04. Februar 2016, 18:03 Uhr

Umweg zu später Stunde

Bad Nauheim (bk). 21.03 Uhr im Bad Nauheimer Bahnhof. Gerade ist der kaum besetzte Mittelhessen-Express aus Richtung Frankfurt eingetroffen. Ein Mann, der geschäftlich in der Kurstadt zu tun hat, sich hier nicht auskennt, will auf Bus oder Taxi umsteigen.
04. Februar 2016, 18:03 Uhr
Da geht’s hoch: Ortsunkundige folgen der Beschilderung und haben einen langen Fußweg zum Bahnhofsvorplatz zurückzulegen. (Foto: nic)

Er geht durch die Unterführung Richtung Ausgang – und steht vor der verschlossenen Tür. Rütteln hilft nichts. Für den Mann beginnt eine langwierige Suche nach dem Nachtausgang, der seine Tücken hat.

Schilder weisen auf den Weg nach draußen hin, sind aber nicht vernünftig beleuchtet. Irgendwann erkennt der Bahn-Kunde in der Unterführung den weißen Schriftzug auf blauem Grund und den Pfeil, der ihn – aus Richtung Bahnhofshalle – rechts die Treppe hoch auf Gleis 1 führt. Immer weiter geht es den Bahnsteig entlang in Richtung Süden, ab und an taucht wieder das Schild »Nachtausgang« auf. Endlos kommt dem Geschäftsmann der Weg vor, ehe es schließlich rechts ab zur Ernst-Moritz-Arndt-Straße geht. Den Bahnhofsvorplatz und die Taxis hat er von dort aus nicht mehr im Blick. Glücklicherweise entscheidet er sich für die richtige Richtung und gelangt nach einem Umweg von über einem Kilometer auf den Vorplatz.

Erst mal orientierungslos herumgeirrt, dann ein langer Weg – der Geschäftsmann ist verwundert über diesen »Service«. Verärgert wäre er vermutlich, wenn er wüsste, dass es eine deutlich kürzere Variante gibt, die nach draußen führt. Ortskundige gehen von der Unterführung aus Richtung Bahnhofshalle nicht nach rechts (wie ausgeschildert), sondern nach links die Treppe hoch auf Gleis 1. Wenige Meter weiter führt eine weitere Treppe runter auf den Vorplatz.

Der Mitarbeiter im Reisezentrum der Bahn hat von diesem Problem nichts gehört. Nach kurzem Nachdenken bestätigt er aber, dass der ausgeschilderte Nachtausgang einen deutlich längeren Fußmarsch bedeutet. »Beschwerden gab es keine«, sagt der Bahn-Angestellte. Was nicht verwunderlich ist, denn die Bahnhofshalle wird um 20.30 Uhr geschlossen, um diese Zeit ist das Reisezentrum nicht mehr besetzt. Der Mitarbeiter will das Bahnhofmanagement informieren.

Ein Bahn-Pressesprecher verspricht eine Prüfung des Sachverhalts vor Ort. Dabei werde die Frage eine Rolle spielen, ob eine Ausschilderung in nördlicher Richtung denkbar ist. »Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Entfernung von den Bahnsteigen zum Bahnhofsvorplatz über den südlichen Weg zwar weiter als über den nördlichen Ausgang ist, dafür jedoch barrierefrei«, erklärt er. Auf die Öffnungzeiten des Bahnhofs habe die Bahn AG keinen Einfluss. Das Gebäude sei verkauft worden.

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