Für den Hessentag soll die Frankfurter Straße als zentrale Einkaufsmeile millionenschwer aufgehübscht werden. Ein zentrales Detail des Vorhabens aber missfällt den Grünen gewaltig.

Viel mehr Aufenthaltsqualität, fünf hübsche Plätze, mehr Außengastronomie, vielleicht sogar ein wenig mediterranes Flair – vom zukünftigen Antlitz der Frankfurter Straße im Zentrum von Bad Vilbel lässt sich derzeit nur träumen. Bis 2021 aber soll das alles Realität werden. 5,5 Millionen Euro investiert die Stadt. Kernstück dürfte dabei die Umgestaltung des Marktplatzes vor dem Alten Rathaus werden. Während der Platz zwischen Volksbank und Nidda als Privatfläche der Bank nicht angetastet werden kann, soll besonders der Blick auf das schöne Fachwerkhaus-Ensemble frei gemacht werden. »Wir wollen die Altstadt in Erinnerung rufen«, erklärt Hessentagsbeauftragter Claus-Günther Kunzmann. »Sie ist derzeit deutlich unter Wert verkauft.« Hier solle die Gastronomie besser zur Geltung kommen: »Sie ist schon attraktiv, aber noch nicht ausreichend aufgewertet.«

Die künftigen Besucher von Stadthalle, Hotel und Therme sollen gelockt werden. Das Aufräumen vor dem Alten Rathaus beinhaltet nicht nur, dass die Fläche 2021 neu gepflastert werden soll. Schon vor dem Hessentag sollen hier die alten Sitzbänke wegkommen, das Denkmal vor das Gebäude umgestellt werden. Und es gebe in Zukunft hier »einige Bäume weniger«, um eben den Blick auf die Fachwerkhäuser freizumachen, erklärt Erster Stadtrat Sebastian Wysocki.

Drei Bäume bleiben stehen

Just dieses Detail aber bringt die Grünen in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses auf die Palme. Gegen »sechs Bäume weniger am Marktplatz« wendet sich Stadtverordneter Clemens Breest. »Mal ernsthaft«, hakt Kunzmann ein, »wir pflanzen gerade 3400 neue Bäume« für den Hessentag. Außerdem sei längst ein Kompromiss ausgehandelt, korrigiert Wysocki den Grünen: die drei Bäume vor der Metzgerei Lukarsch blieben erhalten. Lediglich drei Bäume gegenüber kämen weg, von denen ohnehin einer schon schadhaft sei. »Auch die sonstigen Bäume entlang der Frankfurter Straße bleiben erhalten und werden in die Neugestaltung einbezogen«, beteuert er.

SPD-Stadtrat Udo Landgrebe wiederum wendet sich dagegen, dass die Poller zwischen Fahrbahn und Gehweg entlang der Frankfurter Straße auch nach der Sanierung erhalten bleiben sollen. »Alle Poller radikal weg«, fordert er, »dann alle Falschparker abschleppen – dann gewöhnen sich die Leute daran.« Der Erste Stadtrat rät vom Abbau der Poller ab. »Sobald heute mal ein Poller weg ist, wird dort sofort geparkt.« Ganz dreist führen Autofahrer dann sogar auf den Niddaplatz und parkten dort. Wofür der noch immer erzürnte Kurt Liebermeister unter Gelächter die Lösung in den Raum wirft: »Poller mit Selbstschussanlage.«

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