20. September 2018, 05:00 Uhr

Babyschwimmen

Warum Babyschwimmen nicht nur süß, sondern auch gut für die Entwicklung ist

Im Hallenbad in Karben planschen Babys einmal pro Woche mit ihren Eltern. Der Kurs Babyschwimmen zeigt langfristig Wirkung, sagen die Trainer. Aber nur, wenn Eltern einiges beachten.
20. September 2018, 05:00 Uhr
Gar nicht zu schlecht im lauwarmen Wasser auf Muttis Arm. Beim Babyschwimmen in Karben lernen die Eltern wie sie ihre Schützlinge sicher im Wasser festhalten. (Foto: Nici Merz)

Für Frida ist es ein denkwürdiger Tag. Mit aller Kraft stemmt sich die Einjährige aus dem Wasser auf den Beckenrand. Auf Knien krabbelt sie voran bis zum Ziel: eine gelbe Quietscheente, die einige Zentimeter vom Schwimmbecken entfernt liegt. Ihre Mutter steht im Wasser direkt hinter ihr, atmet tief durch, sagt »Toll, mein Schatz« und schließt sie in die Arme. Frida ist an diesem Montag zum ersten Mal in ihrem Leben gekrabbelt. »Diese Übung, bei der die Babys aus dem Wasser an Land gehen, schult besonders ihre Motorik und ihr Körpergefühl«, sagt Trainerin Mandy Flemming, die neben Frida und ihrer Mutter im Wasser steht. Die 38-Jährige leitet den Babyschwimmkurs, der jeden Montagmittag im Hallenfreizeitbad in Karben stattfindet.

 
Fotostrecke: Babyschwimmen in Karben

Bei dem Kurs der Schwimmschule Spawala baden zehn Babys zwischen sechs und zwölf Monaten einmal wöchentlich mit ihrer Mutter oder ihrem Vater im Kinderbecken des Hallenbades. Die Kleinen sollen sich im Wasser leichter und freier bewegen können als an Land und dabei lernen, ihren Körper zu koordinieren und zu kontrollieren. Eltern lernen in dem Kurs vor allem Griffe, um ihre Kinder sicher im Wasser festzuhalten. Trainerin Flemming ist zudem überzeugt: »Das Babyschwimmen festigt die Bindung zwischen Mutter und Kind, denn im Wasser müssen die Kleinen ganz anders vertrauen.«

 

Neun Mamas und ein Papa

»Unsere Tochter fühlt sich im Wasser sehr wohl, und es ist schön, sich aktiv mit ihr zu beschäftigen«, sagt Birgit Müller-Ghandour aus Okarben. Bei dem Kurs habe das sieben Monate alte Kind schon einiges gelernt, zum Beispiel den Kopf aus eigener Kraft aufrecht zu halten und ihn nicht mehr wie anfangs ins Wasser plumpsen zu lassen. An dem Angebot schätze sie auch den Austausch mit anderen Müttern. An diesem Montag sitzt sie allerdings am Beckenrand und schaut immer wieder lächelnd zum Wasser. »Er hat gerade Elternzeit«, sagt sie und blickt zum einzigen Mann im Becken, der mit dem Baby durchs Wasser gleitet.

Das Babyschwimmen merkt man noch in den Anfängerkursen

Matthias Härtel, Schwimmlehrer

Der 30-minütige Kurs startet in der Regel damit, dass die Eltern langsam die Treppe des 50 Zentimeter tiefen Babybeckens hinabsteigen und die Babys ans Wasser gewöhnen. Dann folgen Übungen, bei denen die Eltern die Kinder in verschiedenen Haltepositionen durchs Wasser bewegen, zum Beispiel im Achsel- oder Badewannengriff. Außerdem lernen die Kinder Spielzeuge zu greifen und miteinander zu spielen.

 

Viele Eltern haben anfangs Angst

Für Eltern sei die Erfahrung im Wasser anfangs oft schwerer als für die Babys, weiß Trainerin Flemming. »In den ersten Stunden merkt man, dass viele Mamas noch sehr angespannt sind«, sagt sie. Das könne zum Beispiel problematisch sein, wenn die Eltern die Babys im Achselgriff mit Daumen und Zeigefinger unter den Armen festhielten. »Die Gefahr ist, dass die Eltern im Wasser ängstlich sind und dadurch zu fest zudrücken.« Die Anspannung der Eltern lockere sich jedoch schnell, spätestens nach der dritten Stunde, wenn sie merkten, dass es den Kindern gefalle.

Die Sicherheit der Eltern im Wasser nach den ersten Kurstagen übertrage sich direkt auf die Kinder, erklärt Matthias Härtel, Chef der Schwimmschule Spawala. Dann seien auch die Babys bereit, sich im Wasser auszuprobieren. Von echtem Schwimmen könne man dabei zwar nicht sprechen, aber: »Das Babyschwimmen prägt die Kinder nachhaltig. Das merkt man auch später noch in den Anfängerschwimmkursen – sofern die Eltern das weiterführen.« Die Bewegung im Wasser, der Geruch und die Geräusche – all das sei den Kindern vertraut. Eltern sollten daher auch nach dem Babyschwimmkurs einmal pro Woche mit ihren Kindern schwimmen gehen.

Info

Kurs im Karbener Hallenbad

Der Kurs Babyschwimmen ist geeignet für Kinder im Alter von sechs bis 12 Monaten und findet montags im Hallenfreizeitbad Karben statt. Anmeldung bei Matthias Härtel unter schwimmen-karben@gmx.de oder 0 60 48/2 69 66 07. Die Schwimmschule Spawala unterrichtet unter dem Motto Spaß, Wasser, Lachen seit 2014 im Bad in Karben. Für Kinder gibt es neben dem Babyschwimmen unter anderem die Wassergewöhnung ab zwei Jahren und die Anfängerschwimmkurse ab fünf Jahren. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter https://hallenfreizeitbad-karben.de/kurse.

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