21. November 2018, 19:06 Uhr

Es fehlt an Personal

21. November 2018, 19:06 Uhr
Nicht nur für die Kita »Zwergenburg« sucht die Stadt Fachkräfte. (Foto: Kopp)

Kinder brauchen Verlässlichkeit. Dass diese in den Kitas in der Stadt aufgrund fehlenden Personals schon seit langer Zeit nicht sichergestellt werden kann, verärgert nicht nur die betroffenen Eltern. Nach einem Krisengipfel zur Situation in der Massenheimer Kita »Zwergenburg« keimt nun Hoffnung auf.

Seit 2016 gibt Natalie Klatte ihre Tochter in die tägliche Betreuung der Kita »Zwergenburg« in der Massenheimer Gartenstraße. »Ich kann mich kaum an Zeiten erinnern, in denen alles optimal gelaufen ist«, stellt sie ernüchtert fest. Was beileibe nicht am Engagement des Personals liege, sondern nur an der Anzahl der Erzieherinnen.

Für jede der drei Gruppen für Kinder über drei Jahren mit jeweils 22 Kindern sind zwei Erzieherinnen vorgesehen, insgesamt besteht das Team aus elf Erzieherinnen und einer Hauswirtschaftskraft. »Doch meist war es nur eine Erzieherin pro Gruppe, oft wurden die drei Gruppen zusammengelegt und dann von nur zwei Kräften betreut«, beschreibt Klatte. Turnstunden fallen aus, auch ein Ausflug zu einem nahen Spielplatz ist schwer zu stemmen. Schuld daran sind lange Fehlzeiten des Personals. Doch die Stadt, die den Kindergarten in Trägerschaft des Vereins Elterninitiative Heilsberg personell ausstattet, hat seit Jahren mit einer Unterbesetzung zu kämpfen. So sieht der Stellenplan für den Kita-Bereich 156 Jobs vor, davon unbesetzt sind 15 Stellen. Meist wird das vor Ort mit viel Einsatz, aber auch mit Ersatzkräften ausgeglichen.

Doch in Massenheim eskalierte die Situation. Die Betreuungszeiten für die gesamte Einrichtung musste für zwei Wochen eingeschränkt werden, das »Zwergennest« für unter Dreijährige hatte einen Tag geschlossen.

Erstmals fühlen sich Eltern und in diesem Fall die Betreiber einer Kita nicht einfach abgebügelt. Denn bei einem Gespräch zwischen der Stadt und dem Trägerverein zeigten Stöhr, Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn und Sozialamtsleiter Jörg Heinz Lösungen auf. Ein konstruktives Gespräch sei es gewesen, betonen alle Beteiligten. Ein »Bündel an Maßnahmen« hat Stöhr zugesichert, um Schließungen in Zukunft zu verhindern. So soll es einen Pool an pädagogischen Zusatzkräften geben, die je nach Personallage in Kitas eingesetzt werden können. Auch sollen die eingesetzten Zusatzkräfte ohne pädagogischen Abschluss Förderungen erhalten, um Zusatzausbildungen zu erhalten. Das will Stöhr in die Haushaltsberatungen einbringen. Neue Fachkräfte könnten zudem über europaweite Ausschreibungen gewonnen werden. Für Erzieherinnen sollen weitere günstige Wohnmöglichkeiten über die bestehende WG hinaus geschaffen werden. Das kann etwa in den im Bau befindlichen oder geplanten städtischen Immobilien in Dortelweil-West oder auch im Lehnfurther Weg in Dortelweil geschehen.

Um Lücken zu schließen, muss die Stadt aber laut Heinz eiterhin auf Hilfskräfte setzen. Studentische Kräfte aus dem pädagogischen Bereich könnten zudem für 20 Stunden pro Woche in die Kitas geholt werden.

Derzeit sind Zeitarbeitsfirmen eingesetzt, um Lücken zu schließen. Den Eltern gibt das Gespräch Zuversicht. Doch sie wollen auch nachhalten, bestehen auf einer raschen Rückmeldung seitens der Stadt. Denn nicht nur für Karin Kötzner gilt: »Das wichtigste für Kinder ist Routine. Ein ständiger Personalwechsel ist die Hölle.«

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