19. März 2019, 08:00 Uhr

Umleitung

Umleitung in Karben sorgt für Ärger

Da der Lindenweg für den Umleitungsverkehr zu eng ist, hat die Stadt die Verkehrsströme geteilt und einen Teil des Lindenwegs in eine sogenannte unechte Einbahnstraße umgewandelt.
19. März 2019, 08:00 Uhr
Professor Roland Prinzinger steht in dem Teil des Lindenwegs, der von der Stadtpolizei zur »unechten Einbahnstraße« erklärt wurde. Aus seinem Haus kann er gut hören, wie oft hier Autos angehupt werden. (Foto: Holger Pegelow)

Monatelang ist die Ortsdurchfahrt Klein-Karben abschnittsweise gesperrt. Je nach dem Baufortschritt wurden und werden Teilstücke der Rendeler- oder Homburger Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Aktuell ist das zwischen der Einmündung Rathausstraße und dem Kreisel an der katholischen Kirche der Fall. Der Autoverkehr muss quasi parallel geführt werden. Das heißt über Selzerbachweg, Lindenweg, Lärchenweg und Ulmenweg. Nachdem diese Umleitungsroute eingerichtet war, hat man seitens der Stadtpolizei gesehen, dass der Lindenweg nicht nur überproportional mit Autos belastet war, sondern es auch zu gegenseitigen Behinderungen kam.

Die in die Straße hineinragenden Bäume und an den Seiten parkende Autos machen eine Slalomfahrt notwendig. Weil sich die entgegenkommenden Autos aber gegenseitig behinderten, hat die Polizei die Verkehrsführung in einem Detail geändert. Der aus Richtung Selzerbachweg kommende Verkehr wird nur noch durch einen Teil des Lindenwegs geleitet und muss an der Einmündung Hanauer Straße in diese abbiegen. Dann geht es für diejenigen, die nach Rendel oder ins Klein-Karbener Wohngebiet Hellenberg wollen, über das fertiggestellte Teilstück der Rendeler Straße weiter.

 

Sperrschilder werden missachtet

Doch missachten viele das Sperrschild an der Hanauer Straße und fahren doch geradeaus in den Lindenweg ein. Andere wiederum haben sich eine Alternative erkundet: Es geht von der Hanauer Straße sofort wieder links ab in den Buchenweg, den entlang und wieder in den Lindenweg. Dort dürfen sie aber ganz legal fahren, ein rotes Sperrschild gibt es dort nicht. Denn die Stadt hat hier eine sogenannte unechte Einbahnstraße angeordnet. Das bedeutet: Die Einfahrt ist auf einer Seite verboten, aber innerhalb des Lindenwegs, also wenn sie aus einer der Nebenstraße kommen, dürfen die Fahrzeuge in beiden Richtungen fahren. Das verstehen viele offenbar nicht, wie Anwohner Prof. Roland Prinzinger beobachtet hat. »Wenn da jemand entgegenkommt, wird er angehupt. Das passiert oft abends im Berufsverkehr.«

Nun hat Prinzinger Bürgermeister Guido Rahn (CDU) angeschrieben. Die Zufahrtsmöglichkeit für die Anwohner sei so nicht haltbar. Alle Anwohner des Lindenwegs könnten nämlich ohne jegliche Probleme die Umleitung über den Tannenweg nehmen. Prinzinger, von Haus aus Naturwissenschaftler, hat ausgerechnet, dass hier 325 Meter zu fahren wären, das seien gerade mal 90 Meter mehr als das gesperrte – gerade – Teilstück.

 

Stadtpolizist kontrolliert

Der Anwohner hält die getroffene Regelung für unsinnig. Zudem sei die Einhaltung der Einbahnstraße im Bereich Lindenweg/Tannenweg kontrolliert worden. »Aber hier gilt die Regelung so nicht mehr«, weist Prinzinger hin. Der Bürgermeister schrieb zurück, es handele sich bei der Verkehrsreglung um eine unechte Einbahnstraße. Ziel sei es, den Hauptteil des Begegnungsverkehrs aus dem oberen Bereich des Lindenwegs herauszuhalten.

Der Weg über den Buchenweg sei nur ermöglicht worden, um einzelnen Anwohnern den Umweg über Hanauer- Rendeler- und Büdesheimer Straße zu ersparen. Inwieweit dieses »Schlupfloch« von weiteren Autofahrern genutzt werde, solle die Stadtpolizei nochmals überprüfen. Stadtpolizist Jörg Witzenberger sagt dazu, man wisse, »dass die Autofahrer alles ausnutzen wollen«. Er kontrolliere die Strecke häufig, habe aber noch keine Gefährdung der Anwohner entdeckt. Insgesamt funktioniere die Umleitung aber gut. Es gebe allerdings immer einige, deren Disziplin mangelhaft sei. Der Stadtpolizist hat für die Anwohner aber einen Trost: »In rund 14 Tagen wird die Einbahnstraßenregelung ohnehin wieder aufgehoben.«

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