28. April 2010, 17:20 Uhr

GZW: Veränderte Struktur und neues Personal

Friedberg/Bad Nauheim (pm). Gut vier Jahre nach dem Zusammenschluss der vier regionalen Krankenhäuser ist am Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) das Zukunftskonzept für die Gebiete Innere Medizin und Intensivmedizin abgeschlossen. Erreicht werden soll die Optimierung der medizinischen Versorgung an den einzelnen Standorten durch zusätzliche Spezialisierung.
28. April 2010, 17:20 Uhr
Dr. Michael Eckhard

Mithilfe eines organisatorischen Umbaus und der Gewinnung weiterer Experten wird das Profil des GZW nach Angaben der Verantwortlichen in den Sparten Diabetologie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Intensivmedizin und Onkologie in der Region geschärft. Die fachliche Leitung der einzelnen Häuser werde dabei mehr und mehr anstatt von einzelnen Chefärzten durch ein interdisziplinäres Spezialistenteam mit genau abgestimmten Teilkompetenzen standortübergreifend gewährleistet.

»Wir passen unsere Strukturen den Erfordernissen an, die heute an ein modernes Krankenhaus gestellt werden müssen«, erläuterte der Ärztliche Direktor des GZW, Prof. Friedrich Grimminger. Bei der rasanten Weiterentwicklung der Medizin in allen Teilgebieten könne kein Chefarzt mehr alles allein leisten. »Die Ära der Universalisten geht über in eine Zeit der Kooperation aufeinander abgestimmter Spezialisten. Nur durch einen sinnvollen Zusammenschluss hochqualifizierter Experten zu einem Leitungsteam können wir in zentralen medizinischen Feldern als Gesundheitsregion wettbewerbsfähig bleiben«, sagte Grimminger.

Nach der 2008 erfolgten Einstellung des Gastroenterologen Dr. Andreas Niedenthal, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Bürgerhospital Friedberg, und des Proktologen Dr. Christof Görlich, Arzt am Medizinischen Versorgungszentrum Friedberg und Oberarzt der Klinik für Chirurgie im Bürgerhospital, wurde nun mit der Verpflichtung des Diabetologen und Endokrinologen Dr. Michael Eckhard ein weiterer Eckpfeiler des geplanten Umbaus gesetzt. Dr. Eckhard, Jahrgang 1967, leitet an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Universitätsklinikums Gießen den Schwerpunkt Diabetologie. Seit Januar 2010 ist er parallel dazu am Kreiskrankenhaus Schotten beschäftigt mit dem Aufbau der diabetologischen Versorgungsstruktur für das gesamte GZW. Im Herbst 2011 wird er die Nachfolge von Chefarzt Dr. Martin Graubner als Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Schotten antreten. Nachfolger von Chefarzt Dr. Peter Aschmoneit als Leiter der Inneren Abteilung am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim werde - ebenfalls im Herbst 2011 - ein Onkologe, teilte Grimminger mit.

Mit ihren unterschiedlichen Kernkompetenzen werden gemäß dem neuen Strukturkonzept die Chefärzte der drei Inneren Abteilungen künftig die Schwerpunkte Diabetologie, Endokrinologie, Gastroenterologie und Onkologie an den drei GZW-Standorten Bad Nauheim, Friedberg und Schotten/Gedern hausübergreifend betreuen. »Aus drei kleinen Krankenhäusern wird damit faktisch ein großes«, beschrieb der Ärztliche Direktor die Wirkung, welche die konsequente Fortentwicklung des vor zwei Jahren implementierten Vernetzungsgedankens haben soll.

Schon jetzt werde die Intensivmedizin unter Leitung des neuen Chefarztes Erkens neu ausgerichtet. Ziel sei, künftig eine gleichzeitige Präsenz von internistischen Intensivmedizinern und Infektiologen am Bett von schwerstkranken Patienten zu gewährleisten. »Dies ist nötig, weil schwerstkranke Patienten oft mit gesundheitlichen Problemen aus unterschiedlichen Bereichen zu kämpfen haben«, erklärte Grimminger. Die Kompetenz des GZW für Herz und Lunge werde in Zukunft im standortübergreifenden Austausch durch Spezialisten der Kerckhoff-Klinik sichergestellt.

Mit dem neuen Strukturkonzept wird nach Grimmingers Worten der Umbau vom arztzentrierten zum patientenzentrierten System zielgerichtet umgesetzt. Den Patienten sichere dies dauerhaft ein breit gefächertes Angebot in der Fläche bei hoher Qualität der medizinischen Leistung. »Der Spezialist kommt zum Patienten. Der Vorteil der wohnortnahen Versorgung ist, dass der Patient für eine optimale medizinische Betreuung die Region nicht verlassen muss«, betonte der Ärztliche Direktor. Dies sei wichtig, weil die Menschen immer älter werden und die Zahl der chronischen Erkrankungen steige. Gleichzeitig werden die Therapien immer besser, aber auch immer komplizierter. Ähnlich dem Mehraugenprinzip in Unternehmen ist in der Medizin die Interdisziplinarität die Antwort auf diese Herausforderung.

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