10. Januar 2016, 17:23 Uhr

Ovag-Neujahrsvariete: Der mit dem Flieger tanzt

Bad Nauheim (hau). Regelmäßige Besucher des Ovag-Neujahrsvarietés in Bad Nauheim denken stets: Eine Qualitätssteigerung kann es nicht mehr geben. Um sich dann im Folgejahr eines Besseren belehren zu lassen. Gleiches gilt für Zuschauerzahlen. 2016 gibt es 44 ausverkaufte Vorstellungen mit mehr als 30 000 Gästen.
10. Januar 2016, 17:23 Uhr
Ein Höhepunkt des Neujahrsvarietes ist Daniel Golla mit seinem Ultraleicht-Modellflugzeug. (Foto: Annette Hausmanns)

Sie lassen es sich zwar nicht anmerken, aber ein wenig aufgeregt sind Louis und Henri Feuerstein schon. Zum ersten Mal dürfen die Brüder so spät mit ins Theater. Was sie beim Internationalen Neujahrsvarieté der Ovag erleben, lässt ihre Herzen hüpfen. Kerzengerade sitzen die Jungs in ihren Ohrensesseln und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Begeistert klatschen sie Beifall, als um 23.30 Uhr das furiose Finale ein Ausrufezeichen hinter die glanzvolle Premiere von 44 ausverkauften Vorstellungen setzt.

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»Am besten hat uns der Flieger gefallen«, erzählen die Jungs und halten stolz eine signierte Kleinausgabe jenes Ultraleichtflugzeugs hoch, das kurz zuvor bei seinen Runden durch den Saal im Flug die Herzen eroberte. Es war fast so etwas wie eine Romanze à la Hollywood, die sich zwischen dem jungen Modellflugartisten Daniel Golla und seinem ferngesteuerten kleinen Freund abspielte. Der Saal seufzte förmlich vor Glück, als der Flieger Kapriolen schlug, Goldregen sprühte, Glitzergirlanden und Funken.

Königsdisziplin Taschendiebstahl

»Uns fehlen die Worte«, gestanden auch die Eltern der kleinen Fliegerfans. Ihr erster sei garantiert nicht der letzte Besuch des Neujahrsvarietés. Nun könnten sie nachvollziehen, mit welcher Magie die Veranstaltung jährlich mehr Zuschauer in ihren Bann zieht. Mehr als 30 000 sind es bei der 14. Auflage. Für den Erfolg machen die künstlerischen Leiter Andreas Matlé und Anne Naumann (Ovag) die ausgesucht hohe Qualität der Darbietungen verantwortlich. Die Illusion perfekt machen fantastische Lichteffekte.

Ihr Bestes geben diesmal 45 Artisten aus 14 Nationen mit ungezählten Auszeichnungen bei großen Festivals rund um den Erdball. Die Artisten sagen selbst, dass das Neujahrsvarieté längst einen begehrten Platz unter den angesagten Shows hat. Ein glückliches Händchen hat der preisgekrönte Zauberer Topas den Abend über bei seiner humorvoll-spritzigen Moderation. Thomas Fröschle, wie der Conférencier mit den flinken Fingern im wahren Leben heißt, nimmt sich selbst gerne auf den Arm und breitet den Artisten unprätentiös ihre roten Teppiche aus. Als »Pausenclowns« waren Dr. Brause und Dr. Dr. Galanta vom Verein Dr. mad. Clown unterwegs, um für den guten Vereinszweck gegen eine Spende rote Nasen unters Volk zu bringen.

»Absolut kurzweilig und schön komisch«, fanden Zuschauer. Unterdessen raubte Charly Borra, Grandseigneur der Zauberer, mit der Königsdisziplin Taschendiebstahl seinen »Opfern« auch die Nerven. Für den komischen Part knieten sich die Quiddlers mit Star-Persiflagen ins Zeug, dem anspruchsvollen Auge boten die Vegas Show Girls langbeinige Tanzeinlagen. Tierische Freude verbreiteten die vier Seelöwen der Familie Duss, selbst als Reittier für einen Hund eignet sich der gelehrige Meeressäuger.

Wer sonst bei »Gummimenschen« nicht hingucken kann, war bei Anaelle Molinario an der richtigen Adresse. Die Artistin schlängelte sich derart humorvoll um sich selbst und Partner Stefan Merour, dass es ein Genuss war. Mit einer romantischen Hula-Hoop-Jonglage eroberte die junge deutsche Artistin Geraldine Philadelphia die Herzen. Fernöstlicher Poesie gleich türmten sich acht Akrobatinnen aus Xinjiang zu immer neuen Pyramiden oder besser den schneebedeckten »Himmlischen Bergen« ihrer Heimat auf.

Hoch hinaus bis unters Theaterdach zog es fünf Gruppen. An seinen Zöpfen drehte sich das Duo Capilar einem Riesenmobile gleich über der Bühne, an einer Stange schwang sich die Troupe Shagunin in schwindelerregende Höhen, am Trapez raubte Alain Alegria den Atem, und Freddy Nock stelzte übers Hochseil, als wär’s ein Kinderspiel.

Donnernden Applaus heimsten die beiden Muskelmänner ein, die sich zum guten Schluss unfassbar leicht am Chinesischen Mast hinauf- und hinunterwanden. Wie zum Ausruhen stand Leosvel Gutierrez waagerecht von der »Fahnenstange« ab, derweil Diosmani Aguero auf seinen Rippen in den Handstand turnte. Standing Ovations und Bravorufe, Feuerfontänen und ein Meer aus Luftballons und Glitzerschlangen lohnten der Künstler sagenhaftes Können.

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