18. Juni 2017, 15:00 Uhr

Fantasy-Newcomer

Wie eine neue Welt entsteht

Der Rendeler Pascal Wokan wurde auf Teneriffa. zum Schreiben angeregt. Sein Debütroman rangiert bei Amazon inzwischen unter den ersten zehn im Bereich der Dark Fantasy.
18. Juni 2017, 15:00 Uhr
Pascal Wokan ist stolz auf sein Erstlingswerk. Eine Fortsetzung der Fantasy-Geschichte ist bereits in Arbeit. (Foto: jsl)

I m Grunde seines Herzens ist Pascal Wokan ein waschechter Rendeler Bub. Aufgewachsen im Taunusblick, wo seine Eltern ein Haus haben, wurde der Sportler und ehemalige Faustballer schon mit 17 Jahren in den Vorstand seines Heimatvereins TV Rendel gewählt. Dort initiierte er das Kinderturnen und war über einen Zeitraum von drei Jahren Vorsitzender, ehe er 2016 sein Amt niederlegte.

Das hört sich alles sehr bodenständig an. Und im Prinzip ist es das ja auch. Doch Pascal Wokan treibt noch eine ganz andere Leidenschaft um. Fast schicksalshaft klingt die Geschichte, die er erzählt. Sie macht Mut, das Glück in die eigenen Hände zu nehmen, sich von Sehnsüchten treiben zu lassen oder einfach einmal das zu tun, was man am besten kann.

»Schon in jungen Jahren habe ich mich für das Lesen und Schreiben begeistert«, lässt der 30-jährige Maschinenbau-Student seine Erinnerungen Revue passieren. »Allerdings bin ich nie den Schritt gegangen, die von mir geschriebenen Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Nach dem Abitur lebte ich eineinhalb Jahre auf Teneriffa und arbeitete dort in einem Familienclub als Fitnesstrainer. Die Steilklippen von Los Gigantes im Westen Teneriffas und ihr atemberaubender Ausblick beflügelten meine Fantasie und gaben mir die Idee zu einem eigenen Roman.«

Das allein würde schon erklären, warum er schließlich doch zum Schriftsteller wurde. Aber natürlich war das nur die erste Episode auf einem neuen Weg. Man schreibt nicht einfach so ein Buch, wenn man nicht von irgendetwas angetrieben wird. Bei ihm sind es, nach eigenem Bekunden, die unzähligen Fantasy-Epen, die er regelrecht verschlungen hat. »Solche Bücher haben mir schon immer gefallen«, verrät der Rendeler und zählt nacheinander seine großen Vorbilder auf: »Markus Heitz, Brandon Sanderson, George R. R. Martin und Patrick Rothfuss. Durch Markus Heitz’ Ulldart-Serie bin ich zum ersten Mal mit dem Fantasy-Genre in Kontakt gekommen.« Die Landschaft auf Teneriffa ist sicherlich nicht die schlechteste Umgebung, um sich für ein solches Epos inspirieren zu lassen. Hier sei in ihm die Idee gereift, eine eigenständige Welt zu erschaffen, die genau in der Mitte durch eine gigantische Schlucht in zwei Hälften geteilt wird. Diese bietet einen klar trennbaren Charakter und die Möglichkeit, wirtschaftliche und politische Verflechtungen aufzubauen. Wokan nennt diese Erzählart »World-Building-System«. Kämpfe gehören zur Handlung natürlich auch dazu, und die werden so schonungslos dargestellt, dass der Autor das Buch erst ab 16 Jahren empfiehlt.

Die Welt von Arakkur hat einen langen Entwicklungsprozess hinter sich: Fast zwei Jahre feilte Pascal Wokan an der Geschichte; der reine Schreibfluss dauerte etwa ein halbes Jahr. Zwei bis drei Stunden pro Abend habe er ins Schreiben investiert, kurz vor der Veröffentlichung seien es aber noch einmal deutlich mehr gewesen. Dabei macht er fast alles in Eigenregie – die Landkarte am Anfang des Buches hat er über zwei Wochen selbst gezeichnet, die Gedichte und Lieder stammen von ihm, das eBook ist sein Entwurf und den Verlag übernimmt er auch selbst. Unterstützung holte er sich im Vorfeld der Veröffentlichung allerdings bei Testlesern innerhalb und außerhalb seines Freundeskreises. »Deren Kritik brachte mich dazu, dass ich das eigentlich fertige Werk noch einmal verändern wollte«, berichtet Wokan. »Einige Passagen waren den Testlesern zu lang geraten. Die Änderung hat zusätzlich drei Monate in Anspruch genommen. Ich habe das aber positiv gesehen, denn solche Dinge gehören zu einem spannenden Entwicklungsprozess dazu.«

Der Erfolg seiner akribischen Arbeit gibt ihm recht. Innerhalb weniger Monate ist aus dem Studenten Pascal Wokan ein viel beachteter Fantasy-Autor geworden – der erste aus Karben, der es in die Bestsellerlisten geschafft hat. Sein Debütroman »Arakkur – Die große Schlucht« rangiert bei Amazon seit über einem Monat zwischen Platz drei und zehn im Bereich Dark Fantasy und bekommt durchgehend positive Kritiken.

Was jetzt noch fehlt, ist eine Fortsetzung. Ein Fantasy-Epos lebt von seinen Entwicklungen, den Figuren. Genrefans lieben monumentale Werke, die sich über mehrere Bände erstrecken. In dieser Hinsicht gibt der Autor jetzt schon Grund zur Vorfreude: »Teil zwei ist geschrieben und wird in ein bis zwei Monaten erscheinen. Der erste Entwurf für das Buch steht.«

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