Quellenpark

Quellenpark Bad Vilbel: Neubürger fühlen sich verschaukelt

Die ersten Anwohner des Bad Vilbeler Quellenparks machen ihrem Frust Luft: Sie ärgern sich über die geänderten Abstände zwischen den Häusern.
12. Juni 2018, 17:00 Uhr
Gebäude Bücher-Häuser im Quellenpark. Anwohner fühlen sich durch neue Planungen im Stich gelassen. Sie befürchten mehr Lärm durch die Bahn. (Foto: kop)

Ihrem Ärger Luft gemacht haben die Anwohner der neuen Bücher-Häuser im Quellenpark. Dazu sind sie am vergangenen Donnerstag als Gäste zur Sitzung des Bauausschusses gekommen. 330 statt 300 Wohnungen sollen nun auf dem Areal entstehen. Möglich wird das, weil die Baufenster für das Areal neu geordnet werden, so dass Investor Dietmar Bücher die ihm zugesicherte Bebauungsdichte ausfüllen kann.

Dazu gehört auch ein Riegelbau, der die Häuser Richtung Westen vor Bahnlärm schützen soll. Bücher war dazu verpflichtet, eine sieben Meter hohe Schallschutzwand zu errichten. Darauf kann er nun verzichten, weil er seine Häuser mit dem nötigen passiven Schallschutz ausgestattet hat.



Die Bahn allerdings muss eine Schallschutzwand bauen. »Und die wird auch 2019 kommen«, erläutert der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU). Die Bürger hören zu, haben in der Sitzung kein Rederecht. Ausschussvorsitzender Jens Völker (CDU) geht aber auf ein Schreiben der Anwohner ein, weist sie aber auch in aller Höflichkeit in die Schranken.

 

Kritik zurückgewiesen

Denn es sei bei Weitem nicht so, dass sich die ehrenamtlichen Politiker der Stadt nicht mit den anliegenden Themen intensiv beschäftigten und sich kein Bild vor Ort machten. Ein weiterer Vorwurf: Sie verträten wohl eher die Interessen Büchers und nicht der Bürger. Bücher und sein Team hätten sich beim Verkauf der Wohnungen mit anderen Informationen präsentiert, deswegen fühle man sich nun getäuscht. »Das hätte man sich sparen können«, nimmt Völker seine Kollegen in Schutz und weist die Bürger darauf hin, dass ihre bereits eingebrachten Bedenken im weiteren Verfahren erörtert und auch beantwortet werden.

Planungsexpertin Stefanie Horn von der ROB-Planergruppe versicherte, dass es weiterhin den bereits festgesetzten Abstand zwischen den Häusern geben werde. Auch würden die Häuser nicht eingekesselt, es gebe genug Licht und Luft für alle Gebäude.

 

Gefahr für Kinder am Spielplatz

Bis zum Bau der Bahn-Lärmschutzwand gebe es ein Gefahrenpotenzial für Kinder. Ein kleiner Spielplatz direkt vor den Häusern ist bislang nicht durch eine Barriere von den Bahngleisen abgetrennt.

Es sei zwar Angelegenheit von Bücher als Eigentümer des Geländes, hier für eine ausreichende Sicherheit zu sorgen, erklärt Wysocki. Er versprach Bücher auf diese Gefahr hinzuweisen, um sie zu beheben.

 

Keine Sozialwohnungen im Gebiet

Gescheitert sind die Grünen mit einem Antrag, bei der Neuplanung zehn Sozialwohnungen festzuschreiben. Das allerdings bezeichnet Andreas Cleve (CDU) als »unredlich«, denn Bücher habe das Areal ohne diese Auflage gekauft. Nur weil man ihm jetzt zugestehe, die bereits von Anfang an festgelegte Bebauungsdichte auch erfüllen zu können, könne man ihn nicht dazu zwingen, nun auch Sozialwohnungen einzuplanen.

Einstimmig angenommen werden die Planungen für Wohnungen für Gering- und Mittelverdiener im Lehnfurther Weg am Dortelweiler Friedhof. Der frühere Wetterauer Kreisbeigeordnete Ottmar Lich unterstützt die Stadtwerke beim Planen. Es sei vorgesehen 24 Wohnungen zu errichten, ein großer Teil mit Sozialbindung.

Die Genossenschaft für Bauen und Wohnen (GBW) habe großes Interesse an der Ausführung des Baus. Die Stadt will ein Belegungsrecht für einen Teil der Wohnungen, um anerkannte Flüchtlinge, aber auch Erzieherinnen oder Feuerwehrmänner mit Wohnförderungsanspruch unterzubringen.

 

Stadtverordnete tagen am Dienstag, 12. Juni

Ebenfalls einstimmig in die Stadtverordnetenversammlung am Dienstag (12. Juni) ab 18 Uhr im Kultur- und Sportforum gelangt der Bebauungsplan für den Dottenfelderhof. Der will nicht nur neue Gebäude wie einen neuen Hofladen mit Café errichten, sondern auch den Funktionszusammenhang innerhalb des Komplexes stärken. Im Parlament scheint es letztlich nur noch um die Frage zu gehen, wo auf Flachdächer mit Dachbegrünung, wo zum Schutz des historischen Ensembles auf andere Dacharchitektur zurückgegriffen werden soll.

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