Flüchtlingshilfe

Arbeitgeber sollten Flüchtlingen helfen: Keiner kommt zum Treffen der Flüchtlingshilfe

Enttäuscht und ratlos zeigten sich die Mitglieder der Bad Vilbeler Flüchtlingshilfe: Ihrer Einladung an den Gewerbering Bad Vilbel war kein einziger Unternehmer nach Massenheim gefolgt.
23. März 2018, 17:00 Uhr

Von Jürgen W. Niehoff , 11 Kommentare
(Foto: Archiv/us)

Zweck des Treffens war und ist es, den Flüchtlingen bei der Arbeitssuche zu helfen und mögliche Schwierigkeiten schon im Vorhinein aus dem Wege zu räumen. »Denn nur mit Arbeit können diese Menschen in unsere Gesellschaft integriert werden«, erinnert Ungerer. Sie übt das Amt der Vereinsvorsitzenden der Flüchtlingshilfe zurzeit nur kommissarisch aus, da sich bei den letzten Vorstandswahlen Ende vergangenen Jahres kein neuer Vorsitzender gefunden hatte.

 

Es ist schwierig, Arbeit zu finden

In einer kurzen Gesprächsrunde machen die zehn zu diesem Treffen erschienenen Flüchtlingshilfe-Mitglieder noch einmal deutlich, warum es so schwierig ist, Arbeit für die Flüchtlinge zu finden. Denn nicht alle haben in ihren Herkunftsländern bereits eine Ausbildung abgeschlossen oder zumindest angefangen. Um hier in Deutschland aber einen Ausbildungsplatz zu erhalten, ist Kenntnis der deutschen Sprache die wichtigste Voraussetzung. Und daran scheitern die meisten Bewerbungsgespräche. Viele der Flüchtlinge seien zudem auch nur am schnellen Geld, also an einer Tätigkeit, die sofort vollen Lohn mit sich bringt, interessiert. Doch auch da gibt es Schwierigkeiten, wie sich immer wieder herausstellt. Oftmals scheitert die angebotene Festanstellung am ungeliebten Schichtdienst, an der körperlich zu schweren Arbeit oder einfach an der erforderlichen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

 

Falsche Vorstellung vom Verdienst

Trotz aller Schwierigkeiten sucht der Flüchtlingshilfeverein mit seinen rund 170 Mitgliedern Arbeitgeber, die Arbeitsplätze oder Praktika, vielleicht sogar Ausbildungsplätze anbieten würden.

Info

Knapp 450 Flüchtlinge

In Bad Vilbel leben knapp 450 Flüchtlinge und Asylsuchende aus verschiedenen Ländern. Der Großteil der Flüchtlinge sind junge Männer, einen geringeren Anteil stellen Familien und unbegleitete Flüchtlingskinder dar. Im Zentrum der Arbeit des Flüchtlingshilfevereins, der 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle gegründet wurde, steht die Aufgabe, Flüchtlingen und Asylsuchenden das Leben in Bad Vilbel und in der deutschen Gesellschaft ganz allgemein zu erleichtern und eine dauerhafte Integration in die Gemeinschaft zu fördern. »Und dazu gehört nun einmal Arbeit«, meint Angelika Ungerer. (jwn)

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