"Weihnachtsgeschenk"

Wie das Karbener Weihnachtswunderland Tieren hilft

Stefan Pohl aus Burg-Gräfenrode schmückt sein Haus jedes Jahr mit vielen bunten Figuren und Lichtern. In diesem Jahr sammelt er damit Spenden für den guten Zweck – trotz einer Entführung.
28. Dezember 2017, 14:00 Uhr
Die Figuren der Minions sind in diesem Jahr zum ersten Mal mit dabei, gekauft hat – wie fast alles – in den USA. (Foto: Stefan Pohl)

Rund 80 Leute stehen auf dem Hof von Stefan Pohl aus Burg-Gräfenrode. Es gibt Würstchen, Glühwein, Jagertee. Es ist der erste Advent, doch für Pohl und seine Familie ist vor allem »Griswold-Day«. In Anlehnung an den Weihnachts-Kultfilm »Eine schöne Bescherung«, in der Hauptdarsteller Chevy Chase alias Clark Griswold seiner Familie ein perfektes Weihnachtsfest bieten möchte und dafür das Haus mit zehntausenden eigens importierten italienischen Glühlichtern schmückt, heißt es auch für die Pohls: Es weihnachtet endlich wieder.

Mit Sohn Christopher (l.) hat Stefan Pohl gemeinsam die ungewöhnliche Weihnachtsbeleuchtung installiert. (Foto: pv)
Mit Sohn Christopher (l.) hat Stefan Pohl gemeinsam die ungewöhnliche Weihnachtsbeleuchtun...

Vater Stefan und sein Sohn Christopher haben nämlich bis dahin auch ihr Heim samt Garten in ein Paradies für die Fans amerikanischer Weihnachtsdekoration verwandelt – inklusive jeder Menge aufblasbarer Figuren und bunter Lichter. Doch in diesem Jahr sind nicht nur zwei große, gelbe Figuren der Minions, bekannt aus den beliebten Kinofilmen, neu: Die Pohls sammeln mit der Aktion in ihrem Vorgarten auch Geld für den guten Zweck, nämlich den Tierschutzverein Karben.

 

 

Deko direkt aus den USA

 

»Wir haben ursprünglich für die Kinder damit angefangen, heute hilft mein Sohn mir, denn es wird jedes Jahr schlimmer«, sagt Pohl und lacht. »Die Mütter aus dem Ort kommen jeden Abend, um sich das Haus mit ihren Kindern anzuschauen – genauso wie meine Kameraden von der Feuerwehr mit ihrem Nachwuchs.«

»Am ersten Advent war es schön, da lag wenigstens Schnee«, sagt Stefan Pohl aus Burg-Gräfenrode über seine Weihnachtsbeleuchtung. Damit sammelt er mit seiner Familie Spenden für den Tierschutz.	(Foto: Stefan Pohl/pv)
»Am ersten Advent war es schön, da lag wenigstens Schnee«, sagt Stefan Pohl aus Burg-Gräfe...

Das entsprechende Lichter- und Figurenmaterial bezieht der Mann einer Amerikanerin direkt aus den USA. »Wir haben für nächstes Jahr schon wieder neue Sachen bestellt, die liegen jetzt beim Bruder meiner Frau in Milwaukee und warten darauf, in unserem Sommerurlaub abgeholt zu werden.« Ebenfalls stilecht ist die in diesem Jahr erstmals aufgestellte Sammelbox für den Karbener Tierschutz: An einem typisch amerikanischen Briefkasten hat Pohl die Klappe mit einem Schloss versehen und einen Schlitz hineingebohrt. Auf einem Schild wird erklärt, wofür Stefan und Jutta Pohl die Spenden sammeln.

 

 

Über 200 Euro sind bislang zusammengekommen

 

Und auch dahinter steckt eine Geschichte: Im Sommer war der Familie, selbst Besitzer eines Berner Sennenhundes, ein Hund zugelaufen. Pohl rief auf Rat seiner Tierärztin beim Karbener Tierschutzverein an, der sich sogleich um den entlaufenen Hund kümmerte und den Besitzer schnell fand. »Sie haben sich super um alles gekümmert. Der Verein macht eine gute Arbeit. Das wollten wir unterstützen«, sagt Pohl. »Dass es inzwischen so viel Geld geworden ist, hätten wir nie gedacht.«

Über 200 Euro hat er mit seiner Aktion bereits für die Karbener Tiere gesammelt. Das Geld soll gemeinsam mit einer zusätzlichen Spende aus dem eigenen Geldbeutel im neuen Jahr übergeben werden. Christine Gredel vom Tierschutz Karben freut sich über die Initiative der Pohls: »Ich war sprachlos, als ich die Summe erfahren habe. Alleine auf die Idee zu kommen, auf diese Weise Spende für den Tierschutz zu sammeln, finde ich ganz toll.«

 

 

Porzellan-Nikolaus von Jugendlichen entführt

 

Nur noch bis spätestens Samstag wird das Karbener Weihnachtswunderland im Bindweidring noch erstrahlen, dann ist Schluss – zu groß ist die Angst, dass Böller den aufblasbaren Figuren und den Lichtern schaden könnten. Ohnehin gab es gleich zu Beginn der diesjährigen Weihnachtsbeleuchtung einen unschönen Zwischenfall: Ein rund 50 Zentimeter großer Porzellan-Nikolaus war von Jugendlichen aus dem Vorgarten gestohlen worden. »Den hatten wir schon ewig. Wir haben die sechs Täter sogar auf der Überwachungskamera gehabt, aber leider konnte man wegen der Kapuzenpullover nichts erkennen«, erzählt Pohl von der Nacht des Diebstahls. Die Polizei fahndete damals mit einem – nicht ganz ernst gemeinten – Aufruf nach dem Nikolaus und seinen »Entführern«, doch er blieb verschwunden.

Immerhin: Auch die Polizeibeamten waren von der besonderen Weihnachtsdekoration der Pohls beeindruckt und machten gleich noch ein paar Fotos für ihr privates Archiv. Auch das hat Stefan Pohl und seine Familie gefreut – und deshalb wird es im nächsten Jahr die nächste Auflage des Griswold-Days geben bei den Burg-Gräfenrodern – ist ja schließlich Weihnachten.

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