20. Oktober 2017, 07:00 Uhr

Bad Vilbel

Bad Vilbel: Bauamtsleiter Erik Schächer geht

Wer in Bad Vilbel baut, kennt Erik Schächer. Als Leiter des Fachbereichs Technische Dienste und Bauen ist er gefragt. Doch in Zukunft wird die Stadt ohne ihn auskommen müssen.
20. Oktober 2017, 07:00 Uhr
Erik Schächer verlässt das Bad Vilbeler Rathaus. Wegen einer schweren Erkrankung muss er seinen Dienst Ende November quittieren. (Foto: pe)

Am Bau der neuen Mitte mit der Stadtbücherei über der Nidda hat er wesentlich mitgewirkt, ebenso an der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Mit dem Bau der Gleisunterführung und damit der Erschließung der Baugebiete Quellenpark und Krebsschere war der studierte Planer und Wirtschaftswissenschaftler ebenso beteiligt wie an den Wohncontainern für Flüchtlinge am Niddasportfeld. Überall, wo es in der Wetteraustadt etwas zu bauen gibt, ist Erik Schächer an den Planungen beteiligt. Als Leiter des Fachdienstes Technische Dienste und Bauwesen hat er zahllose Projekte auf dem Tisch gehabt. Das sei schon mehr als ein Full- Time-Job, weiß er. Seine Stelle sei eine, »bei der die ständige Anwesenheit erforderlich ist«. Diesen selbstgesteckten Anspruch aber kann der 51-Jährige nicht mehr leisten. Im Jahr 2013 hatte er nach eigenen Angaben fünf Wochen gefehlt, 2015 vier Monate, und auch in diesem Jahr schon drei Monate. Der Grund: eine seltene Erkrankung namens Sarkoidose.

 

Ständige Schwäche

 

Die Sarkoidose ist eine entzündliche Erkrankung, bei der sich mikroskopisch kleine Gewebeknötchen bilden. Zwar können sie so gut wie überall im Körper entstehen, besonders häufig ist jedoch die Lunge betroffen. Die Medizin hat die Ursachen hat dieser Autoimmunerkrankung bisher nur unzureichend geklärt.

»Die Krankheit hat sich bei mir zuerst in allgemeiner Schwäche bemerkbar gemacht. Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich drei Kästen Wasser in den zweiten Stock getragen hätte. Dabei hatte ich nur einen halben Kasten genommen«, erzählt er. Es gebe sehr verschiedene Varianten dieser Erkrankung, »die bei ihm rechtzeitig erkannt worden« sei. Es sei zwar möglich, dass sie nach gut drei Jahren wieder von alleine verschwinde. »Bei mir ist das aber nicht der Fall.«

 

Warnsignale des Körpers

 

Im November 2016 dann die Entscheidung: »Mein Körper hat mir klare Warnsignale gesendet.« Bei einem Krankenhausaufenthalt habe er beschlossen, »die Konsequenzen zu ziehen«. Und so hat Schächer seinen Dienst bei der Stadt gekündigt. »Ich kann meinen Mitarbeitern nicht die dauernde Mehrbelastung zumuten.« Seine Krankheit lasse sich mit Vollzeitarbeit nicht vereinbaren. »Denn sie führt zu unkalkulierbaren Fehlzeiten.« Auf Dauer wolle er seinen Mitarbeitern das nicht mehr zumuten.

Jetzt, rund sechs Wochen vor seinem Ausscheiden, habe er ein ambivalentes Gefühl. »Ich bin froh, dass ich eine Last ablegen darf.« Es hätte ihn aber gereizt, beim Projekt Kurhaus/Stadthalle noch mitwirken zu können. »Für die Stadt ist das ein sehr reizvolles Projekt«, sagt Schächer.

Rückblickend ist er dankbar dafür, dass er beim Bau der neuen Mitte mitwirken durfte. Der 51-Jährige bezeichnet dies als wichtigstes Projekt seiner zehnjährigen Tätigkeit in Bad Vilbel. »Da wurde ein Ankerbauwerk errichtet, eine architektonische Ikone«, schwärmt er von der Mediatheksrücke. Als wichtige Projekte seiner Amtszeit nennt er auch den Bahnhofsvorplatz und die Unterführung des Bahnhofs, die die neuen Wohnbaugebiete erschließe.

 

Bürgerbeteiligung erweitert

 

Was hat sich während seiner Zeit noch verändert? »Als ich hierher kam, war der Fachdienst eine reine Männerdomäne. Das hat sich Gott sei Dank geändert.« Zudem sei die Bürgerbeteiligung »sehr erweitert« worden. Bei vielen Vor-Ort-Terminen und Anliegerversammlungen habe er gelernt: »Man geht immer klüger raus, als man reingegangen ist.«

Ab Dezember wird Erik Schächer also nicht mehr in die Verwaltung gehen. Dennoch wird er noch zu tun haben. Seine Dozententätigkeit für die Fernuniversität Hagen will er weitermachen. Zudem sei er jetzt für die CDU ins Maintaler Stadtparlament nachgerückt. Schließlich werde er auch regelmäßig Sport treiben. Er werde, wie bereits jetzt schon, viele Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. »Das Radfahren hilft mir, das Kortison in meinem Körper abzubauen.«

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