15. März 2019, 18:51 Uhr

Autos? Ja – Tram? Vielleicht

15. März 2019, 18:51 Uhr
Zumindest auf diesem sommerlichen Foto, das die CDU per Pressemitteilung verschickt hat, mag es die Partei grün. Die Anträge der Grünen hat sie hingegen abgeschmettert. (Foto: pv)

Die Frankfurter Straße ohne Autos? Für die Bad Vilbeler CDU ist das keine Option. Eine Verlängerung der Straßenbahn Nummer 18 können sich die Christdemokraten hingegen vorstellen. Einen Antrag der Grünen lehnen sie trotzdem ab.

Als unausgegoren bezeichnet die CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter den neuerlichen Versuch der Grünen, Autofahrer aus der Frankfurter Straße zu verbannen. »Diese Diskussion haben wir schon häufig geführt. Wir bleiben bei unserem Standpunkt, dass eine solche Sperrung mehr Nach- als Vorteile für die Menschen mit sich bringt«, so Utter.

Die Fraktionsvorsitzende mahnt, die rund 1500 Menschen nicht zu vergessen, die als direkte Anwohner von der Sperrung der Frankfurter Straße betroffen wären: »Wie wollen Sie den Bürgern erklären, dass sie an Weihnachten, Ostern und sonntags auf Besuche ihrer Familie und Freunde verzichten müssen?« Betroffen wären nach Ansicht der CDU nicht nur die Anwohner der Frankfurter Straße, sondern auch die des Grünen Wegs, der Albanusstraße, des Felsenkellers, der Hasen- und der Schmiedsgasse.

Doch nicht nur die Anwohner, auch Gastronomen und etwa die Christuskirche würden unter der Sperrung leiden. »Gerade im Winter wird sich sonntags in Gronau und auf dem Heilsberg kaum jemand aufs Fahrrad setzen, um einen Kaffee an der Neuen Mitte trinken zu gehen oder zum Gottesdienst zu fahren«, meint Utter. Was im Übrigen auch gar nicht jeder könne: »Was ist mit den älteren Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, oder Familien mit Kind?«, kritisiert Utter. Die Fraktionschefin befürchtet, dass die Anwohner der umliegenden Straßen mit erhöhtem Parkdruck zu kämpfen hätten. »Wir wissen aus Erfahrung, dass die Autofahrer, die dann nicht mehr in der Tiefgarage Neue Mitte parken können, die Straßen rundherum nutzen«, erklärt Utter. An einem Sommertag könne das dann Ausmaße annehmen, wie man sie bereits von Straßenfesten kenne.

Hoher Parkdruck in der Innenstadt

Der Antrag sei zudem mit heißer Nadel gestrickt, denn in der jetzigen Form sei die gesamte Frankfurter Straße vom Heilsberg bis zum Alten Rathaus gemeint, das könnten nicht einmal die Grünen ernsthaft im Sinn haben.

Eine Prüfung der Verlängerung der Tramlinie 18 bis Bad Vilbel begrüßt die CDU Bad Vilbel hingegen. Jedoch erteilt sie dem Antrag der Grünen und der SPD eine Absage, der Stadt Frankfurt und der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) mitzuteilen, dass Bad Vilbel dem Vorhaben positiv gegenüberstehe. »Damit lehnen wir uns derzeit zu weit aus dem Fenster. Zu viele Fragen sind noch offen«, erklärt Utter.

Zu klären seien zum einen bauliche Aspekte, etwa die Trassenführung, das zu beachtende Gefälle oder die Breite der Endhaltestelle. »Bevor wir das Vorhaben unterstützen, müssen wir sicherstellen, dass neben einer Tramhaltestelle noch Gehwege, Radwege, Parkplätze und Fahrbahn Platz finden«, sagt Utter. »Wir können für eine Straßenbahn nicht die anderen Verkehrsteilnehmer verbannen.« Ein weiterer entscheidender Punkt seien die Kosten. »Nicht nur der Bau ist teuer. Auch die Betriebskosten sind nicht zu unterschätzen«, betont Utter. Auch über die Finanzierung müsse vorab gesprochen werden, ob eine Bezuschussung möglich wäre, wenn die Straßenbahn im Mischverkehr geführt wird. Utter mahnt, die Heilsberger Bürger nicht zu vergessen. »Derzeit können die Heilsberger an mehreren Haltestellen in den Bus nach Frankfurt steigen. Diese direkte Anbindung würden sie verlieren.« Senioren müssten dann weitere Wege auf sich nehmen.

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