10. Februar 2019, 12:00 Uhr

Karben

Schwimmen und schwitzen im Hallenbad teurer

Wer in Karben künftig ins Hallenfreizeitbad will, muss mehr Eintritt bezahlen. Der Magistrat will die Preise fürs Schwimmen und Schwitzen anheben. Die Erhöhung fällt zweistellig aus.
10. Februar 2019, 12:00 Uhr
Wer sich künftig im Karbener Hallenbad tummeln möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Der Magistrat beantragt eine zweistellige Erhöhung der Eintrittspreise. (Foto: Nici Merz)

Es ist ein kleines, kommodes Familienbad, das da im Karbener Stadtzentrum in Höhe der Gehspitze auf seine Bade- und Sauna-Gäste wartet. Nachdem es vor vielen Jahren umfassend saniert wurde und zwischenzeitlich viele Besucher in die Bäder der umliegenden Kommunen abgewandert waren, verzeichnet das Karbener Hallenfreizeitbad wieder steigende Besucherzahlen. In Kürze wollen die das Bad betreibenden Stadtwerke die aktuellen Zahlen vorlegen.

Was der Eigenbetrieb in die nächste Sitzungsrunde der politischen Gremien vom 12. bis 15. Februar geben wird, hat es allerdings in sich. Da werden zweistellige Preiserhöhungen gefordert. Nach allerdings fünfjähriger Stabilität der Eintrittspreise für Sauna und Schwimmbad. Allerdings seien die Personalkosten in der Zeitspanne um 13,43 Prozent gestiegen, heißt es in der Vorlage. Seitens der Stadtwerke-Leitung wird vorgerechnet, was das für die einzelnen Preise ausmachen würde und was davon an die Kunden weitergegeben wird. Aktuell kostet der Einzeleintritt für Erwachsene beispielsweise vier Euro. Würde man die Tariferhöhung fürs Personal einrechnen, müssten die Preise brutto auf 4,54 Euro steigen. Erhöht wird auf 4,50 Euro. Auch für den ermäßigten Tarif und den Kurztarif werden 50 Cent mehr verlangt.

 

Längere Saunazeiten

 

Für die treuen Stammgäste gibt es aber eine erfreuliche Nachricht: Die rechnerischen Erhöhungen von zwischen 32 und 42 Euro werden nicht weitergegeben, hier bleiben die Preise unverändert. 320 Euro werden für die Jahreskarte auch ab dem 1. April fällig, 240 Euro ermäßigt.

Den Stammgästen, die im Beraterkreis für das Schwimmbad sitzen, wurde die Preiserhöhung Ende November vergangenen Jahres vorgestellt. Von dort kam die Anregung, den Sauna-Kurztarif von zwei auf drei Stunden vor Nutzungsende zu erweitern. Deshalb ergibt sich für die Preise der Sauna eine geänderte Preisstuktur. Der Zwei-Stunden-Kurztarif entfällt, dafür wird ein neuer Drei-Stunden-Tarif für zwölf Euro eingeführt, dafür dürfen die Saunagäste drei Stunden schwitzen und relaxen. Wer nicht zu den drei Schlussstunden kommt, zahlt tagsüber statt 13 dann 15 Euro.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) wird die Vorlage in die Gremien einbringen. Er betont, dass die Personalkosten seit Wiedereröffnung des Bades im Frühjahr 2014 gestiegen seien. Fünf Jahre habe man die Preise stabil gehalten, jetzt müsse man nach gut fünf Jahren stabiler Eintrittspreise diese Erhöhung nun weitergeben.

Rahn führt auch ins Feld, dass es bereits bei Einbringung des Wirtschaftsplanes für 2019 Kritik von politischer Seite am Defizit des Bades gegeben habe. »Es versteht sich von selbst, dass bei fünf Jahren Lohnsteigerung mit gleichen Eintrittspreisen das Defizit steigen muss – dies kann selbst die steigende Besucherzahl nicht ausgleichen.« Das aktuelle Defizit des Schwimmbades beträgt mehr als eine halbe Million Euro.

