des Burggymnasiums. »Die Kirchenbank aus der Burgkirche ist Teil der Ausstellung «um raeume n»«, erläutert Joachim Albert, Vorsitzender des Kunstvereins Friedberg. »Menschen,« so meint er weiter, »sollen sich mal setzen und über die Welt nachdenken.«

Die Kirchenbank steht nun in den Räumen des Kunstvereins. Seit dem gestrigen Freitag beginnt die eigentliche Inszenierung auch in der Burgkirche. »Wir haben die Bänke in der Kirche auf den Kopf gestellt und beleuchtet«, sagt Menze-Kuhn. In den Ausstellungsräumen des Kunstvereins steht nicht nur die transportierte Bank aus der Burgkirche, sondern an den Wänden hängen auch Bilder der Künstlerin, und auf dem Boden liegen Fotografien. »Die Burgkirche und die Räume des Kunstvereins sind miteinander verbunden, sie bilden eine liegende Acht«, so Menze-Kuhn weiter. »Wir haben die Inszenierung eben «um raeume n» genannt, es sollen das Umräumen und auch der Raum deutlich werden.«

Auch mit dabei war Astrid Menze, die Schwester der Künstlerin. Sie hat den Aufbau und auch den Transport gefilmt und präsentierte ihren Film während der Eröffnungsveranstaltung am gestrigen Freitagabend in der Burgkirche. »Es ist ein Dokumentationsfilm, aber auch ein Kunstfilm - wir haben versucht eine Mischung zu schaffen«, erklärt die Videokünstlerin.

Noch bis zum 14. Dezember jeweils von 15 bis 20 Uhr ist die Ausstellung in der Burgkirche zu sehen, beim Kunstverein bis dann noch bis zum 11. Januar.

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