20. Dezember 2018, 08:00 Uhr

Ende Friedberger Warte?

Parlament: 30er Bus nicht kappen

Wenn’s um den 30er-Bus von Bad Vilbel nach Frankfurt geht, kennt man in der Festspielstadt kein Pardon. Die Linie muss erhalten bleiben, und zwar so, wie sie jetzt fährt.
20. Dezember 2018, 08:00 Uhr
Die Buslinie 30 darf nicht an der Friedberger Warte enden, sagen Bad Vilbels Politiker. Schließlich wird der Bus von vielen Pendlern genutzt. (Archivfoto)

Gedankenspiele in Frankfurt, den Bus wegen eines möglichen Dieselfahrverbots an der Friedberger Warte enden zu lassen, mag man nicht hinnehmen. Kein Wunder also, dass im Stadtparlament in seltener Einmütigkeit ein Dringlichkeitsantrag verabschiedet wurde.

Viele Berufstätige, die in Bad Vilbel wohnen und in Frankfurt arbeiten, nutzen ihn täglich. Rund 1700 Fahrgäste nutzen den Bus werktäglich im Durchschnitt, informiert der Sprecher der Frankfurter Verkehrsgesellschaft Traffiq, Klaus Lienek. »Das ist schon eine starke Linie«, sagt er. Die Angabe bezieht sich auf die Zahl der Fahrgäste, die zwischen Bad Vilbel und der Friedberger Warte unterwegs sind. Die Daten für die Friedberger Warte sagen einiges aus darüber, wie viele Fahrgäste in die auch dort bis in die Innenstadt verkehrende Straßenbahnlinie 18 umsteigen müssten, würde dieser Bus gekappt. Aktuell steht so etwas nicht zur Entscheidung, aber das drohende Dieselfahrverbot hat beim Frankfurter Verkehrsdezernenten Oesterling Gedankenspiele ausgelöst, die in Bad Vilbel aufgeschreckt haben.

 

Gespräche mit Frankfurt

Deshalb haben die Fraktionen zur letzten Sitzung des alten Jahres einen Dringlichkeitsantrag erarbeitet. Darin heißt es: »Die Stadtverordnetenversammlung spricht sich für den Erhalt der bisherigen durchgängigen Verbindung der Buslinie 30 von Bad Vilbel Bahnhof bis zur Endhaltestelle in Sachsenhausen gemäß dem aktuellen Fahrplan aus.« In Gesprächen in Frankfurt soll der Vilbeler Magistrat die Kappung der Buslinie 30 an der Friedberger Warte zum Fahrplanwechsel 2019 verhindern.

Nachdem dieser Antrag aufgerufen worden war, meldete sich SPD-Stadtverordneter Klaus Arabin zu Wort. Der Antrag sei »in Teilen unkorrekt« und könne so nicht verabschiedet werden. Prompt gab es einen Zwischenruf: »In welcher Fraktion sind Sie?« und ob er denn nicht mitbekommen habe, dass der Text gemeinsam erarbeitet worden sei.

Arabin selbst hatte kurz vor der Sitzung einen Änderungsantrag formuliert. Sein Credo: Der 30er Bus fahre doch heute, außer in Berufsverkehrszeiten, schon nur bis zur Friedberger Warte. Vormittags und nachmittags müssten die Fahrgäste sowieso in die Straßenbahn umsteigen. Arabin formulierte als Ziel, umweltfreundliche Alternativen zu schaffen wie O-Busse oder Straßenbahnen mit Anbindung des Heilsbergs. »Bis zur Umsetzung soll die Verbindung, möglichst bei Vermeidung von Fahrverboten, von Bad Vilbel in die Stadtmitte Frankfurts möglichst komfortabel erhalten bleiben«.

 

Fahrten in Frankfurter City für Bad Vilbeler wichtig

Der Sozialdemokrat warf dem Magistrat vor, zu spät zu reagieren. Bereits im April seien durch einen Zeitungsartikel diese Gedankenspiele in die Öffentlichkeit gekommen. Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) konterte, er habe erst im Oktober davon erfahren, dass ein Teil der Bus-Strecke durch die Straßenbahn ersetzt werden solle. Wichtig sei, dass es täglich 52 direkte Fahrten in die Frankfurter City gebe. Diese seien für Bad Vilbeler sehr wichtig. Eine Entscheidung, diese Buslinie an der Friedberger Warte zu kappen, »würde Bad Vilbel hart treffen«.

Auch in der Resolution heißt es, würde die Linie gekappt, würde sie deutlich unattraktiver. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass die Menschen dann in die S6 umsteigen würden. »Stattdessen werden viele das Auto nutzen«, waren sich die Fraktionen einig. Zudem werde sich der Pendlerdruck durch den laufenden S-Bahn-Ausbau noch einmal erhöhen. Die Idee, die Straßenbahn bis zum Bad Vilbeler Heilsberg zu verlängern, ist laut Verkehrsdezernent »eine komplizierte Geschichte, weil die Bahn dann auf der Trasse der B521 verlaufen würde, und das ist eine Bundesstraße.«

Das Ganze sei, so fanden die Fraktionsvorsitzenden, ohnehin ein unausgegorener Vorschlag. Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde schließlich der Änderungswunsch Arabins abgelehnt und einstimmig der Dringlichkeitsantrag verabschiedet.

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