Unbekannte schänden Jüdischen Friedhof in Mockstadt

Florstadt-Nieder-Mockstadt (chh). Ein Hakenkreuz haben Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch in den Boden des Jüdischen Friedhofs geritzt. Zudem beschmierten sie Grabsteine mit Apfelbrei. An einem Grab sollen die Täter auch gebuddelt haben. Das teilte gestern Bürgermeister Herbert Unger der WZ mit.
05. Juli 2012, 10:23 Uhr
Jemand hat tiefe Löcher auf der Ruhestätte gegraben.

»Wir haben Anzeige erstattet«, betonte der Rathauschef. Polizeisprecher Erich Müller bestätigt: »Wir ermitteln.«

Bei der Schändung des Friedhofs handelt es sich nicht um den einzigen mutmaßlich rechtsradikalen Akt in Florstadt. Laut der Antifaschistischen Bildungsoffensive (Antifa-Bi) ist am ehemaligen Schlecker-Markt in Nieder-Florstadt ein Hakenkreuz an die Wand gemalt worden. Der Vorsitzende der Antifa-Bi geht davon aus, dass Florstädter Jugendliche für die Schmierereien verantwortlich sind. Der ehemalige Schlecker-Markt sei ihr Treffpunkt, die Jugendlichen zögen gelegentlich sogar Naziparolen singend durch die Straßen.

Auch Unger ist die Gruppe aufgefallen. »Wir befinden uns hier aber in einer Grauzone, da es sich um ein Privatgrundstück handelt«, betont der Rathauschef. Auch er habe von der Antifa-Bi gehört, dass es sich bei der Gruppe um rechtsextreme Jugendliche handele. »Den Verdacht kann man durchaus zulassen, wenn man die Kleidung mancher der Leute sieht«, sagt Unger. Er glaube jedoch nicht, dass alle Jugendlichen der Gruppe dem rechten Dunstkreis zugehören. Mit der Jugendpflege und der Polizei versuche man, dagegen vorzugehen. Jedoch: »Man kann auf einem Privatgrundstück nicht einfach jemanden festnehmen, nur weil er eine Glatze hat und Bomberjacke trägt.« Den Besitzer des Hauses werde man umgehend informieren, damit das Hakenkreuz entfernt wird.

Ob die Schmierereien am Schlecker-Markt im Zusammenhang mit den Schändungen am Friedhof stehen, vermag Unger nicht zu sagen. Die politische Gesinnung sei jedoch identisch. »Wir werden auf jeden Fall die polizeilichen Kontrollen verschärfen.«

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