15. September 2010, 18:26 Uhr

Sascha Empter – ein leidenschaftlicher und erfolgreicher Tischfußballspieler

Bad Vilbel (cf). Der Mann, um den es hier geht, ist bodenständig: verheiratet, zweifacher Vater, Schreinermeister, Gerätewart bei der Freiwilligen Feuerwehr Gronau, Ehren-Kerbbursch. Aber auch Leistungssportler, mehrfacher Deutscher Meister und Vize-Weltmeister. Sascha Empter ist ein ebenso leidenschaftlicher wie erfolgreicher Tischfußballspieler.
15. September 2010, 18:26 Uhr
Sascha Empter blickt auf eine imposante Karriere im Kickern zurück. (Foto: Fauerbach)
Tischfußball, umgangssprachlich »Kicker« genannt, gehört zu den Trendsportarten mit professionellen Strukturen wie Bundesverband und Bundesliga und strengem Reglement wie Zeitbegrenzung von 15 Sekunden für den Ballbesitz auf einer Stange. Für Empter, ehemaliges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, sind Regeln wie diese kein Problem. Der Gronauer erntete bei Meisterschaften und Turnieren im Einzel und im Doppel stets Anerkennung. Pokale, Urkunde und Titel erinnern an erfolgreiche Spiele.

Auf seine Erfolge ist der 34-Jährige stolz, verändert haben sie ihn nicht. Am wohlsten fühlt er sich bei Ehefrau Sabine, Sohn Theo (7) und Tochter Lea (4). Und bei seinen Freunden in Gronau, mit denen er teils schon im Sandkasten spielte.

Den Grundstein für seinen internationalen Erfolg legte Empter 1992 im Gronauer Jugendclub. Im gleichen Jahr hatte er nach seinem Realschulabschluss an der John-F.-Kennedy-Schule eine Lehre bei der Schreinerei Jung begonnen. Im Jugendclub verbrachte der häufig verletzte Fußball-Torwart des SV Gronau am Kicker einen Teil seiner Freizeit. Beim schnellen Spiel am Tischkicker war er immer ein bisschen besser als seine Gegner. Bestärkt durch die Erfolge, meldete er sich 1994 zum Opelturnier in Frankfurt an. »Gegen die Turnierspieler hatte ich keine Chance«, erinnert er sich.

In Frankfurt lernte der damals gerade Volljährige den vier Jahre älteren Tischfußballspieler Jamal Allalou kennen. »Jamal war damals einer der besten deutschen Tischfußballer«. Die beiden verstanden sich auf Anhieb gut: »Ich habe Jamal in Gronau eine Wohnung besorgt. Wir spielten jeden Tag zwei Stunden zusammen. Durch das Training mit ihm wurde ich immer besser.« Nach bestandener Lehre wurde der Schreinergeselle 1995 zur Bundeswehr nach Würzburg eingezogen. Und er nahm an seiner ersten Deutschen Meisterschaft in Wiesbaden teil. Dort gewann er zusammen mit Reinhold Meister aus Stockstadt das Doppel. Da dem Würzburger Dimitri Asmalidis ein Partner für den Amateurwettbewerb fehlte, sprang Empter ein. Das Duo gewann je 1000 D-Mark Preisgeld. »Das Geld war mein Ansporn zum intensiven Training.« Immer wieder übte er: Angriff- und Verteidigungsspiel, Tipps und Tricks, Schüsse und einzelne Spielzüge. »Zu 80 Prozent trainiere ich allein. Vor allem Pässe und Schüsse. Die anderen 20 Prozent zusammen mit einem Partner. Hier steht das Timing im Vordergrund.«

Empter pflegt wie jeder Spitzenspieler das Kurzpassspiel. Seine erste Turnierserie mit zehn bis zwölf Turnieren in großen deutschen Städten spielte er 1996. Am Ende des Jahres nahm er an den Deutschen Meisterschaften in Bingen teil und holte sich im Doppel zusammen mit Björn Schulz aus Heuchelheim die Vize-Meisterschaft. Seit 1999 spielt er im Tischfußballverein Kickers Hausen.

Neben seiner sportlichen behielt Empter stets auch seine berufliche Karriere und seine private Lebensplanung im Blick. 2002 bestand er seine Meisterprüfung. Ein Jahr später heiratete er. 2005 wurde er in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Im gleichen Jahr wurde Empter zum ersten Mal Deutscher Meister im Einzel und mit Chris Marks aus Eichen deutscher Vize-Meister im Doppel. Die in 2005 gegründete Firma Tuniro, die professionelle Tischfußball-Heimtische herstellt, verpflichtete den Gronauer als Werbeträger. In einer Lern-DVD gibt Empter sein Wissen weiter.

2006 startete Empter erneut beim national ranghöchsten Einzel- und Doppelturnier, gewann im Einzel, wurde zusammen mit Steffen Tienes Vize-Meister. Mit der Nationalmannschaft wurde er in diesem Jahr hinter Österreich Vize-Weltmeister. Durch seine erfolgreiche Titelverteidigung im Einzel in Hamburg qualifizierte er sich für die Weltmeisterschaften im November 2007 in Saint Vincent/Italien. »Zum Turnier in die Hamburger Fischauktionshalle waren viele Zuschauer gekommen. Eine tolle Atmosphäre. So ein Turnier geht von zehn Uhr morgens bis zwei Uhr nachts. Alle Topspieler sind technisch auf einem Level. Über Sieg oder Niederlage entscheiden Konzentration, Kondition, Präzision, Technik, Reaktionsvermögen und Schnelligkeit.« Und eine stabile Psyche. »Hamburg war für mich der bisherige Karrierehöhepunkt.«

Tischfußball hat als Leistungssport mit dem Freizeitvergnügen in der Kneipe wenig gemein. Ungehemmtes Gebolze aus allen Lagen wie auch Alkohol ist bei den Spitzenkickern während eines Spiels verpönt.

Danach setzte Empter aus beruflichen und privaten Gründen neue Prioritäten. Er spielt nicht mehr in der Nationalmannschaft, absolvierte nur noch ein oder zwei Turniere im Jahr. Dennoch wurde er 2009 erneut Deutscher Meister im Doppel zusammen mit Jochen Bienert aus Freiburg und gewann im vergangenen und in diesem Jahr als Spielführer der Hessenauswahl jeweils den Länderpokal.

Im nächsten Jahr will der Gronauer in den USA an Turnieren teilnehmen. Weltweite Turniere im Tischfußball finden erst seit Gründung des Weltverbandes vor zehn Jahren statt. Empter spielte bisher im Rahmen der World Series in Las Vegas/USA, Frankreich und Österreich.

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