Am Grünen Weg 1, nur wenige Meter von der Frankfurter Straße entfernt – zentraler geht es kaum noch – ist in rekordverdächtiger Zeit ein Mehrfamilienhaus entstanden, dessen Wohnungen bereits verkauft waren, als das Abrisshaus noch auf dem Grundstück stand. »Ich hatte die Auswahl unter 21 ernsthaften Interessenten, die eine der sieben Wohnungen noch vor Baubeginn kaufen wollten«, berichtet Investor Joachim Pfeil über sein Projekt »City Living One«.

Seit 27 Jahren ist er in der Immobilienbranche als Projektentwickler und Bauträger tätig und er kennt den Markt in und um Frankfurt sehr genau. In den vergangenen vier, fünf Jahren hat er sich auf Bad Vilbel konzentriert, »weil in der Stadt noch sehr viel Potenzial steckt«. Auch das Eckhaus Frankfurter Straße/Grüner Weg stammt aus seiner Ideenschmiede. »Weil die Nachfrage nach Wohnraum hier so gut ist, habe ich das Anschlussgrundstück gleich auch noch gekauft und nun dieses Mehrfamilienhaus mit den sieben Wohnungen zwischen 40 und 150 Quadratmeter Wohnfläche darauf errichten lassen«, sagt Pfeil.

Keine Blase in Sicht

Mittlerweile steht Pfeil in Konkurrenz mit der Stadt. Denn die kümmert sich nicht nur um den Neubau der Stadthalle und die Sanierung des Kurhauses, sondern sie hat vor Kurzem auch dem Frankfurter Architektenbüro Albert Speer und Partner den Auftrag erteilt, ein Freiraumentwicklungskonzept anzufertigen. Das soll sich vor allem mit dem Areal der unmittelbaren Innenstadt (Frankfurter Straße plus Stichstraßen zur Nidda und anhängige Plätze) befassen, sodass das Zentrum der Stadt bis zum Hessentag im Juni 2020 ein neues Antlitz erhält.

Es schließt an die Innenstadtmodernisierungsmaßnahmen an, die in der Vergangenheit deutliche Spuren hinterlassen haben, wie Stadtsprecher Yannick Schwander erklärt. Ein weiterer Schwerpunkt städtischer Entwicklung sei der Quellenpark, der das Bild der Stadt erheblich beeinflussen wird. In diesem Gebiet werden bis zu 3000 Menschen ein neues Zuhause finden.

Barrierefrei und extra Zimmer

Auch Pfeil hat mit seinem Freund und Geschäftspartner Thomas Reimann von der Alea Hoch- und Industriebau AG neue Pläne. In der Nähe des Nordbahnhofs soll ihr nächstes Projekt umgesetzt werden. Auf die Frage, ob er, Pfeil, nicht Angst habe, dass die Immobilienblase demnächst platzen könne, überlegt er nur kurz: »Nein, ich sehe keine Immobilienblase. Zumindest hier nicht in Bad Vilbel. Für mich sind auch die 1300 Euro pro Quadratmeter im Quellenpark in Ordnung. Denn dort entstehen keine Ein- oder Zweifamilienhäuser, sondern mehrgeschossige Wohngebäude. Und dann ist der Preis okay.«

Das rund drei Millionen Euro teure Appartementhaus am Grünen Weg ist barrierefrei, behindertengerecht und durchaus luxuriös mit vielen zusätzlichen Details ausgestattet. Und trotzdem liege er mit dem Verkaufspreis von etwa 4750 Euro je Quadratmeter im Vergleich zu Frankfurt mit teilweise über 8000 Euro pro Quadratmeter noch recht günstig, erklärt Pfeil. Möglicherweise liegt das aber auch an dem raffinierten Zuschnitt der Wohnungen. Denn ein Großteil von ihnen verfügt über ein abgetrenntes Zimmer mit eigenem Bad. »Dieses Zimmer eignet sich hervorragend für Betreuungspersonal im Alter. Denn viele meiner Käufer sind bereits Bad Vilbeler Bürger und haben bisher in eigenen Häusern am Stadtrand gelebt.

Oftmals ist ihnen dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind, ihr Haus zu groß und zu weit draußen. Dann verkaufen sie und ziehen in die Stadtmitte«, berichtet Pfeil. Die ersten Käufer der Eigentumswohnungen ziehen bereits im Oktober ein, denn trotz einiger Wetterkapriolen liegt der Bau sechs Wochen vor dem Zeitplan.

Pfeil hat noch einen Tipp für die Politik. Die rufe zwar immer lautstark landauf, landab nach sozialem Wohnungsbau und bezahlbaren Mieten, doch ihre eigenen Wohnungsbaugesellschaften machten auf dem Wohnungsmarkt kräftig Kasse und gönnten sich horrende Gehälter, kritisiert er.

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