09. Dezember 2014, 19:33 Uhr

Mordfall Tabbo: Telefonmittschnitte im Fokus

Altenstadt/Hanau (jwn). Die Schlinge um den Hals des Angeklagten Bashar G. aus Altenstadt scheint sich enger zu ziehen. Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, Vebronia Tabbo, seine Schwiegermutter in spe, im Mai 2013 getötet zu haben.
09. Dezember 2014, 19:33 Uhr
(Foto: red)

Bashar G. beteuert seine Unschuld. Am Dienstag, dem sechsten Verhandlungstag am Hanauer Landgericht, wurde er mit den Protokollen der Telefonüberwachung konfrontiert.

Als Tatverdächtiger war der Inhaber einer Pizzeria zunächst verhaftet, nach wenigen Stunden aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Im Anschluss wurde G. von Juli 2013 bis Januar 2014 überwacht. Nicht nur seine Mobilfunk-Anschlüsse, sondern auch seine Gespräche in der Pizzeria und im Auto der Familie Tabbo hörte die Polizei ab. Für die Staatsanwaltschaft interessant waren vor allem die Gespräche zwischen G. und seiner Verlobten, der Tochter von Vebronia Tabbo. Da diese zum größten Teil auf Arabisch geführt worden waren, musste sie aufwendig übersetzt werden. Außerdem galt es, Nebengeräusche wie Fahrtwind oder das Geklapper des kaputten Auspuffs herauszufiltern.

In den Gesprächen ging es zunächst um das erste Telefonat, das die Tochter der Getöteten mit der Polizei geführt hatte. Den Beamten hatte sie ihre Mutter am Tag deren Verschwindens um 10.30 Uhr als vermisst gemeldet. In dem abgehörten Telefonat stritt sie gegenüber ihrem Verlobten diese Uhrzeit ab. Ihr Anruf sei erst gegen 12 Uhr erfolgt, und da seien sie doch schon zusammen gewesen. Die Polizei hätte sich sicherlich vertan. Außerdem soll die Verlobte des Angeklagten in dem Gespräch wörtlich gesagt haben: »Wenn die Polizei mehr wüsste, dann hätten sie dich nicht freigelassen.« Auch habe sie Bashar G. mitgeteilt, dass man nur darauf warte, dass einer von ihnen einen Fehler mache.

Auf die Frage des Richters, was seine Freundin damit gemeint habe, antwortete G., er wisse es nicht. G. wollte nicht wissen, weshalb seine Verlobte ihn am Telefon gefragt habe, warum er ihre Mutter in den Wald nach Rodenbach (dem späteren Fundort der Leiche) gefahren habe.

Frage oder Feststellung?

Außerdem wurde beim der Verhandlung bekannt, dass die Verlobte des Angeklagten mit G. über ein Feuer in Nachbars Garten gesprochen hat. Die junge Frau soll ihn am Telefon zudem mitgeteilt haben, der Stock sei ins Auto gelegt worden. Als der Richter G. fragte, was es mit dem Stock auf sich hat, wo Vebronia Tabbo doch mit einem Stock erschlagen wurde, antwortete G., seine Verlobte habe das nicht gesagt, sondern gefragt.

Die Verlobte des Angeklagten wurde bislang nicht als Zeugin gehört. Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt.

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