12. Januar 2019, 14:05 Uhr

Metzger

Alsfelder Biowurst für Besucher der grünen Woche

Die Alsfelder BioFleisch ist bei der grünen Woche in Berlin prominent vertreten. An einem Stand und als Lieferant im Gastronomiebereich.
12. Januar 2019, 14:05 Uhr
Alsfelder Biowurst für die Grüne Woche, hier präsentiert von Hephata-Einrichtungsleiterin Monika ben Hassine. (Foto: jol)

Es sind Begegnungen, an die sich Monika Ben Hassine gern erinnert. Wenn die Asylhessen in Berlin bei der Grünen Woche ab 19. Januar überrascht feststellen, dass die geliebte »Stracke« in der Hauptstadt zu haben ist. »Das ist wirklich nett«, erinnert sich die Einrichtungsleiterin der Alsfelder BioFleisch an Gespräche am Messestand der großen Verbrauchermesse.

In einigen Tagen sind die Knacker, Pfefferbeißer, Kartoffelwürste und der Fleischkäse wieder am Verkaufsstand unter der Messe am Funkturm zu haben. Zudem beliefert der Betrieb einen Koch, der »Rheingauer Hinkelche« kredenzt und die Wurstplatte beim Hessenabend für die Prominenz aus der Politik stammt auch aus Alsfeld. Das Fleisch stammt vom eigenen Biohof in der Schwalm und von hiesigen Betrieben. Verarbeitet wird es in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Denn die Firma bereitet Menschen mit psychischen oder Suchterkrankungen auf den ersten Arbeitsmarkt vor.

Ein wichtiger Arbeitsbereich ist die Metzgerei am Alsfelder Pfarrwiesenweg. Die Vermittlung in Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt klappt nicht bei allen der 20 Beschäftigten, wie Ben Hassine einräumt.

Manche haben einen längerfristigen Unterstützungsbedarf. Ihnen ermöglichen neben der Bio-Metzgerei weitere Werkstätten der Hephata-Diakonie eine Teilhabe am Arbeitsleben. Die Arbeit ist jeweils kein Selbstzweck, so Ben Hassine. Eine sinnvolle Arbeit trage zur Wertschätzung in der Gesellschaft bei, auch wenn Sucht oder psychische Krankheit bei einem Menschen viel kaputt gemacht haben. Einer, der es geschafft hat, ist Peter Hendreich, der offen über seinen Weg aus der Sucht spricht. Er lobt die Werkstatt von Hephata, zu dem BioFleisch gehört. Die Arbeit mache Spaß und: »Immer ist jemand da, mit dem ich reden kann«. Der 52-Jährige hat mit 13 angefangen zu trinken. Er machte eine Ausbildung als Metzger. »Es war normal, in der Lehre zu trinken«. Schließlich gehörte der Alkohol zum Alltag, er wollte das nicht wahrhaben: »Alkoholiker waren die auf den Parkbänken«. Erst 1996 macht er eine Therapie, die sich über ein Jahr hinzog. Danach zog er mit Freundin auf einen kleinen Hof. Das ging zwei Jahre gut, dann habe er aus Übermut wieder angefangen zu trinken.

Die Freundin verließ ihn, Hof und Job waren weg. Dazu kamen Schmerzen durch Gicht und Muskelentzündungen. »Weiter nach unten ging es nicht mehr«, erinnert er sich. Über die Wohnungslosenhilfe »La Strada« kam Hendreich in ein Haus von Hephata. Immer wieder gab es Rückfälle, aber mit Hilfe der Mitarbeiter und Bewohner schaffte er es. »Irgendwann habe ich es gepackt, eine Tagesstruktur hinzubekommen«, sagt er. Er fing an zu töpfern, schloss Freundschaften und arbeitet wieder im alten Beruf als Metzger. »Ich fühle mich pudelwohl«, sagt der 52-Jährige.

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