03. Mai 2010, 17:22 Uhr

Erste Ausstellung in der renovierten Trinkkuranlage

Bad Nauheim (gre). Das Interesse war groß, als am vergangenen Samstag die Ausstellung der Künstlerin Barbara Heinisch - »Malerei als Ereignis« - in der renovierten Galerie der Trinkkuranlage durch Bürgermeister Witzel eröffnet wurde.
03. Mai 2010, 17:22 Uhr
Hans Joachim Albert, Bürgermeister Witzel und Barbara Heinisch während der Ausstellungseröffnung (von links). (Foto: gre)

Insgesamt werden, so Witzel, in diesem Jahr noch weitere fünf Ausstellungen dort stattfinden, auszurichten vom Fachbereich Kultur der Stadt Bad Nauheim. Witzel verlieh jedoch seinem Wunsch Ausdruck, dass ab dem Jahr 2011 die Bespielung der Galerie Trinkkur dem Verein Kunstvoll übertragen werde. Auch Kulturamtsleiter Johannes Lenz zeigte sich erfreut und erleichtert darüber, dass sich - betrachte man das Ergebnis - Aufregung und Stress (waren doch wenige Stunden vor Eröffnung noch die Handwerker im Hause) gelohnt haben.

Eine umfassende Einführung in das Werk der Künstlerin, von dem in dieser Ausstellung 18 großformatige Arbeiten gezeigt werden, hielt der Vorsitzende und künstlerische Leiter des Kunstvereins Friedberg, Joachim Albert. Die 1944 in der Mark Brandenburg geborene Barbara Heinisch hat in den 70er Jahren bei Joseph Beuys und bei Prof. Hödicke in Berlin studiert. 1979 wurde ihr der Deutsche Kritikerpreis für Bildende Kunst verliehen mit der Begründung, sie habe die Malerei wieder in eine heute dominierende avantgardistische Stilrichtung hineingebracht. Zudem male sie ihre Akte den Modellen gleichsam auf die Haut, »das heißt auf die vorgespannte Nessel-Leinwand: das missing link zwischen klassischer Malerei und multimedialer Neuerung...«

Barbara Heinisch erhielt diverse Stipendien in den 80er Jahren. Es folgten Gastprofessuren in verschiedenen Kunstakademien. Seit 1977 kann sie auf zahlreiche Ausstellungen und Performances in renommierten Institutionen u. a. in Köln, Frankfurt, Berlin, Paris und New York verweisen. Ihre Arbeiten befinden sich in etlichen bedeutenden Sammlungen, so in der Deutschen Bank, der Sammlung Piepenbrock, Berlin und der Sammlung Ganteführer, Düsseldorf - auch die Stadt Bad Nauheim besitzt eines ihrer Werke. Hinzu kamen Fernsehporträts in den 70er, 80er und 90er Jahren.

Die Interaktion mit dem Anderen, dem Modell hinter der Leinwand, ist Grundlage für die von ihr entwickelte Malerei. Es ist ein persönlicher Prozess zwischen ihr und dem Modell oder der Tänzerin. Sie hält die Bewegungen und Haltungen hinter der Leinwand mit dem Pinsel auf der Leinwand fest. So entstehen Bilder voller Vitalität und Kraft. »Barbara Heinisch entdeckt den Körper als eigenständige Energiequelle«, so Joachim Albert in seiner Rede, »damit unterscheidet sie sich von Künstlern, die damit beginnen, einer toten, sterilen Leinwand Leben einzuhauchen. « Der Betrachter steht in der Ausstellung vor Bildern mit Durchbrüchen und erfährt, dass sich in manchen Prozessmalereien das Modell »befreit«, indem es sich mit einem Messer den Weg durch die Leinwand bahnt. Diese Öffnungen, so Albert, seien als Tor in einen neuen Zustand zu verstehen, sei es ins Leben oder auch in den Tod.

Das zentrale Thema, das den Arbeiten von Heinisch zugrunde liegt, ist die Eva, aber auch weitere Themen der Religionsgeschichte und aus der Mythologie wie Ikarus oder Phoenix beschäftigen sie immer wieder. Die Bilder dieser Ausstellung sind das Ergebnis interaktiver Prozessmalerei, die der Zuschauer bereits während der Dauer der Ausstellung in der Galerie Trinkkur am Bildschirm verfolgen kann. Live kann der Kunstinteressierte eine solche Interaktion am 14. Mai um 18 Uhr in der Galerie Trinkkur miterleben. Die Künstlerin Barbara Heinisch wird unter dem Titel »Die andere Eva« ihre Prozessmalerei vorführen, und zwar mit dem Modell Laura Hantke und Georg Crostewitz an der Gitarre (Eintritt 8/10 Euro). Die Ausstellung ist bis zum 24. Mai mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Deutsche Bank
  • Galerien und Ateliers
  • Joseph Beuys
  • Künstlerische Leiter
  • Malerei
  • Stipendien
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.