 

Jahreskarte unverändert

 

Die Jahreskarte habe man ausgenommen, da diese in Nidderau günstiger sei, während die Einzeleintrittspreise dort teurer seien und auch eine Erhöhung in Nidderau diskutiert werde. Es ist zu erwarten, dass im Laufe der Debatten auch wieder die Einführung einer Familienkarte gefordert wird. Dazu meint Rahn, dass man eine weitere Karte nicht einführen wolle. »Wir gehen mit der Geldwertkarte mit gestaffelten Rabatten oder mit der immer beliebter werdenden Ferienkarte zum günstigen Tarif während der großen Ferien einen anderen Weg.«

»Alles in allem folgen wir mit der Anpassung der allgemeinen Preisentwicklung, die im Bad vor allem durch Personal und Material sowie Wartungskosten geprägt ist«, betont der Bürgermeister. Im Endeffekt stehe man in Karben im Preisvergleich zu umliegenden Hallenbädern immer noch gut da. Zudem werde man in diesem Jahr auch wieder in moderne Technik investieren. »Wir stellen in der südlichen Wetterau von Bad Vilbel bis vor die Tore Friedbergs das einzige Hallenbad für Schulschwimmen bereit. Unser Bad ist morgens von dienstags bis freitags mit Schulschwimmen von über einem Dutzend Schulen bereits gut ausgelastet.« Dennoch sei trotz verbesserter Bezahlung durch den Schulträger das Schulschwimmen nicht kostendeckend. Dies ist für Rahn ein weiterer Beleg dafür, wieso es wichtig sei, dass Karben als Mittelzentrum einen Ausgleich für diese Leistung erhalten müsse.

 

Mit niedrigerem Eintrittspreis

SPD will das Schwimmenlernen belohnen

Im Zuge der anstehenden Debatte über die Gebührenerhöhungen für das städtische Hallenfreizeitbad fordert die SPD-Fraktion »eine weitergehende Gebührenbefreiung für Kinder«. Kinder, die frühzeitig schwimmen lernen, sollen belohnt werden. »Deutschland wird zum Nichtschwimmer-Land. Mehr als die Hälfte der Kinder kann nicht richtig schwimmen. Immer mehr Menschen ertrinken. Und es könnte noch viel schlimmer kommen«, fürchten die Lebensretter der DLRG. Die Karbener SPD will dem nach Angaben ihrer Stadtverordneten Anja Singer entgegenwirken und die Gebührenordnung für das Hallenbad so anpassen, dass Kinder bis zum Ende des fünften Lebensjahres vom Eintrittsgeld für das Hallenbad befreit sind. Durch den Nachweis des bestanden Schwimmabzeichen »Seepferdchen« werde eine weitere Gebührenbefreiung bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr gewährt, fordern die Opposition. Auch wenn das »Seepferdchen« noch keinen Schwimmer ausmacht, sei es jedoch eine Bescheinigung dafür, dass sich ein Kind auf einer Strecke von 25 Metern über Wasser halten könne. Als sicherer Schwimmer gilt man mit diesem Abzeichen nicht – da seien sich DLRG, Schwimmverbände und Kultusministerkonferenz einig. Zu der Initiative der SPD-Fraktion betont die Stadtverordnete Anja Singer: »Auch gewöhnen wir Kinder mit dem Seepferdchen ans Wasser und unterstützen die Grundschulen bei der Umsetzung des gesetzlich vorgeschriebenen Auftrags, ihren Schülern Schwimmunterricht zu erteilen.« (pe)

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
  • Einzelpreise
  • Euro
  • Gremien
  • Guido Rahn
  • Hallenbäder
  • Jahreskarten
  • Preise
  • SPD
  • SPD Karben
  • SPD-Fraktion
  • Schwimmer
  • Schwimmsport
  • Sitzungen
  • Karben
  • Holger Pegelow
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 12 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.