25. November 2011, 17:43 Uhr

Atommüll-Warnung in der Büdinger Housing-Area

Büdingen (sax). Zwei Behälter mit Warnhinweisen auf Radioaktivität haben gestern Morgen für einem Großeinsatz auf dem Gelände der ehemaligen Housing-Area der US-Armee gesorgt. Zahlreiche Feuerwehrleute aus der gesamten Wetterau waren im Einsatz.
25. November 2011, 17:43 Uhr
Mit Strahlenschutzanzügen gehen die Einsatzkräfte ans Werk. (Foto: sax)

Doch die Einsatzkräfte konnten Entwarnung geben: keine erhöhte Radioaktivität, es handelte sich bei den Behältern und Luftfilteranlagen.

Erwin Schüttge, der in den Wohnblocks, die derzeit zu Eigentums- und Mietwohnungen umgebaut werden, alte Bauelemente ausbaut, wollte am Donnerstagmittag die Ladung eines Schrottcontainers sichern. Dabei bemerkte der Schrotthändler aus Hanau gelbe Aufkleber auf zwei relativ unscheinbaren Blechbehältern.

Weil das bekannte Symbol vor Radioaktivität warnte, weigerte er sich, die Behälter mitzunehmen. Darauf lud Schüttge die Behälter, die nach seinen Angaben ein ihm Unbekannter in den Container geladen hatte, aus und stellte sie neben den Eingang zu einem der Blocks.

Anschließend habe er versucht, den bauleitenden Architekten Manfred Möser zu erreichen. Das sei ihm jedoch erst am Abend gelungen. Dennoch geschah am Mittwoch zunächst nichts. Erst am Freitagmorgen wurden Polizei und Feuerwehr verständigt. Die alarmierten den GABC-Zug, dem neben Feuerwehrleuten aus Büdingen auch Personal und Fahrzeuge aus Friedberg, Bad Nauheim und Bad Vilbel angehören. Außerdem waren Feuerwehrleute aus Eckartshausen und Calbach im Einsatz.

Gegen 10 Uhr waren auch ein Rettungswagen, ein Notarzt sowie Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann und Kreisbrandmeister Lars Henrich an der Baustelle eingetroffen. Zwischenzeitlich war bereits die Baustelle geräumt worden. Erste Messungen der Büdinger Feuerwehr an den Behältern ließen jedoch keine erhöhte Radioaktivität erkennen.

Die späteren exakten Messungen ergaben einen Höchstwert von 162 Nanosievert unmittelbar an den Blechkästen. »Das ist so wie bei einer italienische Fliese«, kommentierte Hartmann den relativ geringen Wert. Da jedoch bei der Entdeckung der Kästen noch nicht abzusehen gewesen sei, welche Gefahr von ihnen ausgehe, sei umfangreich alarmiert worden. Insgesamt waren rund 50 Personen von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei und Wetteraukreis im Einsatz. »Wenn ich jedes einzelne Fahrzeug und jeden einzelnen Helfer berechnen würde, würde der Einsatz 9000 Euro kosten«, beziffert Hartmann den Aufwand.

Der wäre vermeidbar gewesen. Im Verlauf der Nachforschungen stellte sich heraus, dass die beiden Kästen Luftfilteranlagen waren, die in den Waschküchen der Wohnblocks eingebaut und dort demontiert worden waren. Wegen des geringen Strahlungswertes hätte es genügt, sie staubdicht in Plastikbeutel zu verpacken und über die Hessische Industriemüll entsorgen zu lassen. Eine Aufgabe, die schließlich von Feuerwehrleuten in Schutzanzügen übernommen werden musste.

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