16. Januar 2019, 20:17 Uhr

Erzieherin gesucht – auch in Italien

16. Januar 2019, 20:17 Uhr
AGS
Jörg Heinz und Carolin Hartmann haben Redakteur Alexander Gottschalk zum Gespräch ins Bad Vilbeler Rathaus gebeten. (Foto: Privat)

Jörg Heinz leitet den Fachbereich Soziale Sicherung der Stadt Bad Vilbel, Carolin Hartmann arbeitet im Kita-Büro. WZ-Redakteur Alexander Gottschalk hat mit ihnen über die Personalnot in den städtischen Kitas gesprochen.

Den Kitas der Stadt Bad Vilbel fehlt es an Personal. Zuletzt blieben 15 Erzieher-Stellen unbesetzt. Wie wirken sie dem Problem entgegen?

Carolin Hartmann : Erstmal muss ich die Zahl korrigieren. Mittlerweile sind es keine 15 offenen Stellen mehr, sondern nur noch 11. Und von diesen werden einige bereits über pädagogische Zusatzkräfte abgedeckt. Wobei das nur eine Übergangslösung ist.

Aber wie wollen Sie die ausgebildeten Fachkräfte nach Bad Vilbel locken?

Jörg Heinz : 2017 haben wir einen Werbefilm gemacht und wir versprechen den Erziehern von vorneherein, ihnen bei der Wohnungssuche zu helfen. Es gibt Überlegungen bei der Stadt Bad Vilbel in Zukunft Stipendien für Erzieher in Ausbildung anzubieten. Wir versuchen uns Personal zu sichern, aber es ist bei der Lage auf dem Erziehermarkt sehr schwierig. Auch weil in der direkten Nachbarschaft teils übertariflich bezahlt wird.

Was die Wohnungssuche angeht hat Bad Vilbel mit der Erzieherinnen-WG doch ein gutes Argument, oder?

Heinz: Es hat sich tatsächlich mittlerweile so ergeben, dass gerade neue Bewerber, die von weiter weg kommen und sich die Stadt als Arbeitgeber erst mal anschauen wollen, für ein paar Monate in die WG ziehen. Bei Interesse wird den Mitarbeitern dann gern bei der Suche nach einer Dauerbleibe geholfen.

Apropos: Zuletzt hat das Stadtparlament ja diskutiert, Werkswohnungen für Erzieher zu schaffen. Gute Idee?

Heinz: Die Idee ist für uns als Verwaltung eigentlich nicht neu. Praktisch handeln wir schon ähnlich. Wir werben seit Jahren damit, bei der Wohnungssuche zu helfen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass durch die öffentliche Diskussion der eine oder andere nochmal auf das Angebot aufmerksam wird.

Es gibt die Idee, die Stellen europaweit auszuschreiben. Betreuen dann bald Franzosen in den Vilbeler Kitas?

Heinz: Die Idee zur europaweiten Ausschreibung kommt ursprünglich vom Vorstand der Elterninitiative Heilsberg. Sie ist auf den Bürgermeister zugegangen. Wir haben dann beschlossen, das mal zu versuchen. Wir haben unsere Stellenanzeigen ins Italienische übersetzt und wollen jetzt in Italien ausschreiben. Also nicht gleich in ganz Europa. Angeblich gibt es in Italien einen wahnsinnigen Erzieherüberschuss. Aber es ist nur ein Versuch. Wir suchen dort keine zehn Erzieherinnen, sondern vielleicht zwei.

Hartmann: Es ist auf jeden Fall wichtig, dass die Erzieherinnen deutsch sprechen, zumal die Sprachbildung in den ersten Jahren eines Kindes prägend ist.

Gibt es eine Zielsetzung, was die Besetzung der offenen Stellen betrifft?

Heinz: Man muss ganz offen sagen: Was klappt, das klappt. Es wäre unrealistisch zu sagen, bis Jahresende haben wir unsere Stellen besetzt. Dafür ist die Marktlage zu schlecht. Wir sind gerade in den letzten zwei Monaten überrascht worden, weil wir eine Menge Fachpersonal einstellen konnten.

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