16. Januar 2019, 20:01 Uhr

Aquanauten erforschen das Wasser

Projekte, zumal Theater- und Kunstprojekte, sind an der Europäischen Schule Rhein-Main nichts Außergewöhnliches. Und doch ist das, was in diesem Jahr in mehreren Aufführungen über die Bühne der Aula gehen wird, bislang ohne Beispiel. Denn die Schule arbeitet erstmals mit den Burgfestspielen zusammen.
16. Januar 2019, 20:01 Uhr
Schüler der Europäischen Schule studieren hier das Musical »Mathilda« ein. Demnächst befassen sie sich mit dem Wasserprojekt »Die Aquanauten«. (Foto: pe)

Die Aquanauten«, das klingt nach Weltraum, nach Science-Fiction. Ist es aber nicht, sondern hier geht es um die pure Wirklichkeit. Nämlich um unseren Planeten Erde. Erde? »Eigentlich ist es unlogisch, dass unser Planet Erde und nicht Wasser heißt, sind doch 75 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt.« So heißt es auf der Website der Aquanauten, einem Musiktheaterprojekt, das die kostbare und lebensnotwendige Ressource Wasser ins Zentrum einer kreativen Auseinandersetzung stellt. Schüler sollen sich mit verschiedenen Fragen und auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Wasser befassen. Während sich Astronauten mit dem Weltall beschäftigen, erforschen Aquanauten also das Wasser.

An der Europäischen Schule Rhein-Main in Dortelweil widmet man sich ab jetzt bis zum Sommer den verschiedenen Fragen, wie etwa: Wie klingt eigentlich Wasser? Wie nehme ich Wasser im Alltag wahr? Wie reagiert mein Körper auf Wasser oder Wassermangel? Welche globalen Zusammenhänge gibt es beim Wasserkreislauf? Und wie kann sich jeder vor Ort verhalten im Umgang mit der wertvollen Ressource? Gerade in Bad Vilbel, der Stadt des Wassers und der Mineralbrunnen, dürfen solche Fragen gestellt werden.

Auf verschiedene Weise sollen sich die Schüler der Klassen sechs bis neun diesem Thema nähern. Dazu soll ein Musical einstudiert werden, das die Europäische Schule Rhein-Main mehrmals in ihrer Aula aufführen wird. Das Besondere dabei: Die Schule arbeitet erstmals mit den Burgfestspielen und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zusammen.

Organisatorisch verantwortlich sind der Leiter der Sekundarstufe, Simon Hanheiser, Musiklehrer Neil Kavanagh, Kunstlehrerin Christy Chambers und James Connor, der die höheren Klassen der Sekundarstufe leitet. Seit geraumer Zeit sind sie mit Festspielintendant Claus-Günther Kunzmann und dem ehemaligen Leiter der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Gerhard Müller-Hornbach, im Gespräch. Bis zu 70 Kinder seien insgesamt beteiligt, berichten die Lehrer der Schule. In vielfältiger Weise solle das Thema im Unterricht erarbeitet werden. Dabei geht es beileibe nicht nur um Wissensvermittlung, sondern die Schüler sollen sich den Fragen auch in Workshops nähern. Und ein Musicaltheater einstudieren, nach dem Vorbild einer Aufführung in Osnabrück. »Wir haben das Script von Schülern aus Osnabrück als Vorlage und adaptieren es für Bad Vilbel«, sagt der Sekundarstufenleiter.

Das Thema Wasser könne im naturwissenschaftlichen Unterricht behandelt werden, der Inhalt als Theaterstück von den Schülern einstudiert werden. Mit beteiligt sein werden auch der Chor und das Orchester der Schule. Designstudenten setzen das Thema mit Kunstlehrerin Chambers um. Eine Kulisse für die Bühne wird gleichfalls gebaut. Und die Werkstatt und die Schreinerei der Burgfestspiele unterstützen dabei die ESRM tatkräftig.

Kulturfonds fördert

Von März bis Juni soll das Musical einstudiert werden, sollen die Kulissen für die Aufführungen gebaut werden.

Die Musik stammt übrigens von dem in Bad Vilbel lebenden Komponisten und langjährigen Leiter der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Gerhard Müller-Hornbach. Bei der Adaption der zunächst für die Osnabrücker Aufführung geschriebenen Kompositionen arbeitet er mit Neil Kavanagh zusammen, der an der Europäischen Schule Klavier und Klarinette unterrichtet. Das große Kooperationsprojekt wird vom Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main finanziell gefördert.

Zunächst will die Schule das Stück intern für die Schulgemeinde aufführen. Geplant sei aber auch eine öffentliche Aufführung. Wann, wo und wie dafür Karten erworben werden können, will die Schule noch bekanntgeben.

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