17. Juni 2008, 22:38 Uhr

Pfarrerin hat Spuren hinterlassen

Mücke-Merlau (ng). Ein Bilderbuchabschied aus Oberhessen wurde am Sonntag in der Kirche und im Gemeindehaus Pfarrerin Renate Dienst beschert. Im Kirchspiel Merlau und Flensungen und darüber hinaus klang große Herzlichkeit ihr gegenüber an.
17. Juni 2008, 22:38 Uhr
Es sprachen unter anderem Gruß- und Dankesworte bei der Abschiedsfeier für Pfarrerin Renate Dienst (v.l.) der kommisarische Dekan Jörg Gabriel, Reinhard Falk für die Diakoniestation Ohm-Felda, die Vorsitzende der Dekantssynode Elke Sezanne, Pfarrerin Renate Dienst selbst, Margot Gebhardt, Waltraud Schumann und Bürgermeister Matthias Weitzel. (Foto: ng)

Mücke-Merlau (ng). Ein Bilderbuchabschied aus Oberhessen wurde am Sonntag in der Kirche und im Gemeindehaus Pfarrerin Renate Dienst beschert. Im Kirchspiel Merlau und Flensungen und darüber hinaus klang große Herzlichkeit ihr gegenüber an. Sie hatte einst ihren Dienst in der Kirche mit dem Vikariat im benachbarten Kirchspiel Nieder-Ohmen begonnen, was beim Auftritt des Nieder-Ohmener Posaunenchores auch gesagt wurde, womit sich der Ring in Oberhessen schloss. Seit 1994 war sie für 14 Jahre im Kirchspiel Merlau und Flensungen tätig. Ihre erfolgreiche Arbeit an dieser Stelle wurde in einer Fülle von Gruß- und Dankesworten herausgestellt. Auf eigenen Wunsch wird sie aus der dörflichen Umgebung in Mücke in der Absicht, sich neuen Aufgaben zuzuwenden, in ein Pfarramt nach Frankfurt-Schwanheim in die Großstadt wechseln.

Der Posaunenchor Nieder-Ohmen unter Leitung von Helmut Langohr eröffnete mit der Sonate von Johann Christoph Popusch den Verabschiedungsgottesdienst am Nachmittag und begleitete die Choräle »Großer Gott, wir loben dich« sowie »Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht« im Verlauf des Gottesdienstes. Die Orgel spielte Margaret Sartorius Volk. Mit weiteren musikalischen Beiträgen zum Gottesdienst jeweils unter Leitung von Heike Kratz-Gunkel traten der Gesangverein »Liederkranz« Flensungen mit »Amazing Grace« auf sowie gemeinsam der Gesangverein Flensungen und der Gesangverein Merlau mit dem »Irischen Segen«, ferner der »Mückenschwarm« I mit dem Lied »Froh die Stunde, froh der Tag«.

Pfarrerin Renate Dienst verabschiedete sich im Gottesdienst mit einer Predigt über die Jahreslosung: »Christus spricht: ‘Ich lebe und ihr sollt auch leben.'« Sie setzte bei Bildern zu dieser Losung ein, die Anfang des Jahres in verschiedenen Gemeindegruppen von Konfirmanden, Jugendlichen und Erwachsenen dazu gemalt worden waren und als als Hungertuch zusammengestellt in der Kirche hingen. Der festliche Akt der Verabschiedung fand vor dem Kaffeetrinken im evangelischen Gemeindehaus aus, die Moderation lag in den Händen von Margot Gebhardt. Für die Kirchenvorstände Flensungen und Merlau sprachen im Wechsel Waltraud Schumann und Margot Gebhardt. Sie drückten Dankbarkeit für 14 Jahre Beständigkeit in der Arbeit der Pfarrerin aus, und dass die Gemeinde in ihr eine kompetente Partnerin und Leitperson gehabt habe.

Verbunden blieben mit dem Namen Dienst unter anderem immer die Renovierung des Pfarrhauses, Renovierung und Umbau des Gemeindehauses 2002, die Erneuerung des Kirchendaches 2003, das Überarbeiten der Kirchenfenster, das Beseitigen des Holzwurmes in der Orgel 2002 sowie die Befestigung des Glockenstuhls gleich zweimal 2002 und 2003. Auch das Fest der Gemeindehauseinweihung 2003 und die 150-Jahr-Feier von Kirche und Orgel im vorigen Jahr verbänden sich mit der beliebten Pfarrerin.

