25. August 2013, 19:38 Uhr

Günther Biwer gestorben

Bad Vilbel (ach). In der Quellenstadt herrscht Trauer, denn Ehrenbürgermeister Günther Biwer ist am Freitagvormittag gestorben. Nur wenige Tage vor seinem 73. Geburtstag erlag der langjährige Bürgermeister seinem Krebsleiden.
25. August 2013, 19:38 Uhr
Günther Biwer ist gestorben. Dieses Foto entstand im vergangenen Jahr bei einem seiner vielen Termine im Haus der Begegnung. (Foto: cf)

CDU-Vorsitzender Tobias Utter teilte mit, seine Partei habe mit großer Trauer auf die Nachricht vom Tode Biwers reagiert.

Mit Biwers Namen verbunden sind das Kulturzentrum Alte Mühle und die Burgfestspiele, die er 1986 ins Leben rief. Als sein letztes unterstütztes und gefördertes Projekt ist das Haus der Begegnung zu nennen, dessen Fördervereinsvorsitzender er war und das aus der von Biwer mitinitiierten Bürgeraktive hervorging. Der langjährige Bürgermeister war auch die Kraft, die die Städtepartnerschaft mit dem thüringischen Brotterode 1990 auf den Weg brachte oder die zum englischen Glossop und französischen Moulins befürwortete. Und er stieß die »Lokale Agenda 21« in der Brunnenstadt an. Biwer engagierte sich zudem unter anderem für das Projekt »Schule für Afghanistan«, sammelte dafür mit seinen Mitstreitern Tausende Euro, die er an die Hilfsorganisation von Rupert Neudeck übergab. Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr nannte Biwer anlässlich der Amtsübergabe einmal einen »Bürgermeister der Vereine«, denn mehreren Vereinen hatte der langjährige Rathauschef Starthilfe gegeben, und etliche Vereine machten ihn als Dank zum Ehrenmitglied.

»Ohne das Ehrenamt wäre mein Leben
ärmer«, hat Günter Biwer einmal bei einer Talkshow im Gemeindezentrum von St. Nikolaus gesagt. Und nach dieser Devise hat er auch nach seiner Zeit als Bürgermeister gehandelt. Er war als Mediator bei Streitfragen und als Moderator bei zahlreichen Kulturveranstaltungen tätig. Und er erfüllte sich den Wunsch, bei den Burgfestspielen aktiv auf und hinter der Bühne mitzuwirken. Zudem agierte er als Vorsitzender des Kuratoriums der Burgfestspiele.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte der Verstorbene in Fulda und Marburg. Er trat dort in die CDU ein und legte in der mittelhessischen Universitätsstadt 1971 sein zweites juristisches Staatsexamen ab. Danach ging er nach Koblenz, wo er seine erste Anstellung als Leiter des Rechtsamtes des zusammengelegten Landkreises Mayen-Koblenz erhielt. Drei Jahre später wurde er Dezernent für Jugend, Soziales und Sport. Nachfolger von Erich Glück im Amt des Bürgermeisters in Bad Vilbel wurde er am 29. April 1980. Nach 24 Jahren in diesem Amt wurde er im Juni 2004 zum Ehrenbürgermeister ernannt.

Utter schreibt, mit Günther Biwer verliere er »einen guten Freund, der mich immer unterstützt hat, von dem ich so vieles lernen durfte, der immer ein offenes Ohr hatte. Nicht nur Politik, sondern auch Religion und Kultur, waren unsere Gesprächsthemen. Günther war ein Mensch, der sich für so vieles interessiert hat, der im besten Sinne neugierig und wissbegierig war. Ein durch und durch liebenswerter Mensch. Unsere Anteilnahme gilt der Familie und den Angehörigen«. Biwer habe als Bürgermeister Bad Vilbel »entscheidend weiterentwickelt«. Mit seinem Namen seien die Burgfestspiele und die vielen sozialen Initiativen in der Stadt verbunden. Während seiner Amtszeit habe sich Bad Vilbel »zu einer der attraktivsten Städte der Region entwickelt«. Biwers Leitbild vom »Wohlfühl-Bad Vilbel« präge bis heute das Handeln der politisch Verantwortlichen. Der Verstorbene habe »ein entscheidendes Kapitel in der Geschichte der Entwicklung unserer Stadt gestaltet«. Für viele Bürgermeisterkollegen sei er ein Vorbild. »Die CDU ist dankbar und stolz, dass eine so außergewöhnliche Persönlichkeit wie Günther Biwer mehr als 40 Jahre Mitglied der Partei war. Er trat immer für eine Öffnung und beständige Modernisierung der Union ein. Er sprudelte immer vor neuen Ideen und Anregungen«, formuliert Utter. »Ganz persönlich bin ich Günther Biwer für seine Freundschaft und seine beständige Unterstützung dankbar. Seit seinem Ruhestand hat er die Arbeit der Bad Vilbeler und Wetterauer CDU immer wieder mit seinem großen Erfahrungsschatz bereichert. Die Christdemokraten werden
ihm ein ehrendes Angedenken bewahren«, so Utter.

In einem WZ-Interview zum Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt hatte Biwer den Kontakt zu den Bürgern als »das Allerwichtigste« bezeichnet. Und er hatte gesagt: »Zum einen bin ich froh, dass die Verantwortung nun ’rum ist... Ich bin aber auch traurig, dass die Arbeit zu Ende ist, weil ich sie gerne gemacht habe. Abschied ist immer auch ein Stück sterben.«

Günther Biwer war in den 24 Jahren seiner Amtszeit, in der er auch schwierige Entscheidungen zu treffen hatte, als Bürgermeister in der Stadt allgegenwärtig. Man begegnete ihm auch im »Ruhestand« allenthalben bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen oder einfach nur mal so auf der Straße und kam mit ihm ins Gespräch. Die Bad Vilbeler werden ihn vermissen, aber sein vielfältiges Wirken ist nachhaltig, und so bleibt er in der
Erinnerung vieler lebendig.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • CDU
  • Ehrenbürgermeister
  • Geburtstage
  • Krebs (Tumor-Krankheiten)
  • Ruhestand
  • Rupert Neudeck
  • Streitfragen
  • Thomas Stöhr
  • Verstorbene
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 43 - 10: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.