24. August 2018, 19:35 Uhr

Auf Ernstfall vorbereiten

Dieser Extremsommer zeigt eines deutlich: Viel Sonne und hohe Temperaturen über einen langen Zeitraum haben ihre Schattenseiten. Nicht nur ältere und kranke Menschen, sondern auch die Natur leiden unter der Hitze und Dürre. Die Landschaft ist ausgebrannt. Wald und Felder sind trocken wie selten zuvor. Im Karbener Wald herrscht höchste Waldbrandgefahr. Die Feuerwehr wappnet sich für den Ernstfall.
24. August 2018, 19:35 Uhr
Freuen sich über die neuen Tanklaster (v. l.): Christian Kliem, Uwe Axtmann, Guido Rahn, Christian Becker, Karlheinz Moll und sein Stellvertreter Josef Achmann. (Fotos: jsl)

D as ist nach wie vor ein ernstes Problem«, mahnt Karbens Stadtbrandinspektor Christian Becker. »Noch immer könnte ein Funke oder die Glut einer weggeworfenen Zigarette einen Großbrand auslösen.«

Höchste Zeit also, dass jetzt ein Plan in die Tat umgesetzt wird. Vor dem Hintergrund der erlebten Extremhitze und mit dem Wissen um weitere Sommer dieser Art, die noch folgen könnten, hat die Freiwillige Feuerwehr Karben eine besondere Kooperation geschlossen. Zur Unterstützung bei Flächenbränden in Wald und Flur stehen ab sofort Wassertransportfahrzeuge der Lade- und Transportgemeinschaft Wetterau West (LTG) zur Verfügung. Diese gewaltigen Tanklastzüge mit einem Füllvolumen von 30 000 Litern kommen häufig in der Landwirtschaft zum Einsatz. Neben Wasser wird darin zum Beispiel Flüssigdünger transportiert.

Mit der Anfrage nach einer Zusammen- arbeit seitens der Feuerwehr hatte man offene Türen eingerannt. LTG-Geschäftsführer Christian Kliem vom Margarethenhof in Kloppenheim ist der Feuerwehr schließlich schon aus Familientradition verpflichtet. Der Landwirt ist der Enkel des ersten Karbener Stadtbrandinspektors Willi Kliem. Man kennt sich also untereinander.

»Als Zusammenschluss von 160 Landwirten haben natürlich auch wir ein Interesse daran, dass uns im Brandfall schnell und unkompliziert geholfen wird«, erklärte Kliem in der Feuerwehrwache Karben-Mitte, wo die Kooperation symbolisch in Kraft trat. »Drei unserer Transportfahrzeuge stehen im Ernstfall bereit. Standort ist der Margarethenhof in Kloppenheim. Die Alarmierung erfolgt über eine Notleitung am Handy. Im Idealfall könnten wir dann innerhalb von zehn Minuten, wie die normalen Einsatzkräfte, am Einsatzort sein.«

Vilbeler Feuerwehr auch im Boot

Darüber dürften sich dann auch die Feuerwehrleute in Bad Vilbel freuen, denn die hat man gleich noch mit ins Boot geholt. Die Fläche, die mit 30 000 Litern gelöscht werden könne, ließe sich schwer abschätzen, meinte Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Moll. Es sei aber ein enormer Vorteil, wenn man auf die Unterstützung solcher Fahrzeuge zurückgreifen könne. »Der Sommer in diesem Jahr lässt uns über vieles nachdenken. Wir müssen schauen, dass wir für den Fall X vorbereitet sind«, gab Moll zu bedenken. Anschließend bedankte er sich ausdrücklich für die Hilfe und Unterstützung aus Karben.

Wasser aus der Kläranlage

»Befüllt werden die Fahrzeuge mit Wasser aus der Kläranlage«, informierte sein Pendant Christian Becker. »Wir haben jetzt einen Schlüssel bekommen, um Tag und Nacht Zutritt in die Kläranlage zu haben. Unsere feuerwehreigenen Tankfahrzeuge können höchstens 4000 Liter Wasser transportieren.«

Trotz der langen Dürreperiode sei bisher außer ein paar kleineren Bränden nichts Dramatisches passiert, die Kooperation mit der LTG habe sich allerdings schon positiv ausgewirkt: Der Froschteich im Klein-Kärber Wald wurde wegen Wassermangels aufgefüllt.

Bürgermeister Guido Rahn, der ebenfalls gekommen war, sprach von einer »lobenswerten Sache, bei der nicht jeder mitmacht und schon gar nicht unentgeltlich«.

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