01. März 2015, 18:13 Uhr

Initiativkreis Ökologie sammelt jede Menge Unrat im Hohlweg

Bad Vilbel (cf). Lautes Vogelgezwitscher wies fünf von 30 Mitgliedern des Initiativkreis (IK.) Ökologie der Lokalen Agenda 21 den Weg in eine der letzten naturbelassenen Idyllen der Stadt. Der Hohlweg, direkt am Radweg und der Einmündung der L 3008 zur Ortseinfahrt Gronau gelegen, ist ein Vogelparadies – und eine Müllhalde.
01. März 2015, 18:13 Uhr
Die Müllsammler des IK. Ökologie vor ihren Fundstücken (v. l.): Peter Paul, Klaus-Joachim Dejon, Christian Dittmann, Nils Hartig, Heinz Gilbert und Bastian Dittmann (6). (Foto: Christine Fauerbach)

Er führt – wie sein Name sagt – zur Hohl. Das war eine Lehmgrube, einige behaupten es sei ein Steinbruch gewesen, in dem die Gronauer früher, als es noch keine Müllabfuhr gab, legal ihren Hausmüll entsorgten. Dessen Menge war mit der heutiger Haushalte nicht vergleichbar, da es weder Tüten noch Verpackungen aus Plastik gab und alles Brennbare im Küchenherd oder Badeofen zum Heizen verwendet wurde.

Begrenzt wird die Lehmgrube hinter der Riedmühle im Nordwesten durch den Bahndamm des »Stockheimer Lieschen«.

Der Gronauer Neubürger Christian Dittmann erkundete mit seinen beiden Kindern beim Spaziergang den romantisch verwilderten Weg und entdeckte dort – teils von Moos malerisch überwuchert – allerlei Müll. Der lag teilweise schon länger dort. Vieles war aber offenkundig von Umweltsündern erst in den vergangenen Jahren unter den Bäumen entsorgt worden. Gemeinsam mit Mitgliedern des IK. Ökologie hatte deren Sprechen Peter Paul Bürger am Freitagnachmittag zur
Säuberung des Hohlweges aufgerufen. Weder Kälte noch Regen und Matsch konnten Peter Paul, Christian Dittmann, Heinz Gilbert, Nils Hartig und Klaus-Joachim Dejon von ihrem Einsatz zum Wohle der Natur abhalten. Verstärkt wurde das Quintett durch den eifrigen Müllsammler Bastian Dittmann (6).

Stadt muss mit Seilwinde anrücken

Enttäuscht war die Gruppe, dass sie keine Unterstützung durch weitere Gronauer bekamen. Über drei Stunden lang war das fleißige Team im dichtbewachsenen Hohlweg unterwegs.

»Der Hohlweg stellt einen wertvollen Landschaftsbestandteil dar und soll im Vorfeld der bald beginnenden Brut- und Setzzeit gesäubert werden. Refugien wie der Hohlweg sind in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft selten, schützens- und erhaltenswert«, erklärte Paul.

Lange suchen mussten die ehrenamtlichen Müllmänner nicht. Nicht bergen konnten sie eine Autotür, aus der ein Baum herauswächst, mehrere große Metallteile wie auch einige schwere Auto-, Lkw- oder Traktorbatterien. »Da reicht Muskelkraft allein nicht aus. Da muss die Stadt mit entsprechenden Geräten und Seilwinden anrücken, um sie hochzuziehen«, erklärte Paul. Im Hohlweg entsorgt wurden mehrere Zaun- und Drahtrollen, viele Plastikeimer, Ölfässer, ein alter Pflug, Kochtöpfe, ein Badeofen, Glas- und Plastikflaschen, Folien, das Karussell eines Einwecktopfes, Plastik, vier Paar von Moos überwucherte Schuhe und Stiefel. Gefunden wurden zudem alte Autoreifen, Volldünger-
Säcke, Spritzmittelflaschen, einen Isolator von benachbarten Strommasten, eine Kiste voller Kataloge, Ofenrohre, Beet-Einfassungen und vieles mehr.

Kuriosester Fund war der Teil eines Grabsteines mit Sockel. Er stammt aus der Zeit, als die Hohl noch als legale Mülldeponie benutzt wurde. Der Grabstein schmückte einst das Grab von Elise Vetter, die am 12. Dezember 1921 starb. Ihre Eltern hatten auf dem Sockel den Spruch »Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah« eingravieren lassen.

Den Müll stapelten die Mitglieder des IK. Ökologie am Rande des Radweges von Gronau nach Bad Vilbel. »Die Stadt holt den Müll am Montag ab. Erfahrungsgemäß werden Bürger die Gelegenheit nutzen und weiteren dazustellen«, befürchtet Paul.

Die Reinigung des Hohlwegs ist die diesjährige Schwerpunktaktion des seit 15 Jahren bestehenden IK. Ökologie im Rahmen der Aktion »Saubere Landschaft«.

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