20. Juli 2010, 18:46 Uhr

Rosenschau: Positives Fazit trotz einiger hängender »Köpfe«

Bad Nauheim-Steinfurth (jw). »Das war richtig schön«, meinte eine Besucherin der »Schau der 100 000 Rosenträume« im Steinfurther Rosensaal. Seit Dienstag wird dort abgebaut, die Rosen wandern in den Kompost, die Topfpflanzen werden zurückgeschnitten. Das Fazit der Verantwortlichen ist positiv, wenn es auch hier und da (Selbst-)Kritik an der traditionsreichen Ausstellung gibt.
20. Juli 2010, 18:46 Uhr
Kunstvolle floristische Arrangements, die bis ins letzte Detail ausgearbeitet waren, prägten die diesjährige Rosenschau. (Foto: nic)

Die Gemeinschaftsleistung aller Steinfurther Rosenschulen zog wieder wahre Ströme von Besuchern an, die aber am letzten Tag, dem Montag, viele »verblühte Rosenträume« in Augenschein nehmen mussten. Die Hitze hat auch hier ihre Wirkung hinterlassen. »Bei der Eröffnung der Schau waren alle beeindruckt von der künstlerischen Gestaltung«, sagt Bürgermeister Bernd Witzel und fügt hinzu: »Das war ein sehr heißer Tag, der mich schon ahnen ließ, was in den nächsten drei Tagen passiert.«

Für Entwurf und Planung der Schau war erstmals das Grünberger Bildungszentrum für Floristik verantwortlich. »Die künstlerische Darstellung war gelungen«, sagt Witzel. Wie viele andere langjährige Besucher vermisste er aber etwas: den sonst üblichen »Berg« von 5000 bis 10 000 Rosen in gebündelter Form. Die Kunst der Floristen sei beeindruckend gewesen, doch die Bündelung von Rosen habe ihm gefehlt. »Ich habe mit vielen Besuchern gesprochen und ähnliche Reaktionen erhalten.«

Erstmals habe er die Rosenschau erst bei der Eröffnung besucht, um sich überraschen zu lassen. Witzel: »Am Freitag und Samstag war das wunderschön.« Bereits am Sonntag aber machten nicht wenige Rosengestecke auf der Galerie schlapp. »Rosen in Moosgestecken und nicht wie sonst in Vasen - das überlebt keine Rose bei Temperaturen über 30 Grad«, sagt der Bürgermeister, der aber dennoch vom »wunderschönen Charakter« der Rosenschau spricht.

Positiv fällt auch das Fazit von Baumschulgärtnermeister Peter Bonarius aus. Der Steinfurther, der verantwortlich für die Rosenschau war, sagte, der Rosensaal sei diesmal »nicht mit Rosen gepflastert« gewesen, dafür seien die floralen Ensembles bis ins letzte Detail ausgearbeitet gewesen. Das habe vielen Besuchern gefallen. »Wir wollen immer etwas anders gestalten, nehmen natürlich auch die Kritik auf.« Dass die Sortimentenschau auf der Galerie bereits am Sonntag am Verblühen war, sei auf die Trockenheit und die Hitze zurückzuführen. Bonarius: »Die Rose ist vergänglich. Das Auswechseln im 1. Stock war bei 800 Sorten nicht möglich.« Im Erdgeschoss hingegen seien die Rosen ständig gewechselt worden.

Neben dem Duftgarten, den dekorierten Brauttischen oder den teils mit hunderten Blütenblättern verschönerten Kleider der Modenschau (Bonarius: »Das war ein Highlight.«) gab es erstmals einen Ausschank. »Rosecco« und Rosenlikör, süße alkoholische Verführungen, kamen besonders bei den Damen an. »Beim nächsten Mal müssen wir auch was für die Männer anbieten, vielleicht kreieren wir Rosenbier«, sagt Bonarius mit einem Lachen. Floristenmeister Werner Brockmann vom Grünberger Bildungszentrum hat nach eigenen Angaben »sehr viel positive Resonanz« erhalten. »Besonders von Fachleuten haben wir viel Lob geerntet.« Bei der Konzeption sei man vom gewohnten Gang durch die Ausstellung abgewichen, die Besucher wurden auf neuen Wegen durch die florale Zeitreise in den Saal geleitet. »Viele haben das genossen«, berichtet der Ausstellungsmacher.

»Nicht das letzte Rosenfest«

Die Rosen werden von lokalen Züchtern kostenlos zur Verfügung gestellt. Berechne man den Ladenpreis, sei das eine enorme Investition, zollt Bonarius seinen Kollegen Respekt. Auch Bürgermeister Witzel weiß das zu schätzen. »In Steinfurth gibt es ein sehr großes Engagement der Bürger.« Nicht nur deshalb sei an dem Gerücht, es könnte aufgrund der finanziellen Situation das letzte Rosenfest gewesen sein, nichts dran. »Eine Einstellung des Rosenfests, nur weil es Geld kostet, kann sich die Stadt nicht leisten«, setzt Witzel dagegen. »Die Rose ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Bad Nauheims. Der Rieseneinsatz von Geldmitteln bedeutet eine nachhaltige Werbung für unsere Stadt.«

Um das Rosenfest zu erhalten, müsse mit einem festen Budget gearbeitet werden, sagt Witzel. »Ganz alleine können die Rosenbetriebe das nicht schultern.« Mittlerweile habe das Rosenfest einen eigenen Charakter bekommen, »weg vom Rummelplatz«. Dennoch soll in Sachen »Rummel« beim nächsten Mal in zwei Jahren mehr für die Jugend getan werden, etwa mit aktuelleren Fahrgeschäften.

Großereignisse inspirieren Rosenfest-Korso Startschuss für 42. Rosenfest

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bad Nauheim-Steinfurth
  • Bildungszentren
  • Galerien und Ateliers
  • Rosen
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.