23. Januar 2019, 20:23 Uhr

Mehr Platz für 535 neue Vilbeler

23. Januar 2019, 20:23 Uhr
Baustraßen nahe der Strecke der Main-Weser-Bahn kündigen bereits vom künftigen Baugebiet im Areal Krebsschere. (Foto: dpg)

Im Baugebiet Quellenpark drehen sich die Kräne am künftigen Henninger-Quartier in Höhe des Bahnhofs bereits geschäftig. Und einige Hundert Meter weiter nördlich entstehen ein Mehrfamilienhaus nach dem anderen im Baugebiet Im Schleid. Genau dazwischen und ebenfalls entlang der Main-Weser-Bahn soll nun das dritte Wohnbaugebiet des Quellenparks Realität werden: Wie schon im Schleid will auch hier Investor Dietmar Bücher bauen. Schon 2015 hatte die Stadt beide Areale erschlossen und dann für 50 Millionen Euro an ihn verkauft.

Von Beginn an sollte erst im Schleid, danach auf dem rund 3,2 Hektar großen Quellenpark-Teilgelände gebaut werden. Investor Bücher hat dort aber nochmals umgeplant, »resultierend aus der Gesamtentwicklung des Gebiets«, erklärt Stadtplanerin Stefanie Horn vom Büro ROB aus Schwalbach am Taunus. Die Folge: Die Stadt muss den bisher dort geltenden Bebauungsplan erneut ändern. Eine Bürgerversammlung dazu hatte es bereits im Frühjahr 2018 gegeben, ebenso waren alle betroffenen Behörden angefragt worden. Die Anregungen seien nun in die finale Planung eingeflossen, erklärt Horn am Dienstagabend im Ortsbeirat der Kernstadt.

Gebäuderiegel für Lärmschutz

Zentrales Element der neuen Planung: Zur Bahn hin soll ein Gebäuderiegel aus Reihenhäusern den Lärm abschirmen – wie auch weiter nördlich Im Schleid. Vier Stockwerke hoch sollen die Reihenhäuser ausfallen, »recht schmal« seien die Grundstücke, erläutert die Planerin. So schmal, dass der Investor überlege, die Garagen im Gebäude-Erdgeschoss unterzubringen statt in einem separaten Carport. Gleichzeitig sollen die übrigen Häuser höher gebaut werden als bisher geplant. Im zentralen Bereich des Baugebiets sind dreistöckige Mehrfamilienhäuser, genannt »Stadthäuser«, vorgesehen. Im westlichen Bereich des Areals sollen sie wiederum vier Stockwerke hoch werden.

Mit diesen Veränderungen wird mehr Wohnraum möglich. Die Geschossfläche von bisher 23 138 Quadratmeter werde um 7109 Quadratmeter ergänzt, also gut ein Drittel, saldiert Horn. Allerdings soll die Zahl der künftigen Bewohner bei der bisher auch schon erwarteten Zahl von 535 Menschen bleiben. Sprich: Die Wohnungen werden im Schnitt größer als bisher geplant ausfallen.

»Im Wesentlichen« komme das Plus an Wohnraum durch die »Schallschutzbebauung« zusammen, erläutert die Planerin, also die Reihenhäuser. »Die Reihe muss geschlossen sein, um schallschützend zu wirken.« Sie soll direkt anschließen an jenen Reihenhaus-Riegel, der weiter südlich das im Bau befindliche Henninger-Quartier ebenfalls vom Bahnlärm abschotten soll. Diesen Abschottungseffekt hatte bisher ein Häuserriegel direkt westlich der Paul-Ehrlich-Straße erreichen sollen, erinnert Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU). Torhäuser hatten hier sogar die beiden Enden der Erschließungsstraße überspannen sollen. Diese sind nun hinfällig: Auf dem übrigen Areal sind nur einzeln stehende Mehrfamilienhäuser vorgesehen.

Ausreichend Raum zum Parken

Deren Bewohner sollen ihre Autos zum »überwiegenden Anteil« in einer eingeschossigen Tiefgarage unter dem Gebiet parken können, erläutert Horn. Allerdings werde es auch oberirdische Garagen geben – und Platz entlang der Straßen zum Parken. Mit einem Querschnitt von zwölf Metern biete besonders die Paul-Ehrlich-Straße neben Fahrbahn und Gehwegen genug Raum.

Die Hauptzufahrt für das Wohngebiet soll über die Kreuzung der Nordumgehung direkt westlich der Bahnunterführung erfolgen. Allerdings ist die Paul-Ehrlich-Straße auch hinüber ins Henninger-Quartier befahrbar: Ein wenig Durchgangsverkehr dürfte es also geben. Allerdings habe die Untersuchung eines Fachbüros ergeben, dass der Verkehr überall fließe, auch wenn der Quellenpark komplett bebaut ist, erinnert Sebastian Wysocki. Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil habe die Annahmen der Stadt als plausibel eingestuft und der Planung der Stadt daher Grünes Licht gegeben.

Im Ortsbeirat hatten dessen Mitglieder nur einige sachliche Nachfragen. Das Gremium empfahl bei nur zwei Gegenstimmen, in der Genehmigung fortzufahren. Um den finalen Genehmigungsschritt einzuleiten, soll das Stadtparlament Mitte Februar die finale Planung des Vorhabens beschließen und die öffentliche Anhörung dazu auf den Weg bringen.

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