08. März 2018, 05:00 Uhr

Im Bad Vilbeler Quellenpark

8000 Arbeitsplätze in neuer »SmartCity« in Bad Vilbel

Modernes Arbeiten im Internet-Zeitalter mit modernem Leben vor den Toren einer Großstadt verbinden. Das will das Projekt »SmartCity Springpark Valley« im Bad Vilbeler Quellenpark. Was im Einzelnen geplant ist.
08. März 2018, 05:00 Uhr
Geschwungene Gebäude, begrünte Dachflächen und viel Wasser unter und zwischen den Bauten: So stellen sich die Investoren die »SmartCity »im Bad Vilbeler Quellenpark vor. Im Ausschuss haben sie jetzt erstmals die Pläne vorgestellt. (Modell: Büro Planquadrat Darmstadt

Als Stadtrat Klaus Minkel am 24. Dezember 1998 mit Landwirten beim Notar saß und für die Stadt rund 800 000 Quadratmeter an Grundstücken zusammenkaufte, ahnte er wohl selber noch nicht, was sich auf dem Gelände entwickeln würde. Zunächst wurden die Grundstücke für den Wohnungsbau vermarktet, dann die für Gewerbeflächen. Während Richtung Bahnhof und Bahnlinie mit einem Teil des Wohnungsbaus für rund 3500 Neubürger begonnen wurde, ist die Stadt beim Gewerbepark noch am Anfang. Die Berliner CESA-Group hat die Grundstücke gekauft und entwickelt zusammen mit dem Bad Homburger Mit-Investor Jörg-Peter Schultheis und dem Darmstädter Büro Planquadrat einen modernen Stadtteil zum Arbeiten und Leben.

 

Park bis ins Gewerbegebiet

Architektin Anita May erläuterte, der Park, der zwischen den Wohnbauten und dem späteren Valley entstehe, solle bis ins Gewerbegebiet hineingezogen werden. Vorgesehen sind viele Wasserflächen und begrünte Fassaden. Das Gebiet werde durch zahlreiche Fußwege erschlossen, der Hauptverkehr werde um das Quartier herumgeführt. Autonome E-Shuttles sollen die arbeitenden Menschen vom Bahnhof zu den Arbeitsplätzen bringen. Es seien aber auch eingeschossige Tiefgaragen unter allen Gebäuden und ein Parkhaus entlang der B 3 vorgesehen. Im Laufe des Abends erfuhren die zahlreich erschienen Zuhörer, dass die Investoren neuartige Arbeitsplätze schaffen wollen.



Im Gebiet würden Glasfaserkabel verlegt mit einer maximalen Geschwindigkeit von 5G. Die Gebäude seien nicht für einzelne Firmen bestimmt, sondern dort gebe es viele Kommunikationsräume und freie Büros. »Wenn Sie sich erst mal eingeloggt haben, können sie von jedem Haus aus jedem Büro heraus arbeiten.« Feste Arbeitsplätze schweben den Machern des SmartValley also eher nicht vor.

 

Kita, Hotel, Gastronomie

Dafür wollen sie, dass die Menschen leben und arbeiten miteinander verbinden können. Eine Kindertagesstätte soll entstehen, Flächen für Gastronomiebetriebe, ein Hotel sowie Service-Appartements. Restaurants seien auch auf den Dächern vorgesehen, in den Gebäuden viele Kommunikations- und Besprechungsräume. Man könne sich zudem Dienstleister aus dem Bereich Gesundheit dort gut vorstellen.

   

Du arbeitest, wann du willst

Jörg-Peter Schultheis über die moderne Arbeitswelt

Architektonisch sehen die Pläne siebengeschossige Bauten vor, die zur Seite der Wohnbebauung aber niedriger werden. Von Weitem sichtbar sein soll das Gebiet durch zwei je 45 Meter hohe »Höhenpunkte«, wie Schultheis sagte. Das Gebiet sei so konzipiert, dass auch abends und nachts noch Leben sei. Dort könne man moderne Arbeitsformen umsetzen gemäß dem Motto »Du arbeitest, wann du willst.«

 

Geschossfläche von vier Hochhäusern

Insgesamt werden dort laut Stadtrat Minkel über 200 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstehen. »Das wären in Frankfurt beispielsweise vier Hochhäuser.« Aber in Bad Vilbel werde das in die Breite gebaut. Die von Architektin May gezeigten Skizzen sehen geschwungene Gebäude mit viel Glas vor, die viel Licht durchlassen.

Beim Stadtrat und den Ausschussmitgliedern lösten die Pläne ziemliche Begeisterung aus. Minkel sagte, hier sei ein »sehr ansprechender Entwurf aus einem Guss« gelungen. »Ein solches Gewerbegebiet mit dieser Qualität ist mir im gesamten Rhein-Main-Gebiet nicht bekannt.« Selbst die Grünen klatschten Beifall.

Peter Paul bezeichnete das als »ideale Planung, die in die Zukunft weist«. Ansprechend seien die vielen Grün- und Wasserflächen. Als Anregung schlug er vor, die Wasserflächen, die sich nur unter den Gebäuden befinden, bis in den Park hinein zu verlängern. Investor Schultheis und die Projektleiterin der CESA-Group, Sandra Zimmermann, wollen diese Anregung aufnehmen und mit der Architektin besprechen.

Auf die Frage, wie viele Arbeitsplätze hier entstehen könnten, antwortete Schultheis: rund 8000. Minkel sagte, er sei vorsichtiger. Die hochgerechnete Investitionssumme gab er in Einnahmen und Ausgaben mit je rund 150 Millionen Euro an. »Das ist die größte Investition, die in der Stadt je ausgelöst wurde.«

 

Kommentar

Großer Wurf

Das Konzept für ein modernes Gewerbegebiet im Bad Vilbeler Quellenpark hat zu Recht Begeisterung hervorgerufen. Statt der üblichen sterilen Gewerbegebiete haben die Investoren die Architektur der modernen, vernetzten Arbeitswelt entworfen, die viel Platz für gesellige Begegnungen vorsieht. Menschen gehen zu Fuß zur Arbeit oder fahren mit autonomen Elektroshuttles durch das Gebiet. Die Macher haben Visionen für die Arbeitswelt von morgen, in der in unmittelbarer Nähe auch das Leben seinen Platz hat. Gastronomische Angebote, kleine Einkaufsshops, eine Kita und vieles mehr sind geplant. Von den Visionen her ist den Investoren ein großer Wurf gelungen. Nun kommt es vor allem darauf an, genügend Firmen zu finden, die diesen Weg mitgehen. Das müsste eigentlich klappen, denn die Hartnäckigkeit des Bad Homburger Investors Schultheis nötigt selbst Stadtrat Minkel Respekt ab.

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