10. März 2018, 06:05 Uhr

Dank Umweltlotterie

Karbener bauen Waldhäuser für Bienen

Wer bei einer Umweltlotterie gewinnt, erhält Geld für ein Naturprojekt. So wie die beiden Karbener Antonio Gurliaccio und Moses Martin Mrohs. Das Geld verwenden sie für ihr ganz spezielles Projekt.
10. März 2018, 06:05 Uhr
Die beiden Bienenbotschafter Antonio Gurliaccio (l.) und Moses Martin Mrohs an der fertigen Klotzbeute vor dem Aufhängen in luftiger Höhe. (Foto: Bienenbotschaft Karben/pv)

Eine Welt ohne Bienen ist undenkbar für unsere biologische Vielfalt: Insekten, Vögel und Säugetiere sind abhängig von der Biomasse, die aus der fleißigen Arbeit der Bienen entstehen. Deshalb setzt sich die »Karbener Bienenbotschaft« seit 2015 für die Biene in der Wetterau ein. Derzeit steht das Projekt »Betreute Naturnistplätze für die wildlebende Honigbiene im Karbener Staatswald« im Vordergrund der Arbeit. Für sie werden Nistplätze aus ausgehöhlten Baumstämmen, sogenannte Klotzbeuten, in sechs Meter hohen Bäumen angebracht.

Doch die Bienenschützer benötigen Geld, um ihre ehrenamtliche Arbeit durchführen zu können. Dazu trägt jetzt ein Lottogewinn bei: Die 2016 gestartete Umweltlotterie »Genau« beschert dem Projekt jetzt einen Zusatzgewinn in Höhe von 5000 Euro. Er geht wöchentlich an ein hessisches Umweltprojekt, das sich zuvor beworben hat. Vierzehnmal ging dieser Zusatzgewinn inzwischen in die Wetterau, häufiger als in jeden anderen Landkreis Hessens.

 

Ihre Majestät, die Bienenkönigin

 

»Im Auftrag Ihrer Majestät, der Bienenkönigin«, sind sie unterwegs, sagen die beiden Karbener von sich und schreiben es auch auf ihrer Website. Denn bei der »Bienenbotschaft Karben« dreht sich tatsächlich alles um die wild lebende Biene.

Angefangen hatte es mit einem Kinobesuch vor sechs Jahren: »More than Honey« lautete der Naturfilm. Er öffnete den beiden Initiatoren der Bienenbotschaft, Antonio Gurliaccio und Moses Martin Mrohs, die Augen. Die beiden Imker und Naturschützer aus Karben wollten nicht einfach nur zugucken, sondern selber einen Beitrag zur Rettung der Biene leisten.

 

Klotzbeute in luftiger Höhe

 

Start war 2015 die Installation des ersten natürlichen Nistplatzes für die schwärmende Hongbiene im Botanischen Garten in Frankfurt. Dazu schufen sie in einem abgestorbenen Baum durch partielles Aushöhlen ein natürlichen Nistplatz für einen Bienenschwarm. Bald darauf folgte die Anbringung ihrer ersten Klotzbeute in sechs Meter luftiger Höhe.

Bei unseren Nistplätzen steht nicht der Honig, sondern die Bestäubungsleistung und das Wohlergehen der Biene im Fokus

Imker Moses Martin Mrohs

 

»Inzwischen konnten wir schon viele weitere ›Bienenimmobilien‹ in Hessen bauen«, freut sich Gurliaccio. Dafür wurde im Rahmen des Arten- und Biotopschutzes mit Hessen Forst ein Vertrag für fünf Jahre geschlossen. Gemeinsam mit der Revierförsterei werden die Bäume für die Installation der Klotzbeuten bestimmt. »Bei unseren Nistplätzen steht aber nicht der Honig, sondern die Bestäubungsleistung und das Wohlergehen der Biene im Fokus«, ergänzt Mrohs.

Ende 2017 begann die Bienenbotschaft das Projekt »Betreute Naturnistplätze für die wildlebende Honigbiene im Karbener Staatswald«. Eine erste Klotzbeute im Wald entstand. Um dort weitere Klotzbeuten anlegen zu können, benötigt die Bienenbotschaft Geld. Patenschaften und Sponsoren waren bislang die einzige Finanzierungsquelle des Projektes. Jetzt kommt der Zusatzgewinn der Umweltlotterie »Genau« hinzu, die jede Woche neben individuellen Gewinnern auch ein Umweltprojekt zum Gewinner kürt, verbunden mit 5000 Euro.

 

Weitere natürliche Nistplätze

 

»Mit der Finanzspritze der Umweltlotterie können wir nun in diesem Jahr weitere natürliche Nistplätze im Karbener Wald bauen, installieren und erforschen«, kündigt Mrohs an. Er hatte sich gemeinsam mit Antonio Gurliaccio für sein Projekt im September 2017 bei der Umweltlotterie für den Zusatzgewinn beworben.

Das Spielprinzip der Umweltlotterie ist weltweit einmalig: Jeder Tipper gibt auf seinem Spielschein eine hessische Postleitzahl an und erhält pro Los eine fünfstellige Identifikationsnummer, die sogenannte Los-ID. Aus allen teilnehmenden Losen wird dann die Los-ID gezogen, auf die der garantierte Hauptgewinn von mindestens 10 000 Euro entfällt und die gleichzeitig den Gewinner-Landkreis bestimmt.

Info

Hohler Stamm

Eine Klotzbeute ist eine von Menschen hergestellte Bienenbehausung, die aus einem Stück ausgehöhlten Baumstammes besteht. Klotzbeuten dienen in der naturnahen Imkerei als Ersatz für hohle Bäume, die in unseren stark bewirtschafteten Wäldern kaum noch zu finden sind. Sie gehören zu den ältesten transportablen Bienenwohnungen. In Europa sind sie inzwischen weitgehend verschwunden. (pm)

 

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