Elke Sezanne, die Vorsitzende der Dekanatssynode Grünberg, stellte heraus, traurig sei sie, da die geschätzte und beliebte Pfarrerin eine große Lücke in der Gemeinde und im Dekanatssynodalvorstand hinterlasse. Geschätzt habe man ihr Wissen über die Gesetzeslage. Gescheut habe sie sich nicht, auch einmal einen Finger in offene Wunden zu legen. Volles Verständnis habe man aber für ihren Wunsch nach Veränderung. Renatge Dienst habe Spuren hinterlassen, aber alles habe seine Zeit.

Jörg Gabriel, der kommissarische Dekan des Dekanats Grünberg, betonte, man sei wehmütig, dass die Zeit zusammen mit Pfarrerin Dienst vorbei sei. Eine lange Zeit des Miteinander- Lebens liege in Merlau und Flensungen vor, das man aus der Ferne, selbst in der Rabenau, mitbekommen habe, aus ihren eigenen Erzählungen und aus dem, was man so höre. Vieles sei da geschehen, etwa auch das Verfassen einer neuen Handreichung für die Arbeit mit Konfirmanden, selbst entwickelt und herausgegeben.

Die Schrift finde Beachtung in allen Gemeinden. Besonders erwähnte Gabriel ihre Mitarbeit im Dekanatssynodalvorstand, in der Diakoniestation und in der Schule. In der Landeskirche habe sie 2004 besondere Schwerpunkte in der Religionspädagogik gemeinsam mit dem Religionspädagogischen Studienzentrum der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau entwickelt. Für die Kirchengemeinden Merlau und Flensungen heiße es nun, die Stelle auszuschreiben. Ein neuer Pfarrer oder eine neue Pfarrerin werde diese Stelle besetzen.

Pfarrer Karl-Heinrich Stein dankte namens der katholischen Kirchengemeinde für beste Zusammenarbeit, und Bürgermeister Matthias Weitzel dankte der Pfarrerin für ihr Wirken im Dienst der Gemeinde und die Anstöße, die sie gegeben habe. Kirche und die Politik gingen ja nicht immer konform, aber sie hätten doch auch manches gemein. Nicht von ungefähr habe es sich im Sprachgebrauch erhalten, sowohl die kirchlichen Gemeinschaften als auch die Kommunen als eine Gemeinde zu bezeichnen. Die Gemeinde der Gläubigen und die Gemeinde der Staatsbürger, ihr gemeinsamer Nenner sei das Wohl der Mitmenschen.

Den kirchlichen Aktivitäten in allen Kommunen komme eine große Bedeutung zu, soziale Einrichtungen der Kirche seien unverzichtbar. Besonders stellte Weitzel heraus: »Und nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle auch ihre Tätigkeit in unserer Diakoniestation, für die Sie als Vorsitzende viel Zeit und Kraft investiert haben.« Es schlossen sich mit Gruß- und Dankesworten insbesondere auch für die vielen Vakanzvertretungen und den besten Wünschen für die Zukunft an: Schulleiter Johann Wolfgang Horst und die stellvertretende Schulleiterin Claudia Wolf für die Grundschule »Oberes-Ohmtal«, wo Dienst unterrichtete, für den Kindergottesdienst Gabriele Richard (Flensungen), Pfarrerin Cordula Michaelsen für das Kirchspiel Lardenbach, Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain, Pfarrerin Ursula Kadelka und Reinhard Falk für die Diakoniestation Ohm-Felda, Lilli Kirsch und Marga Theiß für den evangelischen Frauenkreis Merlau, für die Kirchenvorstände des Kirchspiels Ober-Ohmen mit Pfarrerin Margit Rühl (Vertretung), Gertrud Horst, Martina Rühl und Albert Tröller, für den Förderverein Diakoniestation stellvertretender Vorsitzender Helmut Kaus und Traute Bräuning für den Frauenkreis Flensungen.

Pfarrer Alexander Janka aus dem Nachbarkirchspiel Nieder-Ohmen der als letzter sprach, sagte: »Aufgaben verändern sich, der Auftrag, den eine Pfarrerin für ihren Dienst hat, der ändert sich nicht. Dieser heißt, die Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen und zu leben.«

Im Schlusswort dankte Pfarrerin Renate Dienst herzlich. Für Kaffee und Kuchen und Bewirtung sorgten viele Mitglieder der Kirchengemeinden, die Frauenkreise und die Kirchenvorstände.

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