08. Januar 2019, 05:00 Uhr

Musik in der Kita

Musikalische Früherziehung: Singen, klatschen, klappern

Wie Kinder mit Nüssen, Füßen und Händen an Musik hergeführt werden, zeigt ein Projekt der Musikschule Bad Vilbel/Karben in den Kindertagesstätten. Mukita heißt es abgekürzt.
08. Januar 2019, 05:00 Uhr
Gegenseitig in die Hände klatschen und Töne erzeugen, das zeigen hier zwei Kita-Kinder beim Begrüßungslied.

Wir sind alle da«, singen die Kleinen im Saal im ersten Stock der Kita in Petterweil. Dabei stampfen sie mit dem Fuß auf, bewegen sich im Kreis. Mit diesem Begrüßungslied beginnt jede Musikstunde. Schon die Kindergartenkinder sollen so für Musik begeistert werden. Dazu ist Gabriela Helfrich in die städtische Einrichtung gekommen. Sie ist eine von insgesamt vier Musiklehrerinnen, die an der Musikschule Bad Vilbel und Karben arbeiten und eine musikpädagogische Ausbildung haben. Helfrich bildet zusammen mit Haiou Hu, Berit Backhaus und Martina Engelhard das Team, das täglich in den Kindertagesstätten im Süden der Wetterau unterwegs ist, um den jüngsten Nachwuchs an die Musik heranzuführen. »Damit erreichen wir jedes Kind in Bad Vilbel und Karben«, betont Helfrich. »Wir wollen zeigen, dass Musik nicht nur aus dem Radio kommt.«

Es sind die wenigsten der Drei- und Fünfjährigen, die ein Instrument spielen. Doch darum geht es nicht. In den Kindertagesstätten geht es auch um einfache Klänge, um simple Arten, Töne zu erzeugen.

 

Musik machen mit Nüssen?!

Ein spanisches Tanzlied rund um Nüsse steht im Mittelpunkt der kleinen Musikstunde in der Petterweiler Kindertagesstätte mit Musikpädagogin Gabriela Helfrich (l.). 	(Fotos: pe)
Ein spanisches Tanzlied rund um Nüsse steht im Mittelpunkt der kleinen Musikstunde in der ...

Um die Dreiviertelstunde ein wenig spannend zu machen, bezieht Gabriela Helfrich die Kinder der »Käfergruppe« immer wieder mit ein. Sie hat an diesem Morgen einen blauen Sack dabei, den sie herumgehen lässt. Von Kind zu Kind wird er weitergereicht, und die Mädchen und Jungen sollen erraten, was drin ist. »Das klingt wie eine Muschel«, sagt eine, und andere nicken zustimmend. Als der Sack wieder bei der Musikpädagogin ankommt, lüftet sie das Geheimnis. Es sind Nüsse, genauer gesagt Walnüsse.

In den folgenden Minuten erfahren die Kinder, was sie damit alles machen können. Sie rollt die Nüsse über den Teppich zu den Kindern. »Nun schlagt mal zwei Nüsse aufeinander« bittet sie. Auf diese Weise werden sie an ein traditionelles spanisches Tanzlied herangeführt, das dann, mit Musikbegleitung aus dem Bluetooth-Lautsprecher, gleich getanzt wird. Die Mädchen und Jungen tanzen im Kreis um die Nüsse und einen aufgestellten Nussknacker herum und haben sichtlich ihren Spaß.

 

Gitarre ist immer dabei

»Wir arbeiten mit Dingen, die die Kinder aus ihrem Alltag kennen«, sagt Helfrich. Und an diesem Vormittag gibt es zudem eine kleine Geschichte vom warmen Haus. Die Käfergruppe mit ihrer Betreuerin Stefanie Hilbert macht begeistert mit. Sie erzählt, dass im sogenannten Morgenkreis jeden Tag gesungen werde. Kurz vor den Festtagen waren die Kinder »In der Weihnachtsbäckerei« oder haben das Lied vom kleinen grünen Kranz intoniert.

Im großen Kreis erfahren wir schließlich, dass der eine oder andere Steppke Flöte spielt. Ein Junge sagt ganz stolz: »Ich spiele Keyboard.« Ein Mädchen kann schon einiges auf dem Klavier. Oft sind auch deren Eltern musikalisch, spielen Flöte, Klavier oder Schlagzeug.

Die Gitarre gehört übrigens zu den Instrumenten, die Gabriela Helfrich immer dabei hat. An diesem Morgen ist deren Einsatz jedoch nicht vorgesehen. Das tut dem Eifer des Nachwuchses aber keinen Abbruch.

 

Kooperationen mit Grundschulen

»Das Angebot kommt bei den Kindern sehr gut an«, weiß sie. Aus der Taufe gehoben wurde es einst von der Zweigstellenleiterin der Musikschule, Angela Krämer-Galande. Jüngst hat die Stadt Geld für die Ausweitung in den größten Kitas der Stadt gegeben. Darüber ist nicht nur Helfrich froh. »Das hier ist wirklich nachhaltig«, weiß sie. Denn dadurch habe die Musikschule auch in der musikalischen Früherziehung mehr Anmeldungen.

Zudem kooperiere man auch mit den Grundschulen. Helfrich erzählt, dass sie gleich drei erste Klassen habe: »Die Kinder dort können alle gut singen.«

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