12. April 2010, 18:22 Uhr

Kardinal Lehmann segnet Anbau im Kloster Engelthal

Altenstadt (geo). Ihr erster Dank galt Gott. Erst dann dankte sie Bischof Karl Kardinal Lehmann und dem Bistum Mainz für deren großzügiges Entgegenkommen. Auch für viele der 180 Gäste, die sich am Freitagnachmittag zur Einweihung des Süd- und Westflügels der Abtei Kloster Engelthal versammelt hatten, fand Äbtissin Elisabeth Kralemann freundliche Worte.
12. April 2010, 18:22 Uhr
Karl Kardinal Lehmann segnet die Räume des Neubaus. (Fotos: geo)

Nach dem ersten Spatenstich im Mai 2008 sowie der Grundsteinlegung und dem Richtfest im April 2009 wurden die Räume nun gesegnet. Zweimal hatte der Termin verschoben werden müssen. Zur Verzögerung führten Probleme mit der Kirchenstatik, die Finanzkrise und Detailschwierigkeiten. »Dass es in schwierigen Zeiten möglich war, ein solches Bauvorhaben zu vollenden, und dass uns fast 50 Jahre nach der Neugründung von Engelthal eine Klosteranlage von solcher Harmonie und Schönheit geschenkt wird, ist für uns alle wie ein Wunder«, sagte Äbtissin Kralemann.

Hintergrund: Bereits im Frühjahr 2008 waren die maroden West- und Südflügel sowie der nördliche Kreuzgang abgerissen worden. Die neue Klausur wurde nach einem energiesparenden Gesamtkonzept errichtet, wobei eine Erdwärme-Heizung die Hauptrolle spielt. Führender Kopf der Neukonzeption ist Schwester Caterina Görgen von der Verwaltungsleitung. Görgen beschäftigt sich seit Jahren mit umweltfreundlichen Energieeinsparungen im Kloster. Durch die Versorgung des Neubaus mit Erdwärme wird eine Einsparung von rund 12 000 Liter Heizöl pro Jahr erwartet. In einigen Klosterräumen brennen bereits Energiesparlampen. Das Regenwasser wird aufgefangen und zur Toilettenspülung benutzt. Selbst die Segnung der Räume im Neubau (Speisesaal, Wohnbereich, Wohnzellen der Schwestern, Bibliothek und der Raum zur Pflege von Kranken) durch Kardinal Lehmann wurde mit Wasser aus dem Kreuzgartenbrunnen vorgenommen.

Auf den sparsamen Umgang der Ressourcen im nachhaltigen ökologischen Konzept ging auch Landtagspräsident Norbert Kartmann in seiner Festansprache ein. Kartmann arbeitet seit 2005 in der Stiftung des Klosters mit und ist stellvertretender Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. Er betonte, dass er eine erfolgreiche Gemeinschaft von Ordensfrauen erlebe. »Der Glaube als Wurzel und die Hoffnung, die aus diesem Glauben erwächst, sind Kraftspender.« Bürgermeister Norbert Syguda wünschte, »dass der Ort des Gebetes und Friedens noch viele Jahrhunderte bestehen bleibe«. Architekt Ulrich Wiegmann freute sich über den gelungenen Bau, der unter dem Aspekt der Ewigkeit errichtet worden sei. Nach dem Abriss ergänzte er den Ostbau und die Kirche zu einem Quatrum, mit dem Ziel eines harmonischen Gesamtwerkes, um einen Ort der Ruhe, Spiritualität und Konzentration zu schaffen. Räume von kontemplativer Ruhe wurden in Verbindung mit archaischen Materialien wie Eichenholz, Muschelkalk (Naturputz) und Bronze geschaffen.

Dass das Kloster eine kleine Welt für sich ist, wo alles Nötige vorhanden und am richtigen Platz sein soll, machte Kralemann deutlich. Um das Zentrum Kirche gruppiere sich der Kreuzgangsbereich mit allen wichtigen Gemeinschaftsräumen. Herzstück sei der Kreuzgarten mit einem Brunnen. Weiter außen gebe es den Nutzgarten, die Werkstätten und das Gästehaus. Viele Menschen seien heute von dem Gedanken einer geordneten und auf das Wesentliche konzentrierten Welt fasziniert. Der Klosterneubau unterstütze zudem die Berufung der Schwestern, Gott zu loben und den Menschen zu dienen. »Wir möchten uns auch der Herausforderung stellen, das uns anvertraute Erbe der Vergangenheit mit einem zeitgemäßen Auftrag für die Zukunft zu verbinden«, sagte Kralemann. Nur Gott könne solche Neuanfänge schenken. Karl Kardinal Lehmann unterstrich, dass die Menschen heilige Orte brauchten. Zu ihnen gehörten Klöster mit ihrer Geschichte von damals und heute.

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