22. Januar 2016, 18:13 Uhr

Blick hinter Varieté-Kulissen: Diebstahl zur Begrüßung

Bad Nauheim (cor). So richtig neugierig zeigten sich die Gewinner der WZ-Verlosung beim Blick hinter die Kulissen des Ovag-Neujahrs-Varietés in Bad Nauheim. Die Stars der Artistenbranche wurden mit Fragen gelöchert, selbst das Liebesleben blieb nicht ausgespart.
22. Januar 2016, 18:13 Uhr
Hautnah dran an den Neujahrs-Varieté-Künstlern: Die WZ-Gewinner mit Ovag-Pressesprecher Andreas Matlé (l.) und Hochseilartist Freddy Nock (Mitte). (Foto: Corinna Weigelt)

Den habe ich schon beklaut, und den da auch.« Taschendieb Charly Borra deutet auf Hansjörg Müller und Harry Barth, die gerade die Bühne des Dolce-Jugendstiltheaters betreten. Die beiden Herren gehören zu den Gewinnern der WZ-Verlosung. Sie erhalten einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Neujahrsvarietés der Ovag, dürfen vor der Vorstellung am Donnerstagabend ganz nah dran sein an den Künstlern.

»Kommen Sie ruhig näher«: Mit einem mulmigen Gefühl treten die Gäste in die Bühnenmitte. Charly Borra verwickelt sie geschickt in ein Gespräch, es dauert nicht lange, schon sind Handy oder Geldbörse verschwunden. »Irgendetwas habe ich gefühlt, aber ich dachte, es wäre noch alles da«, sagt Thomas Herold aus Ilbenstadt. Dank seines Gewinns ist er zum ersten Mal im Neujahrsvarieté – und steht gleich den Künstlern gegenüber. Borra bestiehlt beim Abgang noch schnell die WZ-Reporterin, die ihre Tasche extra gut verschlossen hat. Ohne Erfolg, er hat sich kurzerhand im Mantel bedient.

Ein paar Meter weiter wartet Geraldine Philadelphia, zeigt eine Jonglage mit Hula-Hoop-Reifen. »Wer möchte?«, fragt Ovag-Pressesprecher Andreas Matlé. Hansjörg Müller greift zum Reifen, versucht ihn auf dem Kopf zu balancieren. »Gibt es andere Dinge, die Sie jonglieren?«, fragt Herold die Künstlerin. »Fünf Bälle klappen auch«, erfahren die Besucher. Viele weitere Fragen werden gestellt. Die Leser interessieren sich für Trainingszeiten, Programmgestaltung, Choreografie. Zudem möchten sie wissen, wie ein Engagement zustande kommt. »Wir erhalten viele Bewerbungen«, meint Matlé. »Für 2017 sind es 190.« Es sei eine Mischung aus Bewerbungen und eigener Recherche.

Daniel Golla muss sich da nicht viele Gedanken machen, gleich nach seinen Auftritten in Bad Nauheim geht es für ein Jahr in die USA. Den Lesern gewährt er eine Kostprobe mit seinem Modellflieger, den es so nicht zu kaufen gebe. »Haben sich noch keine Unfälle ereignet?«, wird gefragt. »Nein, die gab es nicht«, antwortet Golla, der sich sogleich der Frage stellen muss, wo bei all den Auftritten die Liebe bleibt. Er sei immer auf Achse, sagt der Künstler, Näheres verrät er nicht.

In luftige Höhen verschlägt es Freddy Nock. Er läuft auf einem Seil, das in acht Metern Höhe gespannt ist. Begeistert fragen die WZ-Leser nach früheren Aktionen, erfahren, dass sich Nock bereits in 3582 Metern Höhe von Bergspitze zu Bergspitze gewagt hat. Präzise erklärt er die Unterschiede eines Kunststoff- und Drahtseils.

Schließlich gesellt sich Roland Duss zu den Gästen und berichtet von seinen munteren Seelöwen. Wo sind sie geboren? Wie kommen sie mit der Winterkälte klar? Wie bereitet man Seelöwen auf Dreharbeiten vor? »Man darf keinen Druck ausüben, sie kommen gerne zur Arbeit«, sagt Duss. Am Nachmittag sei ein Tier lustlos gewesen. »Also bin ich nur mit drei aufgetreten.« Während sich die Künstler weiter vorbereiten, werfen die Gäste einen Blick hinter die Bühne: Technik, Requisiten und Garderoben werden vorgestellt.

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