05. Januar 2015, 18:43 Uhr

Neues aus dem alten Vilbel

Bad Vilbel (cf). In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Leben in Bad Vilbel und auch in seinen Stadtteilen sehr verändert. Jetzt ist ein neuer Band »Vilbeler Geschichten« erschienen, der viele Begebenheiten aus der Vergangenheit schildert, damit sie vor dem Vergessen bewahrt bleiben,
05. Januar 2015, 18:43 Uhr
Verlegerin Agathe Gschwilm-Bauer und Redakteur und Ideengeber Peter Gschwilm präsentieren die zweiten vier Bände der Reihe »Vilbeler Geschichten«. (Foto: Christine Fauerbach)

Früher kannte jeder jeden in der 6000 Einwohner zählenden Stadt wie auch in den viel weniger Seelen zählenden heutigen Stadtteilen. Viele Vorkommnisse und Geschichten wurden in den überschaubaren Gemeinschaften mündlich von einer an die nächste Generation weitergegeben. Dieses Wissen macht für viele Bürger ein Stück ihrer Heimat aus. Damit diese Erinnerungen, Anekdoten und Geschichten aus dem alten Vilbel nicht verloren gehen, haben »alte Vilbeler« und solche, die hier seit vielen Jahren eine neue Heimat gefunden haben, auf Initiative von Peter Gschwilm zur Feder gegriffen. Sie erzählten oder schrieben ihre »Vilbeler Geschichten«, teils in Gedichtform auf, um sie so vor dem Vergessen zu retten.

Die ersten vier Bände der Buchreihe, an denen fast 30 »alte Vilbeler« mitwirkten, kamen bei den Bürgern so gut an, dass inzwischen vier weitere Bände herausgegeben wurden. Die Zahl der Autoren verdoppelte sich auf über 60, die Erlebnisse aus ihrer ganz persönlichen Sicht schildern, was zum Reiz der Reihe beiträgt. Oft gehen Lokalkolorit, Dialekt und Humor bei den Schilderungen von Begebenheiten, Personen, aber auch der Kernstadt, der Stadtteile, von Natur, Nidda und Nidder, eine lebendige Verbindung ein.

Festgehalten haben die Hobby-Autoren dieses Mal ihre Erinnerungen an die Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Autoren ließen es sich nicht nehmen und kamen zur Vorstellung der Bände 5 bis 8 in den AWO-Treff. Zu ihnen gehörte Gerlinde Kallus, geborene Gabrian. Das »Vilbeler Mädche« porträtiert in »Der Cello« liebevoll ihren Vater, den »Cello-Jean«, der mit bürgerlichen Namen Johannes Gabrian hieß. Der studierte Musiker arbeitete als Cellist im Staatstheater Kassel, bevor er als Familienvater einen Brotberuf bei einer Frankfurter Versicherung ausübte. Wie die Musik weiterhin die Hauptrolle in seinem und dem Leben seiner Familie spielte, beschreibt seine Tochter.

Auch in der Geschichte »Singende Wenzels« von Hansfried Münchberg spielt Musik eine tragende Rolle. Dieses Mal am Beispiel des Gronauer Gesangvereins »Germania«. Ihm gehörten 1964 insgesamt 52 Sänger und 40 passive Mitglieder an. 23 von ihnen trugen den Nachnamen »Wenzel«. Maria Hoch hat ihre Liebe zu Gronau und seinen Bewohnern 1964 in der Festschrift »75 Jahre Gesangverein Germania Gronau« in »E kloa Örtche« in Reimen festgehalten.

Kurt Sebald steuerte das »Tischgebet eines Apothekers« bei. Erich Jost erinnert an »Fußball nach dem Krieg« und schildert die Entwicklung »Vom Bolzplatz zum Nidda-Sportfeld«. Hilde Marburger beschreibt den »Kirschenklau im Russenwäldchen« und mit Erich Knoll geht es »Direkt in die Nidda«. Geschichten steuerten auch Ingemarie Hennig »Babys im Brutkasten«, Lydia Becker »Plötzlich war die Hauswand weg« und Ilse Garmatz mit »Gast im Goldenen Engel« und »Vilbeler als Hoflieferant« bei.

Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Viele »Vilbeler Geschichten« belegen eindrucksvoll, wie sehr die Heimat ihrer Kindheit die Autoren noch heute bewegt. Schön ist es für alle Leser, dass sie ihre Erinnerungen mit ihnen teilen. Weitere Geschichten für neue Bände sind bei den Herausgebern willkommen.

Die bisher veröffentlichten acht Bände der »Vilbeler Geschichten« aus dem Druck und Verlag Gschwilm-Baur sind in sämtlichen Bad Vilbeler Buchhandlungen erhältlich.

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