01. November 2010, 19:48 Uhr

Römischer Signalturm: Weltkulturerbe dank Bundesmitteln gesichert

Bad Nauheim (jw). Technik war schon immer ein Element der Sicherung von Macht. Das wussten schon die alten Römer und ließen, als sie die Wetterau mit dem Limes umgaben, nicht nur Kastelle und Wachtürme errichten, sondern auch Signaltürme. Der besterhaltene steht auf dem Johannisberg, wenige Schritte von der Sternwarte entfernt.
01. November 2010, 19:48 Uhr
Die Mauern des Signalturms, der einst wohl so hoch war wie der benachbarte Kirchturm der Sternwarte, sind wieder befestigt, der Fußboden wurde originalgetreu rekonstruiert. (Fotos: nic)

In den letzten Jahren war der Signalturm immer baufälliger geworden, nun wurde er saniert. Dass gestern mehr als 30 Beteiligte und Gäste zur Feierstunde kamen, ist nicht verwunderlich, denn der Turm ist das (derzeit) einzige Baudenkmal auf Bad Nauheimer Gemarkung, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt - ein Umstand, der laut Bürgermeister Bernd Witzel vielen Bürgern immer noch nicht bekannt ist.

Witzel konnte eine ganze Reihe von Gästen begrüßen, darunter Landrat Joachim Arnold, Landesarchäologe Prof. Egon Schallmeyer, Parlamentsvorsteher Prof. Friedrich-Karl Feyerabend, Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal sowie Vertreter der AG Geschichte, des Museumsvereins, der Verwaltung und der beteiligten Architekten und Archäologen. 50 000 Euro kostete die Sanierung, ein Drittel trug die Stadt, der Rest kam aus Bundesmitteln. Während eine keilförmige Kranichformation über die Köpfe der Versammelten zog, sagte Landrat Arnold, die Wetterau sei schon immer Durchzugsgebiet gewesen, eben ein internationaler Standort. Die Römer hätten mittels des Turms Nachrichten ausgetauscht, vom Kastell Saalburg über den Johannisberg und weiter nach Echzell, Ober-Florstadt oder Friedberg. Ob dies durch Rauch- oder Lichtsignale geschah, lässt sich laut Prof. Schallmeyer nicht mehr sagen. Wie Lindenthal erläuterte, zeigt eine rote Linie im Mauerwerk an, welche Steine noch original und welche 1909, als der Turm ausgegraben wurde, hinzukamen. Immerhin konnte anhand der roten Terracotta-Ziegel des Fußbodens (der nun rekonstruiert wurde) die Bauzeit herausgefunden werden: zwischen 122 und 180 nach Christus.

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