23. Juni 2014, 18:38 Uhr

Fall Tabbo: Schwiegersohn in spe in Untersuchungshaft

Altenstadt (lk). Über ein Jahr ist es her, dass Vebronia Tabbo umgebracht wurde. Jetzt sitzt der Schwiegersohn in spe der getöteten Altenstädterin in Untersuchungshaft. Das teilte Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze der WZ am Montag auf Anfrage mit.
23. Juni 2014, 18:38 Uhr
Kurz nach dem Tod von Vebronia Tabbo erinnert im Haus der Familie ein Foto an die dreifache Mutter. Ihr Schwiegersohn in spe wird verdächtigt, sie umgebracht zu haben.

Der Pressesprecher der Hanauer Staatsanwaltschaft berichtete, der Haftbefehl gegen den jungen Mann, den Verlobten von Vebronia Tabbos Tochter, laute auf Tötung.

Die 46-jährige Vebronia Tabbo wurde von ihrer Familie am 24. Mai 2013 als vermisst gemeldet, nachdem sie von einer ihrer zahlreichen Putzstellen nicht nach Hause gekommen war. Spaziergänger entdeckten noch am selben Tag in einem Waldstück zwischen Rommelhausen und Ostheim die Leiche der gebürtigen Syrerin. Der leblose Körper der Frau lag in einem Gebüsch, nur wenige Gehminuten vom Wohnhaus der Tabbos entfernt. Mediziner stellten bei der Obduktion »schwere stumpfe Gewalteinwirkung« fest. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Schnell stand fest, dass Vebronia Tabbo ihren Mörder wohl gekannt hat. Ehemann und Schwiegersohn in spe gerieten ins Visier der Fahnder. Die Ermittlungen gegen Ehemann Abdullahhad Tabbo wurden im Oktober eingestellt, die gegen den Lebensgefährten seiner Tochter nicht.

Motiv: Familiäre Streitigkeiten

Ende März hatte Kripo-Chef Reiner Beer verkündet: »Wir sind guter Hoffnung, den Fall bald aufklären zu können.« Dann tat sich einige Zeit nichts. Jetzt die Wendung: Gegen den Lebensgefährten von Vebronia Tabbos Tochter wurde bereits am 12. Mai Haftbefehl erlassen, teilte Pressesprecher Hinze mit. Der junge Mann steht im Verdacht, die 46-Jährige »gezielt mit einem Ast erschlagen« oder mit einem anderen stumpfen Gegenstand so lange auf sie eingeprügelt zu haben, bis Vebronia Tabbo tot war. »Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist das Tatmotiv innerhalb der Familie zu suchen«, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. Heinze verweist auf familiäre Streitigkeiten. Nähere Auskünfte könnten derzeit aufgrund der laufenden Untersuchungen nicht gegeben werden. Es sei nicht klar, wann die Ermittlungen abgeschlossen seien.

3000 Euro nicht zurückgezahlt?

Anfang April hatte die WZ die Tabbos besucht. Tochter und Ehemann der Getöteten berichteten, wie sie die Zeit seit dem Verbrechen erlebt haben. Auch der Schwiegersohn in spe setzte sich während des Gesprächs dazu. Die Tochter von Vebronia Tabbo erzählte, es habe sie sehr belastet, dass die Polizei der Familie gegenüber starken Druck ausgeübt habe. Sie sei mit der Aussage konfrontiert worden, ihr Lebensgefährte habe die Mutter getötet, weil er ihr nicht die 3000 Euro habe zurückzahlen können, die Vebronia Tabbo ihm einst für die Eröffnung seines Restaurants geliehen habe. Sie zweifle nicht an ihrem Freund. Den habe sie über ihre Mutter kennengelernt, berichtete die Studentin. »Sie hat uns vor drei Jahren zusammengebracht. Sie hat ihn geliebt«, betonte sie. Gemeinsam mit ihrem Vater vertrat sie die Meinung, dass Vebronia Tabbo bei ihrem letzten Putzeinsatz etwas gesehen hat, das sie nicht habe sehen sollen.

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